OFC mit limitierter Personalauswahl vor Spiel in Kassel

Kickers-Coach Ristic kämpferisch: „Es ist noch nicht vorbei“

„Wir müssen mit allem fertig werden“: OFC-Trainer Sreto Ristic bleibt wenig Raum für Veränderungen für das Spiel bei Hessen Kassel. Für Serkan Firat (rechts) wird es das 36. Pflichtspiel in Folge sein - sieben weitere folgen. FOTO: Hübner
+
„Wir müssen mit allem fertig werden“: OFC-Trainer Sreto Ristic bleibt wenig Raum für Veränderungen für das Spiel bei Hessen Kassel. Für Serkan Firat (rechts) wird es das 36. Pflichtspiel in Folge sein - sieben weitere folgen.

Offenbach – Weil die Hatz in der Fußball-Regionalliga Südwest mit unverändert hohem Tempo weitergeht, bleibt den Offenbacher Kickers keine Zeit zur Trauer über das Aus im Hessenpokal. Das 1:2 im Viertelfinale bei Bayern Alzenau, die zweite Niederlage seiner Amtszeit nach dem 0:4 in der Liga beim TSV Steinbach Haiger, hat Sreto Ristic abgehakt.

„Die Niederlage ist natürlich bitter, vor allem, weil wir sie in diesem Wettbewerb nicht mehr korrigieren können“, sagt der OFC-Coach: „Aber wir werden daraus lernen.“ Ob es schon kurzfristige Lernerfolge gibt, wird die Partie am Samstag (14 Uhr) beim nordhessischen Ligarivalen KSV Hessen Kassel zeigen. Die Voraussetzungen sind die gleichen wie im Spiel in Alzenau. Auch für die Nordhessen ist die Partie gegen den OFC ein Höhepunkt der Saison, auch ohne Fans. Der KSV hat diese Woche klare Zeichen gesetzt: Im Pokal spielte er mit einer „B-Elf“, schied 0:3 gegen Steinbach Haiger aus. Priorität hat der Abstiegskampf in der Regionalliga und das Duell mit dem OFC, gegen den die Nordhessen in der Regionalliga in fünf Duellen im heimischen Auestadion unbesiegt sind.

Bei Alzenau war es am Mittwoch genau umgekehrt. Der FC Bayern, als Vorletzter so gut wie abgestiegen, stilisierte das Pokalduell gegen den OFC zum Spiel des Jahres hoch - und wurde belohnt. Trainer Fabian Bäcker hatte eigens dafür montags und dienstags mit belastungsintensiven Trainingseinheiten den Ehrgeiz angestachelt. Sreto Ristic dagegen hatte auf Regeneration gesetzt - und würde das jederzeit wieder machen. „Das machen wir schon die ganze Zeit so und bislang sind wir damit gut gefahren“, betonte er: „Wenn das Kollegen das anders machen, ist das ihre Sache.“

Die Niederlage machte Ristic nicht an der Trainingssteuerung fest, sondern an der Tatsache, dass es dem OFC nicht gelungen war, nach der 1:0-Führung die Kontrolle über das Spiel zu behalten und in der über weite Strecken ordentlichen ersten Hälfte nachzulegen. „Es war ein Pokalspiel, in dem es darum geht, die Runde zu überstehen, das ist nicht gelungen“, konstatierte Ristic.

Das Aus im Pokal, das in sozialen Medien und im Umfeld des Vereins für große Enttäuschung gesorgt hat, ändert nach Meinung des OFC-Trainers aber nichts daran, „dass wir eine großartige Saison spielen“. Acht Spieltage vor Schluss rangieren die Kickers auf Rang zwei, haben allerdings fünf Zähler Rückstand auf Spitzenreiter SC Freiburg II (73 Punkte), der ein Spiel weniger ausgetragen hat. „Es ist noch nicht vorbei. Wir gratulieren erst, wenn es vorbei ist“, gibt sich Ristic kämpferisch. Ähnlich äußerte sich Stephan Flauder. „Es sind noch acht Spiele, die wir alle gewinnen wollen“, sagte der Torwart und Kapitän.

Doch der Routinier und sein Coach wissen natürlich um die Schwere der Aufgabe, gerade jetzt, wo nach Kassel die dritte Englische Woche in Folge wartet mit Partien gegen Homburg (4. Mai) und bei der SV Elversberg (8. Mai). Und die Personalauswahl extrem limitiert ist. „Es kommt keiner dazu“, sagt Ristic mit Blick auf die nächsten Aufgaben. Auch Lucas Albrecht und Maik Vetter nicht, die nur individuell trainieren. Insofern kann Ristic auch nicht im größeren Stil auf die Schlappe in Alzenau reagieren. „Wir arbeiten seit Wochen mit 16, 17 Feldspielern“, stellt Ristic klar. Auch taktische Umstellungen seien nicht denkbar. „Wir haben keine drei Innenverteidiger zur Verfügung, um eine Dreierkette zu spielen, wir können auch nicht mit drei Mann im Sturm spielen, weil wir dafür zu ähnliche Spielertypen haben, wir haben auch keinen positionstreuen Sechser mehr“, sagt der OFC-Coach: „Wir müssen mit dem auskommen, was wir haben - und es damit schaffen, wieder mehr Kontrolle im Spiel zu erhalten.“ Ristics Aufzählung hat dennoch Brisanz. Sie könnte ein Fingerzeig für die Kaderplanung zur neuen Saison sein - und damit der Kern seiner Aussage, dass der OFC aus der Niederlage gegen Alzenau lernen müsse.

Von Jörg Moll

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare