Fernsehgelder zu gering für 3. Liga

Lara - Hans-Jürgen Boysen hat sein Fazit bereits nach der Hälfte der Premieren-Saison gezogen. Die neu eingeführte 3. Liga, resümierte der Trainer der Offenbacher Kickers, sei sportlich ein Gewinn für den Profifußball und habe in der Spitze fast Zweitliga-Niveau.

Lara (cd) - Frei von Sorgen sind die Drittligisten deshalb jedoch nicht. Denn die Kosten für die Vereine sind ähnlich hoch wie in der 2. Liga, die Fernsehgelder aber weitaus geringer. Diese sollen zwar zur nächsten Saison von 588  000 Euro auf 800 000 Euro angehoben werden. Die Klubs sehen aber die Gefahr, dass die 3. Liga zu einer Pleiteliga wird.

Von Unterhachings Präsident Engelbert Kupka kam unlängst sogar ein „Hilferuf“ in Form eines Briefes, der an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und alle Drittligisten geschickt wurde. „Die 3. Liga ist in der Tat finanziell eine problematische Klasse“, sagte Jörg Hambückers, der kaufmännische Manager der Kickers. „Zum Teil liegt das sicher daran, dass diese Spielklasse als neues Produkt für die Sponsoren erst interessant gemacht werden muss.“ Das größte Problem sieht aber auch Hambückers in den zu geringen Fernsehgeldern. Zumal zahlreiche Kosten wie zum Beispiel die Berufsgenossenschafts-Beiträge ähnlich hoch sind wie bei den Erst- und Zweitligisten. Außerdem werde die 3. Liga, die ja immerhin „das Premiumprodukt des DFB“ sei, zu schlecht vermarktet. So gibt es keinen Ligasponsor. „Selbst der DFB hat es trotz seiner Möglichkeiten nicht geschafft, da etwas auf die Beine zu stellen und deshalb den linken Ärmel der Trikots für die Vereine zur Vermarktung freigegeben.“ Ohnehin: Bereits der Liga-Name sei unglücklich, weil er Drittklassigkeit suggeriere. „Warum nennt der DFB seine höchste Liga nicht beispielsweise DFB-Premium-League, fragt Hambückers. Zufrieden sind die Kickers mit ihrer TV-Präsenz, zumal neben den dritten Programmen auch die ARD-Sportschau eine halbe Stunde über die 3. Liga berichtet. „Das darf aber kein Totschlagargument sein“, sagt Hambückers.

„Die Fernsehgelder sind einfach zu gering, und genau das ist das Problem. Die Aufsteiger nehmen oft eine große Last mit in die 2. Liga und die Schere geht dadurch immer weiter auseinander.“ Von der in England praktizierten Idee, Absteiger noch ein, zwei Jahren an den TV-Geldern der höheren Klasse teilhaben zu lassen, hält Hambückers nichts.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare