„Geiler Moment“ hat Lust auf mehr gemacht

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José Pierre Vunguidica

Offenbach ‐ Sein Berater Bernhard „Bernd“ Cullmann ist beim 1. FC Köln eine Legende, José Pierre Vunguidica will eine werden und nimmt dafür auch den Umweg über Kickers Offenbach in Kauf. Von Christian Düncher

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„Die Chancen, hier zu spielen, sind für mich größer als beim 1.FC Köln, wo es derzeit darum geht, die Klasse zu halten“, sagt der Offensivspieler. Bis zum Ende der Saison hat er sich deshalb von den „Geißböcken“ an die Kickers ausleihen lassen. Als 15-Jähriger kam Vunguidica 2005 zum 1. FC Köln, seit 2009 gehört er zum Profikader und absolvierte in dem Jahr auch sein erstes von bislang fünf Länderspielen für Angola. Den Durchbruch hat er bei den Domstädtern aber noch nicht geschafft. So kam der Angreifer zwar 47 Mal in der zweiten Mannschaft zum Einsatz, aber erst einmal im Bundesliga-Team. Den 13. November 2010, als er gegen den rheinischen Rivalen Borussia Mönchengladbach in der 65. Minute eingewechselt wurde, wird er allerdings für immer in Erinnerung behalten, wie er sagt.

„Das war ein geiler Moment“, schwärmt der 21-Jährige noch heute von seinem Debüt. „Der erste Einsatz in der Bundesliga und dann gleich ein Derby - so was haben nur wenige erlebt.“ Das Stadion in Köln war damals mit 50 000 Zuschauern ausverkauft. Kein Vergleich also zum Bieberer Berg mit den 25 000 Plätzen. Dennoch sei die Atmosphäre in Offenbach mit Ausschlag gebend für die Entscheidung gewesen, zum OFC zu wechseln.

„Die Stimmung war schon gut, als ich mit Köln im Oktober zum Freundschaftsspiel hier war“, meint Vunguidica. Und als er dann auch noch beim Pokalspiel gegen Nürnberg als Zuschauer den ausverkauften Bieberer Berg erlebte, war der Offensivspieler „fest überzeugt“ davon, dass ein Wechsel nach Offenbach die richtige Entscheidung wäre und gab den Kickers den Vorzug gegenüber einem anderen Angebot: „Das hier ist ein Traditionsklub, der nach oben will. Und ich spiele lieber um den Aufstieg, als irgendwo im Mittelfeld herumzuturnen.“ Bei den Verhandlungen sei daher alles „ratzfatz“ gegangen.

Vunguidica macht keinen Hehl daraus, dass die Kickers für ihn als Sprungbrett dienen sollen. „Ich habe höhere Ambitionen“, stellt er klar. „Deshalb bin ich hier in Offenbach. Ich will mit der Mannschaft Erfolg haben und mich so selbst präsentieren.“ Für den 1. FC Köln. Denn eines ist klar: Nach dieser Saison wird der 1,86 Meter große Offensivspieler zu den „Geißböcken“ zurückkehren.

Dass die Stimmung in Offenbach nach der Auftaktpleite gegen Sandhausen etwas angespannt ist, will Vunguidica nicht überbewerten. „Das ist nach Niederlagen immer so. Sonst würde man den Beruf nicht ernst nehmen“, sagt der Zugang. Allerdings sei der Ausfall der für gestern geplanten Partie beim FC Bayern München II „blöd, weil wir natürlich am liebsten direkt wieder gespielt hätten. Jetzt müssen wir die kleine Negativserie halt gegen den SV Wehen Wiesbaden wettmachen.“ Vielleicht mit Vunguidica in der Startelf.

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