Mit Erfolg Life Kinetik eingeführt

Gehirnjogging für Kickers-Spieler

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Benjamin Pintol gibt alles beim Sprinttest in der ESO-Sportfabrik in Bürgel.

Offenbach - Der Höhenflug der Offenbacher Kickers hat viele Gründe – Life Kinetik zählt auch dazu. Seitdem Rene Keffel diese Trainingsform beim OFC anbietet, haben sich jedenfalls einige Spieler klar verbessert. Von Christian Düncher

Wie die Übungen funktionieren, hat uns der Torwarttrainer des Regionalligisten und lizenzierte Life-Kinetik-Coach beim Besuch in der Redaktion gezeigt.

Zu unserem Termin erscheint René Keffel mit Gepäck. Denn als Life-Kinetik-Trainer muss man für Abwechslung sorgen. Nur so führen die Übungen zum Erfolg. Immer wieder holt Keffel neue Gegenstände aus einer großen blauen Sporttasche. „Es gibt tausende von Übungen“, sagt er. Der Phantasie sind bei der Wahl der Gegenstände, die beim Training verwendet werden, keine Grenzen gesetzt. „Man kann quasi alles nehmen“, so Keffel. Hauptsache, das Gehirn wird eifrig gefordert. Denn Bewegung ist lediglich ein Teil von Life Kinetik. Wahrnehmung und Gehirnjogging sind die anderen.

Besonders gut eignen sich kleine Bälle – zum Beispiel für die Anfangs-Übung. Einen Ball in jede Hand nehmen, beide hochwerfen, die Hände überkreuzen und jeweils den anderen Ball fangen. Klingt einfach, ist es aber nicht unbedingt. Wer damit Probleme hat, kann Knoten in zwei Tücher machen und diese benutzen. Vorteil: Sie fallen etwas langsamer als die Bälle. Die ersten Erfolg stellen sich so schneller ein. Zeit diese zu genießen, bleibt aber nicht. Keffel führt bereits die nächste Übung vor. Denn: „Man lernt zwar relativ schnell, wir wollen das Training aber nicht automatisieren. Daher wechseln wir die Aufgaben, sobald man sie beherrscht, damit es immer wieder neue Anreize gibt und der Ehrgeiz geweckt wird.“

Der ist noch größer, wenn man zu zweit trainiert, sich zum Beispiel einen Ball zuwirft und per Kommando die Hand vorgibt, die der Gegenüber zum Fangen benutzen soll. Um das Gehirn dabei aber richtig zu fordern, muss man gleichzeitig mit dem entgegengesetzten Bein einen Schritt nach vorne machen. Gar nicht so einfach. Aber der Ehrgeiz ist sofort geweckt. Ebenso beim Zuspielen eines Balles am Boden, während man auf einem Badmintonschläger eine Wollkugel von Rand zu Rand balanciert. Doch was bringen diese Übungen? „Life Kinetik erhöht die Leistungsfähigkeit“, erklärt Keffel. Im Sport ebenso wie im Alltag. „Man wird stressresistenter, die Konzentrationsfähigkeit steigt, man nimmt in Besprechungen schneller die Zusammenhänge wahr und somit auch mehr auf.“

Der 44-Jährige lernte diese Trainingsform kennen, als er seinen Torwarttrainer-Lizenz machte. Wenig später ließ er sich selbst zum Life-Kinetik-Coach ausbilden. Davon profitieren auch die Kickers, denn einige Akteure haben sich verbessert, seitdem sie Life Kinetik trainieren. „Vergangene Saison haben wir als Mannschaft einen Kurs mit zwölf Einheiten absolviert, einmal pro Woche“, sagt Keffel. „Mittlerweile machen es nur noch die, die glauben, dass es ihnen hilft.“ Das sind immerhin noch acht Spieler, darunter Leistungsträger wie Daniel Endres, Klaus Gjasula und Christian Cappek.

OFC gegen Sportfreunde Siegen

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Cappek begann mit Life Kinetik, als er eine „schlechte Phase“ hatte und arbeitet nun schon über ein Jahr mit Keffel zusammen. „Es bringt mir viel. Man ist konzentrierter, auch die Augen werden trainiert“, hatte er unlängst gesagt. Der Erfolg lässt sich bei ihm mit Zahlen belegen. Vergangene Runde erzielte er in 27 Spielen sechs Tore, diese Saison sind es bereits elf nach 20 Partien. Noch auffälliger sei die Verbesserung aber bei Gjasula, meint Keffel. „Er wird im Mittelfeld ständig in Zweikämpfe verwickelt und hat fast immer die richtige Lösung parat.“ Life Kinetik ist aber nicht nur etwas für Profis, so Keffel. „Da das Training körperlich nicht anstrengend ist, ist es für jeden geeignet – egal ob groß oder klein, dick oder dünn, alt oder jung.“

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