24-Jähriger spricht Klartext

Firat nimmt Bankrolle professionell

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Serkan Firat (rechts) brachte nach seiner Einwechslung etwas Schwung.

Offenbach - Serkan Firat musste tief Luft holen. Die Vorstellung der Offenbacher Kickers beim 0:1 gegen den FSV Mainz 05 II hatte dem erst zur Halbzeit eingewechselten Linksaußen arg zugesetzt. Dann sprach der 24-Jährige Klartext.

„Die erste Halbzeit war schwer zu ertragen“, räumte er ein: „Wir hatten einen klaren Matchplan, wollten das Pressing der Mainzer durch unser Umschaltspiel überspielen. Das ist uns aber sehr schwergefallen. Wir hatten Glück, dass unser Torwart Daniel Endres uns im Spiel gehalten hat. “.

Besser wurde es erst, als Firat zur Pause für den völlig enttäuschenden Ihab Darwiche in die Partie kam. Firat ging mutig voran, aggressiv in die Zweikämpfe und hatte auch zwei gute Chancen durch einen Freistoß und einen Fernschuss. Später fiel aber auch er in einer immer konfuser werdenden Mannschaft ab, suchte zu oft das Eins-gegen-Eins, trennte sich zu spät vom Ball. „Da ist er in alte Muster verfallen“, meinte Daniel Steuernagel und erklärte damit auch, weshalb er den in den vergangenen beiden Spielzeiten in 70 von 76 Partien gesetzten Linksfuß zunächst außen vor ließ.

Die ungewohnte Bankrolle nahm Firat professionell an: „Ich habe die Erwartung, Führungsspieler zu sein, aber ich habe zuletzt unter meinem Niveau gespielt.“ Wenn Selbstkritik der erste Schritt zur Besserung ist, dürfte Firat auf einem guten Weg sein. Gleiches müsse für die gesamte Mannschaft gelten, betonte er. „Wir haben schon oft genug bewiesen, dass wir große Qualitäten haben“, sagte er: „Wir müssen unsere Tugenden Leidenschaft, Zweikampfverhalten und Willen wieder an den Tag legen und so reinfinden in unser Spiel.“

OFC-Zeugnis gegen Mainz 05 II

Die hohe Erwartungshaltung - der OFC hatte sich vor der Saison selbst zum Aufstiegskandidaten ernannt - mag Firat gar nicht als Ausrede gelten lassen. „Ich bin jetzt das dritte Jahr in Offenbach, es gibt hier immer eine hohe Erwartungshaltung.“ Aktuell geht es darum, den Resetknopf zu finden, um am Freitag (19.30 Uhr) beim SSV Ulm 1946 erfolgreich zu bestehen. „Ich bin überzeugt, dass wir da rauskommen“, meinte Firat. (jm)

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