Unsportliches Fanverhalten kostet 18.000 Euro

Geldstrafe trifft Kickers hart

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Einer der Gründe für die hohe Geldstrafe, die die Offenbacher Kickers zahlen müssen: Beim Derby beim FSV Frankfurt zündeten Chaoten Pyrotechnik im Gästeblock. Die starke Rauchentwicklung hatte eine zweiminütige Spielunterbrechung zur Folge.

Offenbach - Weil sich einige seiner Fans bei sieben Spielen der Saison 2017/18 gewaltig daneben benommen haben, wurde Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach zur Kasse gebeten. Immerhin: Dem OFC bleibt die Installation eines Fangnetzes vorerst erspart.

Im Wiederholungsfall könnte dies jedoch Realität werden.

Auf das Spielfeld geworfene Gegenstände, rassistische Beleidigungen und Einsatz von Pyrotechnik – die Liste der Verfehlungen, die sich Fans der Offenbacher Kickers in der abgelaufenen Saison zu Schulden kommen ließen, ist lang. Und das Urteil des Sportgerichts der Regionalliga Südwest ist entsprechend hart: 18 000 Euro Geldstrafe, 4 000 Euro davon kann der OFC für präventive Maßnahmen einsetzen, heißt es in einer Mitteilung der Kickers. Der Strafantrag belief sich ursprünglich sogar auf 25 000 Euro. Dem OFC gelang es laut Geschäftsführer Christopher Fiori jedoch, diesen zu senken. Die verbliebene Geldstrafe trifft die Kickers dennoch „extrem schwer“, stellte Fiori klar. „Das tut uns weh. Wir werden über Zahlungsmodalitäten reden. Eventuell sind Raten möglich.“

18 000 Euro sind für Regionalliga-Verhältnisse in der Tat viel. „Aber es wurden einige Fälle summiert“, betonte Fiori und bezeichnete es als „erfreulich“, dass das Sportgericht dem Widerspruch der Kickers gefolgt ist. Der OFC hatte einige Maßnahmen aufgezeigt, Stadionverbote verhängt und beabsichtigt zudem, Täter in Regress zu nehmen. Insgesamt seien bereits zehn Personen ermittelt worden. Ihnen soll laut Fiori „im einzelnen Fall“ die Geldstrafe in Rechnung gestellt werden. So kommt beispielsweise auf zwei Fans eine Forderung in Höhe von 800 Euro zu. Der Geschäftsführer der Kickers hofft, dass dies eine abschreckende Wirkung haben wird.

Täter in Regress zu nehmen, sei aber nur eine Maßnahme, so Fiori. Zumal der OFC vom Gericht die Auflage erhalten hat, bis zum 30. Juni 2018 ein Konzept vorzulegen, das geeignet ist, das Werfen von Gegenständen aufs Spielfeld zu verhindern. Denkbar sei, die Fans mit Flugblättern zu sensibilisieren. Zudem soll der Ordnungsdienst künftig noch genauer hinschauen. Ferner werde man intensiv mit den Fanorganisationen arbeiten, um weitere Sanktionen zu verhindern. Vor allem gegen ein Fangnetz vor der Waldemar-Klein-Tribüne werde sich der OFC „so lange wie möglich wehren“, betonte Fiori.

Pfingstfest des Kickers-Fan-Museums in Offenbach: Bilder

Dem OFC wurden folgende Vergehen vorgeworfen:

FSV Mainz 05 II - OFC: Aus dem OFC-Block wurde ein Feuerzeug in Richtung des Schiedsrichterassistenten geworfen. Später flogen Münzen, Bierbecher und Feuerzeuge Richtung Spielfeld.

OFC - FSV Frankfurt: Nach dem Abpfiff wurde von Seiten der OFC-Anhänger mehrfach der Ausdruck „Judenschweine“ in Richtung der gegnerischen Anhänger gerufen.

OFC - Stadtallendorf: Während des Spiels flog aus dem Heimblock eine Fahnenstange auf das Spielfeld.

Waldhof Mannheim - OFC: Im OFC-Block wurde zunächst eine Rauchbombe gezündet, später ein Leuchtfeuer. Zudem flog ein Feuerzeug in den Mannheimer Torraum.

OFC - 1. FC Saarbrücken: Ein Banner mit der Aufschrift „Landser“ wurde im Fanblock des OFC gezeigt. Zwei Personen zeigten außerdem den „Hitler-Gruß“ in Richtung der Gästefans.

FSV Frankfurt - OFC: Besonders heiß ging es beim Derby am Bornheimer Hang her. Schon vor dem Spiel zündeten Anhänger der Kickers Rauchpulver. In der 13. Minute wurden Bengalos im Gästeblock abgebrannt. Und als in der 24. und 26. Minute ein Spieler des FSV einen Eckstoß ausführen wollte, bewarfen ihn OFC-Anhänger mit gefüllten und leeren Getränkebechern aus Plastik, Feuerzeugen, einer gefüllten Mayonnaiseflasche – und Taschentüchern. „Das liest sich blöd“, gibt Fiori zu. „Es ist aber nur eine Auflistung und soll das alles nicht schmälern“. Zumal es noch weiter ging: Erst wurden aus dem Gästeblock 15 Leuchtraketen senkrecht in die Luft abgefeuert. Unter einer Blockfahne und hinter einem Banner wurden zudem zehn Bengalos und circa fünf Rauchtöpfe gezündet. Die Rauchentwicklung hatte zur Folge, dass die Partie für etwa zwei Minuten unterbrochen werden musste.

OFC - TuS Koblenz: Als ein Spieler verwarnt wurde, flog aus dem OFC-Block ein Feuerzeug in Richtung des Schiedsrichters. (cd)

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