Bender als OFC-Geschäftsführer Sport

Grünes Licht und heftiges Dementi

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OFC-Präsident Frank Ruhl (links) und Manfred Bender sind sich einig. Der Ex-Profi wird neuer Geschäftsführer Sport.

Offenbach - Kickers Offenbach hat seit gestern Abend einen Geschäftsführer Sport: Der Aufsichtsrat der Profi GmbH des Fußball-Drittligisten gab erwartungsgemäß sein Okay für die Verpflichtung von Manfred Bender, der damit künftig das Führungsteam des OFC ergänzt. Von Christian Düncher

Mit Offenbach und den Kickers hatte Bender bis vor wenigen Tagen nichts zu tun. Trotzdem haben beide zusammengefunden. „Ich kenne jemand, der ihn kennt. So hat sich das ergeben“, sagte Kickers-Präsident Frank Ruhl mit Blick auf den Ex-Profi, der neben David Fischer einen Platz in der Geschäftsführung des OFC erhält. „Beide tragen die unternehmerische Verantwortung für die GmbH“, so Ruhl.

Fischer bleibt für den kaufmännischen Bereich zuständig, Bender übernimmt den sportlichen. „Er ist in Abstimmung mit dem Trainer für den Kader verantwortlich, hält den Kontakt zu Vereinen und Verbänden oder plant Trainingslager“, umriss der Präsident grob die Aufgaben des 46-Jährigen. In der Tatsache, dass der OFC in Oli Roth und Sportkoordinator Ramon Berndroth bereits zwei Verantwortliche für den sportlichen Bereich hat, sieht Ruhl kein Überangebot. „Oli Roth ist ehrenamtlich für den Verein tätig und berät das Präsidium in sportlichen Belangen“, erklärte der Klubchef. Berndroth sei hingegen Angestellter der GmbH, übe derzeit jedoch eine „Zwitterfunktion“ aus, da er auch Leiter des Nachwuchsleistungszentrums ist. Daher soll es bald ein Gespräch zwischen ihm und Bender geben, dem Ruhl aber nicht vorgreifen wollte. Naheliegend ist, dass sich Berndroth wieder mehr dem Jugendbereich widmet.

Einstimmig grünes Licht

Dass der Aufsichtsrat sogar einstimmig grünes Licht gab, hatte Ruhl erwartet, „weil wir gute Vorlagen geliefert haben“. So wird der Neue extern finanziert und bringt sogar eventuell einen Sponsor mit. „Diese Chance gibt es, das stimmt. Aber wir holen ihn nicht deshalb, sondern weil wir ihn als Geschäftsführer Sport wollen und der Zeitpunkt richtig ist, da die Kaderplanung für die kommende Saison ansteht“, stellte der Präsident klar.

Überrascht zeigten sich die Verantwortlichen der Kickers über das von zwei Frankfurter Zeitungen kolportierte Gerücht über einen bevorstehenden Rückzug Roths. Der Technische Direktor des OFC dementierte im Gespräch mit unserer Zeitung heftigst: „Da ist gar nichts dran.“ Mit ihm habe kein Journalist gesprochen. Ruhl ergänzte: „Ich weiß nicht, wer solche Gerüchte streut. Wir arbeiten weiter unser Programm ab. Die Querelen hören mit der Zeit auf. Wir hatten ja gesagt, dass wir den Verein vom Kopf auf die Beine stellen werden.“ Dazu gehören sowohl Änderungen im strukturellen als auch im personellen Bereich. Bender ist ein Teil dieser Umbaumaßnahmen.

Abteilung Wirtschaftskriminalität

Unterdessen hat die Abteilung Wirtschaftskriminalität der Staatsanwaltschaft Darmstadt den Eingang der Selbstanzeige des ehemaligen Geschäftsführers Thomas Kalt bestätigt. Ob sie Ermittlungen im „Fall Kickers Offenbach“ aufnimmt, hängt davon ab, ob sich ein Anfangsverdacht ergibt. Kalt hatte den Schritt gewählt, „um Aufklärung der Sachverhalte hinsichtlich der erhobenen Vorwürfe“ gegen seine Person zu erhalten. Die neue Führung macht ihre Vorgänger für die von 4,74 auf 9,1 Millionen Euro gestiegenen Verbindlichkeiten verantwortlich.

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