„Geile Atmosphäre“ zur Premiere

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Das 0:1: OFC-Torwart Robert Wulnikowski (links) und Maximilian Ahlschwede versuchen vergeblich, Stefan Kießling zu stören.

Offenbach - Für den ersten Schritt in eine bessere Zukunft haben sich die Offenbacher Kickers zweier Idole aus vergangenen Tagen bedient: Rudi Völler und  Hermann Nuber führten vor dem Saison-Eröffnungsspiel zwischen dem Dritt- und dem Erstligisten symbolisch den Anstoß aus. Von Christian Düncher

Sie sorgten somit dafür, dass zum ersten Mal offiziell der Ball in der neuen Spielstätte rollte. Applaus hatte es bereits vorher mehrfach gegeben – für das „Duo Ohrenschmaus“, das unter anderem seine OFC-Hymne „So wie der Bieberer Berg“ intonierte. Für Völler, der den Kickers wünschte, dass dem Erzrivalen Eintracht Frankfurt „hier im Stadion mal wieder richtig der Hintern versohlt wird.“ Und für OFC-Geschäftsführer Thomas Kalt, der im Moment der großen Freude an einen Mann erinnerte, der die Eröffnung des Sparda-Bank-Hessen-Stadions nicht mehr erlebte: den im November 2010 verstorbenen Ehrenpräsidenten Waldemar Klein. „Es war unser gemeinsames Ziel, diesen Tag mit unserem alten Freund Waldemar Klein zu erleben, aber es war ihm leider nicht vergönnt“, so Kalt. Die Fans auf der nach der großen Triebfeder des Stadionneubaus benannten Tribüne feierten Klein im Laufe des Abends mehrfach mit „Waldemar“-Sprechhören.

Auf dem Platz ging es nach dem Anpfiff schnell zur Sache. Für die Kickers, die mit der voraussichtlichen Startelf für das erste Saisonspiel am Samstag (14 Uhr) bei Aufsteiger Hallescher FC begannen, hatte Zugang Julius Reinhardt bereits nach wenigen Sekunden die erste Chance. Sein Schuss stellte Leverkusens Torwart Bernd Leno jedoch vor keinerlei Probleme. Auch die zweite Möglichkeit der Partie hatte der OFC - diesmal durch André Hahn (12.). Leverkusen machte es auf der anderen Seite besser. Torwart Robert Wulnikowski schätzte einen aufspringenden Ball falsch ein, und Stefan Kießling konnte unter Mithilfe von Maximilian Ahlschwede einschieben (15.).

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OFC verliert Eröffnungsspiel

In der Folgezeit schafften es die Kickers noch dreimal in den Leverkusener Strafraum, wobei stets der agile Hahn beteiligt war. Einen Schuss des Offenbacher Offensivspielers lenkte Leno gerade noch über die Latte. Der Eckball bracht jedoch nichts ein. Im Gegenteil. Der Abschlag von Leno landete bei Karim Bellarabi, der seinen Körper geschickt gegen Ahlschwede einsetzte und Wulnikowski zum 0:2 überlupfte (41.). Quasi mit dem Pausenpfiff erhöhte Stefan Kießling, der nach einer Flanke völlig frei stand. Trotz des deutlichen Pausenrückstands gab es Applaus von den Rängen.

In der Halbzeit wechselten beide Trainer. Bei Leverkusen kamen vier neue Spieler, Kickers-Coach Arie van Lent brachte sogar eine komplett neue Elf. Und die ließ kaum noch etwas zu, hatte durch Thomas Rathgeber, der aus 20 Metern knapp über das Tor zielte, sogar die erste gute Chance im zweiten Durchgang (71.). Daniel Endres im Kickers-Tor war in der Folgezeit mehrfach zur Stelle. Die größte Möglichkeit zum Ehrentreffer vergab kurz vor Schluss Marcel Mosch, der im letzten Moment abgedrängt wurde.

Van Lent sprach von einem „achtbaren Ergebnis“. Seine Mannschaft habe in der ersten Hälfte ordentlich gespielt, aber durch drei individuelle Fehler die Gegentore kassiert. „Das ärgert mich, obwohl es ein Freundschaftsspiel war“, sagte der Trainer. „Es war dennoch ein schöner für die Kickers.“ Hahn sah es ähnlich: „Ich habe es sehr genossen, es war eine geile Atmosphäre.“

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