OFC-Zugang hat von Kruse, Pizarro und Sahin gelernt

Ex-Bremer Karbstein will bei Kickers Offenbach den nächsten Schritt machen

Zugang aus Bremen: Innenverteidiger Malte Karbstein (vorne, im internen Testspiel der Offenbacher Kickers) wird ein gutes Aufbauspiel nachgesagt.
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Zugang aus Bremen: Innenverteidiger Malte Karbstein (vorne, im internen Testspiel der Offenbacher Kickers) wird ein gutes Aufbauspiel nachgesagt.

Bei Werder Bremen trainierte Malte Karbstein einst mit gestandenen Profis wie Claudio Pizarro, Max Kruse und Nuri Sahin, spielte aber in der Reserve. Den Wechsel zu Kickers Offenbach sieht der Innenverteidiger nicht als Rückschritt. Im Gegenteil.

Offenbach - An das große Lob aus berufenem Munde erinnert sich Malte Karbstein genau, an den Zeitpunkt ebenfalls. „Das hat er direkt nach dem Pokalspiel gesagt“, weiß der Neuzugang der Offenbacher Kickers. Er, damit ist der ehemalige Profi-Fußballer Pele Wollitz gemeint, der einst Karbsteins Trainer bei Energie Cottbus war. Und bei dem Cupspiel handelte es sich um das Finale des Brandenburgpokals. Damals, am 25. Juni 2017, gegen den FSV Luckenwalde ließ Wollitz den zuvor in der Liga nur selten eingesetzten A-Jugendlichen überraschend von Anfang an auflaufen - mit folgender Begründung: „Karbstein kann Bundesligaspieler werden. Er ist der beste Aufbauspieler, es war wichtig zu sehen, ob er mit dem Druck in diesem Spiel klarkommt.“

Karbstein hielt dem Druck stand (Cottbus gewann 2:0), Bundesliga-Profi ist er aber (noch) nicht geworden, auch wenn er sein ohnehin gutes Aufbauspiel beim SV Werder Bremen II weiter verbessert hat. „Ich versuche, das Spiel von hinten heraus zu eröffnen“, sagt der 22-Jährige. Er habe diesbezüglich in Bremen „viel gelernt“. Man bekomme diese Spielweise als Innenverteidiger dort „aufgebrummt“.

Bei Werder Bremen zuletzt Kapitän der Reserve gewesen

Zum Sprung in die 1. Liga hat es bei Werder für den gebürtigen Neuruppiner jedoch nicht gelangt. Waren die Erwartungen zu hoch? Auf die damaligen Worte von Wollitz habe er nie großen Wert gelegt, betont Karbstein, für den damals eine Ablöse in sechsstelliger Höhe geflossen sein soll: „So ein Riesenlob zu bekommen, ist schön. Aber am Ende bin ich selbst für meine Entwicklung verantwortlich.“ Der 1,90 Meter große Blondschopf bestritt für Bremens Reserve in zwei Jahren zwar 33 Spiele in der Regionalliga Nord (drei Tore, eine Vorlage), war zuletzt deren Kapitän und trainierte ab und zu mit dem Erstliga-Kader, schaffte es jedoch nicht, den nächsten Schritt zu machen. Ihm war stets klar, dass es eine „große Spanne“ gewesen sei, sagt Karbstein: „In Bremen wurde allgemein anders trainiert als in Cottbus.“ Alles war intensiver und professioneller. „Wenn man im Training gegen Max Kurse, Claudio Pizarro oder Nuri Sahin spielt, versucht man natürlich immer, sich etwas abzuschauen. Ich habe das genossen. Es hat auf diesem Niveau viel Spaß gemacht.“

Irgendwann merkte der Verteidiger, dass man oben nicht auf ihn baute. „Mein Vertrag lief aus. Ich wollte gute Spiele machen, um mich anzubieten“, erinnert er sich. Bereits Ende Februar klopfte der OFC erstmals an, letztlich mit Erfolg. „Offenbach wollte mich unbedingt. Die Gespräche waren super, es hat mich gereizt“, so Karbstein. Das „Gesamtpaket“ habe einfach gestimmt: „Es war schön, wie sie sich um mich bemüht und gekümmert haben. Sie haben sich Gedanken gemacht, was sie aus mir rausholen können. Wir waren da auf einem gemeinsamen Nenner.“

Karbstein will mit Kickers Offenbach „eine Liga nach oben“

Sportlich empfindet er den Wechsel von Bremens Bundesliga-Reserve zum OFC keineswegs als Rückschritt, ganz im Gegenteil. „Es ist für mich eher ein Schritt nach vorne. Ich kann im Männerbereich Fuß fassen. Und bei Kickers Offenbach wird ja das Ziel vorgegeben, dass man eine Liga nach oben will.“

Karbstein ist in doppelter Hinsicht der Nachfolger von Francesco Lovric. Er nimmt dessen Platz im Kader ein und wird dessen Nachmieter. Dass er künftig noch weiter von zu Hause entfernt sein wird, sei zwar „Fußball-Business“, aber trotzdem „nicht einfach“, gibt Karbstein zu. Die Entscheidung für den OFC habe er aber bewusst getroffen: „Die vielen Fans haben mich gereizt. Da weiß man, dass jedes Heimspiel geil werden wird.“

Von Christian Düncher

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