Offenbacher hält zu Mannheim 

Ex-Waldhof-Trainer Michael Fink schätzt Kickers offensiv stärker ein

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2016 noch gegen den OFC am Ball: Michael Fink (links) gegen Ihab Darwiche. In der Hinrunde dieser Saison stand der Ex-Profi dann als Trainer des SV Waldhof an der Seitenlinie, mittlerweile ist er Chefscout des Hessenligisten Watzenborn-Steinberg.

Offenbach - Die Mannschaft aus seinem Wohnort empfängt seinen Ex-Klub: Für Michael Fink ist das Duell zwischen Kickers Offenbach und Waldhof Mannheim auch aus persönlichen Gründen eine Partie mit besonderem Stellenwert. Von Christian Düncher 

Im Hinspiel war er noch Trainer der Mannheimer, in Offenbach lebt er. Im Interview äußert sich der 36-jährige Ex-Profi (unter anderem Eintracht Frankfurt), der inzwischen als Chefscout des Hessenligisten Teutonia Watzenborn-Steinberg fungiert und noch selbst für Hanau 93 in der Verbandsliga aktiv ist, zum brisanten Verfolgerduell der Regionalliga Südwest.

Wissen Sie schon, was Sie am Samstag um 15.30 Uhr machen werden?

Ja, ich werde das Spiel zwischen Offenbach und Mannheim verfolgen, aber leider nicht im Stadion, sondern per Liveticker, da ich unterwegs sein werde. Ich würde echt gerne dabei sein, zumal es ja ein richtungweisendes Spiel für beide Teams ist.

Und Sie hoffen, dass Mannheim gewinnt?

Ich hoffe generell auf ein gutes Spiel, das waren diese Duell zuletzt ja immer. Meine Verbundenheit zu Mannheim ist in der Tat etwas größer, daher schlägt mein Herz eher für den SV Waldhof.

Inwiefern ist das Duell OFC gegen Mannheim für Sie ein Thema, wenn Sie zu Hause in Offenbach sind?

Ich wurde unlängst im Supermarkt von einem OFC-Fan angesprochen. Der war jedoch eher verwundert, mich dort zu treffen. Bei meinen Mitspielern in Hanau ist das Spiel aber ein Thema, mehr als bei einem anderen Gegner. Und die Medienpräsenz nimmt natürlich zu.

Beschäftigt das Duell auch die Ex-Offenbacher beim SC Teutonia Watzenborn-Steinberg?

Definitiv. Ich habe vor ein paar Tagen mit Stürmer Markus Müller darüber gesprochen. Sein Herz schlägt natürlich eher für die Kickers. Er hat am Samstag selbst eine Begegnung, wird aber mit einem Auge sicher in Offenbach sein.

Und wen sehen Sie am Samstag im Vorteil?

Ich denke, Platz eins ist bereits weg. Den wird sich Saarbrücken nicht mehr nehmen lassen. Aber in diesem Duell um Platz zwei kann es für beide Teams in die eine oder andere Richtung gehen. Offenbach ist stark in der Offensive, auch wenn Florian Treske zuletzt gefehlt hatte. Dafür haben andere auf sich aufmerksam gemacht – wie Varol Akgöz und Ko Sawada. Mannheim hat auch eine ordentliche Offensive, wirkt aber in der Defensive stabiler als der OFC. Und dann wird natürlich auch entscheidend sein, wer mit der Situation besser umgehen kann. Mannheim spielt zwar auch zu Hause vor vielen Fans, aber in Offenbach werden es noch mehr sein. Das ist dann ein ganz anderer Druck.

Stichwort: Heimvorteil. Wie wichtig wird der sein?

Das könnte ein Faktor werden. Sollte Offenbach führen, wird es mit zunehmender Spielzeit immer schwieriger für Mannheim, das wiederum mit einem Unentschieden besser leben könnte. Es wäre interessant zu sehen, wie Offenbach damit umgeht. Am Ende wird sich auch zeigen, welches Team die gereifteren Spieler hat.

Der Südwest-Vizemeister bekommt es in den Aufstiegsspielen mit dem Bayern- oder West-Titelträger zu tun. Sowohl Offenbach als auch Mannheim sind schon in diesen Spielen gescheitert. Inwiefern wirkt sich das aus?

Diese Spiele sind natürlich noch im Kopf. Mannheim ist zuletzt ja sogar zweimal in Folge gescheitert. Da wäre der Druck in den Aufstiegsspielen diesmal noch größer. Mental ist das ganz schwierig. Trainer und Umfeld müssen damit sehr einfühlsam umgehen. Beim OFC liegt das ja bereits ein bisschen länger zurück und betrifft daher nicht so viele Spieler. Grundsätzlich ist es so, dass auf die Südwest-Vertreter nicht die leichtesten Gegner warten. In Bayern ist 1860 München ja so gut wie durch, im Westen erwarte ich Viktoria Köln vorne. Da werden Kleinigkeiten entscheiden.

Kickers zu Gast bei Waldhof Mannheim: Bilder

Inwiefern ist der Druck diese Saison noch größer, weil ab kommender Spielzeit nur noch der Südwest-Meister aufsteigt?

Immerhin steigt der Meister direkt auf. Dass hat er verdient und das ist auch überfällig. Aber in der Tat wird das wohl zur Folge haben, dass es ein Hauen und Stechen gibt. Einige Vereine werden noch mehr investieren oder sogar alles auf eine Karte setzen.

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