OFC Linksaußen beim 4:0-Erfolg im Topspiel an drei Toren beteiligt

Garcia-Gala gegen Steinbach

Der Spieler des Spiels: Rafael Garcia entkommt hier dem ehemaligen Offenbacher Benjamin Kirchhoff (links) und taucht frei vor Steinbachs Torwart Eike Bansen auf.
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Der Spieler des Spiels: Rafael Garcia entkommt hier dem ehemaligen Offenbacher Benjamin Kirchhoff (links) und taucht frei vor Steinbachs Torwart Eike Bansen auf.

Offenbach – Selten war der Klassiker „Oh, wie ist das schön. So was hat man lange nicht geseh’n“ passender als am Sonntagnachmittag auf dem Bieberer Berg. Als das Lied nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit aus den Kehlen der Fans von Kickers Offenbach ertönte, war das Verfolgerduell der Fußball-Regionalliga Südwest längst zu Gunsten der Gastgeber entschieden.

4:0 (2:0) hieß es am Ende. Und in der Tat: So stark hatte man den OFC schon lange nicht gesehen – vor allem nicht in einem Topspiel.

„Unser Sieg war hochverdient. Wir wollen es jedoch nicht heller machen, als es ist“, war Kickers-Trainer Sreto Ristic darum bemüht, die Euphorie nicht ausufern zu lassen. Allerdings: Der sechste Sieg in Folge (bei 20:1 Toren) war ein deutliches Statement: Mit den Kickers, die den Rückstand auf das Führungsduo SSV Ulm 1846 und FSV Mainz 05 II wieder auf einen Zähler verkürzten, ist im Kampf um den Titel zu rechnen. Steinbach, das auch im sechsten Versuch daran scheiterte, in Offenbach zu gewinnen (zwei Niederlagen, vier Remis), enttäuschte hingegen. „Das ist eine bittere Niederlage. Wir wollten das Stadion ruhig halten, haben es jedoch aufgeweckt“, so TSV-Coach Adrian Alipour: „Es gibt solche Tage, an denen nichts funktioniert.“ Ristic kennt dieses Gefühl. „Ich weiß, wie sich das anfühlt“, sagte er mit Blick auf die 0:4-Pleite aus der vergangenen Saison in Steinbach.

Der OFC-Trainer nahm im Vergleich zum 3:0-Erfolg in Gießen nur einen personellen Wechsel vor, der hatte aber zwei Umstellungen zur Folge. Anstelle von Tunay Deniz (Gelb-Rot-Sperre) stand Mathias Fetsch erstmals in dieser Saison in der Startelf. Der Torjäger reihte sich im offensiven Mittelfeld ein. Denis Huseinbasic rutschte dafür zurück und übernahm die Sechser-Position. „Wir hatten unter der Woche auch etwas anderes probiert, haben uns dann aber entschieden, einen Spieler zu bringen, der viel Erfahrung hat“, sagte Ristic. Der 33-jährige Fetsch sei „verbal sehr stark“, er organisiere das Pressing. Und für Huseinbasic sei die Sechser-Position nicht neu gewesen.

Es dauerte zehn Minuten, bis die Kickers in der neuen Formation ins Spiel fanden. Die Anfangsphase gehörte klar den Steinbachern, die den OFC früh störten. Aber mit zunehmender Dauer gelang es den Offenbachern immer besser, sich darauf einzustellen. Angetrieben von der frenetischen Kulisse der 6119 Zuschauer ging es vor allem über die linke Seite mit dem überragenden Rafael Garcia immer wieder gefährlich nach vorne. In der 19. Minute fast das 1:0. Garcia schlug im Strafraum einen Haken und schlenzte den Ball in Richtung Tor, der Ex-Offenbacher Benjamin Kirchhoff klärte aber per Kopf. Kurz darauf war Garcia wieder links frei, wurde aber im letzten Moment gestoppt (25.). Steinbachs Tino Bradara bekam den Linksaußen nie in den Griff und sah nach einer knappen halben Stunden Gelb. Als er kurz darauf Ronny Marcos foulte (37.), wäre die Ampelkarte fällig gewesen, Schiedsrichter Philipp Michels drückte aber beide Augen zu. Alipour reagierte und brachte Kevin Lahn für Bradara (38.). Aber auch der bekam Garcia nicht in den Griff. Im Gegenteil: Der 28-Jährige war an drei der vier Tore beteiligt. „Er hat ein Riesenspiel gemacht“, lobte Ristic den Ex-Mannheimer.

Beim 1:0 in der 41. Minute spielte Garcia einen Doppelpass mit Fetsch und traf aus rund 20 Metern unhaltbar in den linken Winkel. Nachdem Steinbach den Ausgleich knapp verpasst hatte (44.), legte der OFC unmittelbar vor der Pause nach: Eine weite Freistoßflanke verlängerte Serkan Firat direkt in die Mitte, wo der aufgerückte Innenverteidiger Osarenen Okungbowa einschob - 2:0 (45.).

Kurz nach der Pause dann bereits die Vorentscheidung. Fetsch spielte Garcia frei. Der legte quer zu Fetsch - 3:0 (50.). Das 4:0 erzielte Garcia dann selbst. Er scheiterte zunächst am Gästetorwart, reagierte aber blitzschnell und schob den im Strafraum liegenden Ball ins Tor. Zu diesem Zeitpunkt herrschte im Stadion längst Partystimmung.

Von Christian Düncher

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