Talent in Koblenz erstmals im Profi-Kader

Für Gohlke erfüllt sich ein „Kindheitstraum“

Gerrit Gohlke (rechts) im Duell mit Eintracht Frankfurts Renat Dadashov.  (c)Foto: Hübner

Offenbach - Er hatte nicht gespielt, strahlte nach der Begegnung der Offenbacher Kickers bei der TuS Koblenz jedoch von einem Ohr zum anderen. Von Christian Düncher 

Alleine mit der erstmaligen Nominierung in den Kader der Profis war für Nachwuchsspieler Gerrit Gohlke ein „Kindheitstraum“ in Erfüllung gegangen. „Ich werde das nie vergessen“, sagte der 18-Jährige, der seit der U10 beim OFC spielt. „Ich hatte Angebote aus Frankfurt, Mainz oder Hoffenheim, bin aber geblieben, weil ich mich hier so wohlfühle und irgendwann mal vor den Zuschauern auf dem Bieberer Berg spielen will.“

Bei allen Wünschen schätzt der Innenverteidiger seine Situation realistisch ein: „Ohne die vielen Ausfälle wäre ich wohl nicht im Kader gewesen. Jetzt gilt es, weiter Gas zu geben und dranzubleiben.“ Sead Mehic macht ihm Mut. „Wenn ein Spieler seit der U10 bei uns ist und immer Kapitän war, ist er natürlich ein Thema“, stellt der OFC-Sportdirektor klar. „Er kann einen ähnlichen Weg wie Stefano Maier gehen.“ Der Innenverteidiger der Profis stammt ebenfalls aus dem eigenen Nachwuchs.

Gohlke soll langsam herangeführt werden, wie Nicola Jürgens vergangene und Marco Ferukoski diese Saison. „Er hat eine gewisse Größe sowie ein gutes Zweikampfverhalten und ein gutes Kopfballspiel. Das könnte etwas werden“, meint Mehic. Gohlke weiß, dass der Weg lang ist. „Bei den Profis wird ganz anders Fußball gespielt. Das Tempo ist viel höher, man muss wesentlich handlungsschneller sein“, zeigt sich der angehende Abiturient beeindruckt. „Aber das gemeinsame Training hat mich diesbezüglich schon etwas vorangebracht.“ Zum OFC kam der gebürtige Darmstädter, als er bei einem Talentfördertraining in Babenhausen entdeckt wurde. Das Kickers-Virus übertrug sich auf die Familie. Vater Stefan betreute jahrelang OFC-Jugendteams und der Sohn absolvierte sein für das Fachabitur erforderliche einjährige Praktikum auf der Geschäftsstelle der Kickers.

Bilder zum OFC-Auswärtssieg

Als Gerrit Gohlke zum OFC wechselte, war er Stürmer. Im Laufe der Zeit wanderte er aber immer weiter nach hinten, ehe er vor zwei Jahren vom Außen- zum Innenverteidiger umgeschulte wurde und dort so gute Leistungen zeigte, dass er nun bei den Profis aushelfen durfte. „Ich habe donnerstags den Anruf bekommen, dass ich am Freitag und Samstag oben mittrainieren soll. Am Sonntag stand ich dann im Kader für das Spiel in Koblenz“, erzählt das OFC-Talent, das fast um seine große Chance gebracht worden wäre. Aufgrund einer Roten Karte aus dem U19-Spiel in Kassel („Ich habe beim Versuch eines Fallrückziehers einen Gegenspieler am Kopf getroffen“) war er drei Wochen gesperrt und erst seit Sonntag wieder spielberechtigt. Somit ging der „Kindheitstraum“ doch noch in Erfüllung.

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