Frustbewältigung auf dem Fahrrad

OFC verliert Generalprobe, Trainer sieht aber viel Positives 

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Jan-Hendrik Marx (links, gegen Hamza Saghiri) stand bei der Generalprobe des OFC gegen Viktoria Köln in der Startelf und wird aller Voraussicht nach auch gegen Elversberg beginnen.  

Offenbach - Guter Gegner, gute Leistung, aber nicht das erhoffte Ergebnis: Im letzten Testspiel vor dem Ligaauftakt haben die Offenbacher Kickers die erste Niederlage kassiert. Trainer Daniel Steuernagel zog dennoch ein positives Resümee. Bei zwei wichtigen Fragen ist weiterhin alles offen.

Bevor sich die Spieler gestern Nachmittag beim traditionellen Kickerstag den Fans präsentierten, war erst mal Strampeln angesagt. „Ausradeln“ nennt der neue Trainer Daniel Steuernagel das. Und zwar auf „ganz neuen Fahrrädern“, die ein Sponsor zur Verfügung gestellt hat. Etwas Frustbewältigung war auch dabei, als die Offenbacher Regionalliga-Fußballer in die Pedale traten. Schließlich hatte man am Tag zuvor bei der Generalprobe eine unglückliche 0:1 (0:0)-Pleite gegen Viktoria Köln kassiert.

„Es ist ärgerlich, dass wir verloren haben. Es ist aber auch ärgerlich für die Jungs, die sich für ihren Aufwand nicht belohnt haben“, sagte Steuernagel. „Es war dennoch ein super Test. Wir haben ja nicht gegen irgendeine Mannschaft gespielt, sondern gegen den absoluten Topfavoriten der Regionalliga West. Wir wollten sehen, ob wir auf dem Niveau mithalten können. Insofern war diese Partie aussagekräftig.“

Vor allem in der ersten Hälfte, in der vermutlich in weiten Teilen die Startelf fürs Ligaauftaktspiel gegen Elversberg (Freitag, 19 Uhr) auf dem Platz stand, sah der Trainer „viele gute Elemente“ – insbesondere beim Pressing. „Wir sind den Gegner aggressiv angelaufen und hatten dadurch vier, fünf überragende Balleroberungen. Die Szenen wurden gut ausgespielt, aber wir haben die letzte Konsequenz im Abschluss vermissen lassen. Eventuell hat die Konzentration oder Spritzigkeit gefehlt, da wir unter der Woche sehr intensiv trainiert hatten.“

Taktisch präsentierten sich die Kickers flexibel, pendelten zwischen 4-5-1, 4-1-4-1 und 4-3-3. Auch die Variante mit Doppelsechs ist möglich. „Wir haben in wechselnden Formationen agiert und diese im Spiel angepasst. Es gab auch Phasen, in denen wir bewusst tief standen“, erklärte der Trainer.

Bilder: OFC verliert Testspiel gegen Köln

Steuernagel, der neben den rekonvaleszenten Varol Akgöz, Gerrit Gohlke und Semih Sentürk auf die leicht angeschlagenen Julian Scheffler und Christos Stoilas (beide muskuläre Probleme, sollen ab morgen wieder trainieren) verzichten musste, setzte insgesamt 21 Akteure ein. Auffällig: Nur Benjamin Kirchhoff spielte durch. Der Innenverteidiger trug auch die Kapitänsbinde. „Er ist weiterhin einer der Kandidaten“, sagte Steuernagel. „Dass er durchgespielt hat, lag aber daran, dass er am Donnerstag eine Einheit wegen Übelkeit verpasst hatte.“

Auch in der Torhüterfrage ist noch keine Entscheidung gefallen: Die bisherige Nummer eins Daniel Endres und Sebastian Brune kamen je 45 Minuten zum Einsatz. Beim Gegentor, einem Schlenzer in den Winkel, war Brune chancenlos. Steuernagel: „Wir werden die Torwartsituation analysieren und dann entscheiden.“ (cd)

OFC: Endres (46. Brune) - Marx (60. Simon), Albrecht (46. Lovric), Kirchhoff, Schulte (46. Garic) - Ikpide (46. Rapp) - Darwiche (60. Sawada), Hodja (46. Göcer), Vetter (60. Hecht-Zirpel), Firat (60. Ferukoski) - Treske (60. Hirst)

Tor: 0:1 Holzweiler (56.)

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