Dubravko Kolinger trainiert Nöttingen

Ex-Kickers-Spieler kritisiert Struktur der Regionalligen

Offenbach - Mit den Offenbacher Kickers verbindet Dubravko Kolinger noch immer „eine der schönsten Phasen meiner Karriere“. Nun begegnet er seiner ehemaligen Mannschaft wieder  - das Trainer der Gegner. Von Jörg Moll 

Der 41-Jährige, von Juli 1998 bis Dezember 2000, mit dem OFC in die 2. Bundesliga auf- und sofort wieder abgestiegen, freut sich als Trainer des Regionalliga-Rivalen FC Nöttingen auf das Wiedersehen am Samstag (14 Uhr).

Herr Kolinger, eine lange Winterpause nähert sich dem Ende. Ist Nöttingen bereit für das erste Abstiegsendspiel?

Die Winterpause war lang, die Vorbereitung auch – klar freuen wir uns auf dieses Spiel. Und bereit für das Offenbach-Spiel sind wir auch.

Wie schätzen Sie die Chancen auf den Ligaverbleib ein, der Rückstand auf Rang 13 beträgt ja schon elf Punkte?

Wir wussten als Aufsteiger, was auf uns zukommt. Wir haben den kleinsten Etat der Liga und spielen in einer Klasse mit vielen früheren Profivereinen. Gegen einige habe ich selbst noch zu meiner Zeit als Profi in der 2. Liga gespielt. Unser Ziel bleibt es, junge Spieler zu entwickeln, wir wollen uns mit den Großen messen und ihnen Paroli bieten. Wie heißt es so schön: Nichts ist unmöglich.

Erst am 18. März wird über die Klage des OFC gegen den Neun-Punkte-Abzug als Folge der Insolvenzanmeldung entschieden. Wie denken Sie über dieses Verfahren?

Da bin ich eigentlich zu weit weg, um das beurteilen zu können. Dass jeder Verein alles versucht, um die nötigen Punkte rauszuholen, ist klar. Wir würden es auch so machen.

Wie reagiert denn der FCN, wenn der OFC auf dem Klageweg Erfolg hat?

Sicherlich werden viele Vereine nicht begeistert sein. Bei uns ist das aber kein Thema.

Im Moment kocht wieder eine Diskussion über den Sinn von vier Regionalligen hoch. Wie denken Sie darüber?

Da gibt es für mich gar keine Diskussion. Wenn man sich die gesamte Saison hinweg den Arsch aufreißt und am Ende als Meister doch nicht aufsteigt, ist das ein Unding. Ich verstehe diesen Modus wie so viele nicht. Der DFB muss sich da schleunigst etwas einfallen lassen.

Ein Argument des DFB ist, dass kleinere Vereine bei nur drei Ligen zu weite Fahrten hätten. Trifft das auch auf Nöttingen zu?

Wir haben aktuell mit Fahrten nach Trier und Kassel auch jeweils einfach 350 Kilometer vor uns. Aber sicherlich kosten Übernachtungen für Klubs wie Nöttingen richtig viel Geld. Eine Idee wäre, dass die kleinen Vereine von Verbandsseite aus besser unterstützt werden. Aber die Geldstruktur in der 4. Liga stimmt meiner Meinung nach sowieso nicht.

Testen Sie Ihr Wissen: Das OFC-Quiz für Experten

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare