Kickers Offenbach

OFC: Erlösung kommt für Kickers mit Abpfiff - Hektische Endphase gegen Hoffenheim II

Kopfballduell im Regen: Torschütze Dejan Bozic (rechts) gegen den Hoffenheimer Mario Erb. Dem Offenbacher Angreifer gelang bereits der vierte Saisontreffer für den OFC, der mit dem 1:0 auf den vierten Tabellenplatz kletterte.
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Kopfballduell im Regen: Torschütze Dejan Bozic (rechts) gegen den Hoffenheimer Mario Erb. Dem Offenbacher Angreifer gelang bereits der vierte Saisontreffer für den OFC, der mit dem 1:0 auf den vierten Tabellenplatz kletterte.

Kickers Offenbach hat sein Heimspiel in der Regionalliga Südwest gegen die TSG Hoffenheim II knapp gewonnen.

Offenbach – Die TSG Hoffenheim II bleibt ein gerne gesehener Gast im Stadion auf dem Bieberer Berg. Auch im achten Heimspiel gegen die Bundesliga-Reserve der Kraichgauer blieb Kickers Offenbach ungeschlagen, baute seine Bilanz gegen diesen Kontrahenten mit dem knappen, aber verdienten 1:0 (1:0) auf sechs Siege sowie zwei Unentschieden aus und beendete damit die Mini-Negativserie von zuvor nur einem Punkt aus zwei Spielen.

OFC spring in der Tabelle auf Platz vier

In der Tabelle der Regionalliga Südwest ging es für den OFC dadurch vorerst hoch vom achten auf den vierten Platz. Von den starken Auftritten der ersten zwei Spiele waren die Kickers trotzdem noch ein gutes Stück entfernt.

„Wir hatten nach der dürftigen Vorstellung in Koblenz etwas Druck auf dem Kessel. Die Art und Weise hat mich dort gestört“, gab OFC-Trainer Sreto Ristic zu. Mit der Reaktion seiner Mannschaft war er zufrieden: „Es war ein sehr intensives Spiel. Der Wille war da.“ Auch das Zusammenspiel mit dem Publikum: „Das war Kickers Offenbach pur. Die Stimmung hat Lust auf mehr gemacht.“ Zur hektischen Endphase sagte er: „Wenn wir in der zweiten Hälfte das 2:0 machen, wird das Spiel ruhiger. Das ist uns leider nicht gelungen. Daher mussten wir am Ende etwas überstehen.“

Ristic hatte die Startelf im Vergleich zum 1:1 beim FC Rot-Weiß Koblenz auf drei Positionen verändert. Anstelle der verletzten Ronny Marcos (Bänderverletzung im Fuß) und Florent Bojaj (Hüftprellung) begannen Davud Tuma (hinten links) und Elia Soriano (im offensiven Mittelfeld). Zudem ersetzte Denis Huseinbasic auf der rechten offensiven Außenbahn Lucas Hermes, der auf der Bank saß. Die TSG Hoffenheim II, die bei der jüngsten 1:2-Niederlage gegen Elversberg zwei Platzverweise kassiert hatte, trat hingegen in Offenbach mit dem letzten Aufgebot an. Auf der Bank saßen lediglich sechs anstelle der neun erlaubten Ersatzleute. Und als zweite Spitze neben Torjäger Nick Proschwitz lief in Lucas Zeller (einst SG Rosenhöhe) ein etatmäßiger Innenverteidiger auf.

Mehr Bereitschaft hatte Ristic gefordert. Und die sah er auch. Der OFC begann druckvoll, ohne sich jedoch zunächst Chancen zu erspielen. Gefährlich wurde es nur nach Freistößen von Tunay Deniz. Erst klärte ein Hoffenheimer riskant im Fünf-Meter-Raum (9.), dann zirkelte der Offenbacher Mittelfeldspieler den Ball knapp übers Tor (24.). Kurz darauf war es aber so weit. Vetter zog zum wiederholten Male rechts das Tempo an, marschierte über den halben Platz und spielte in den Lauf von Dejan Bozic, der sich die Chance alleine vor U21-Nationaltorhüter Luca Philipp nicht nehmen ließ 1:0 (25.). Für den Mittelstürmer war es bereits das vierte Tor im fünften Spiel. Auf der Gegenseite hatte die OFC-Abwehr Proschwitz fast immer im Griff.

OFC: Zur Pause viele Pfiffe für den Schiedsrichter

Die Führung war absolut verdient. Die Kickers wirkten konzentrierter, zielstrebiger und vor allem aggressiver als zuletzt. Bezeichnend war eine Szene, in der der starke Vetter an der Seitenauslinie zweimal nachsetzte und den Ball eroberte. Die Überlegenheit spiegelte sich aber nicht im Ergebnis wieder. In der 37 Minute forderten die Kickers Elfmeter, aber dem Hoffenheimer war der Ball vom eigenen Bein an den Arm gesprungen. Kein Strafstoß. Kurz darauf zielte Deniz erneut bei einem Freistoß knapp drüber (38.). Und nach einer Flanke von Rafael Garcia klärte Erb vor Bozic (40.)

Zur Pause gab es reichlich Pfiffe von den 4606 Zuschauern (unter ihnen die ehemaligen OFC-Spieler Sebastian Rode, Suat Türker, Cesar Thier und Niko Semlitsch) - gegen Schiedsrichter Manuel Bergmann, der nach einem ins Toraus abgefälschten Freistoß der Kickers die Ecke nicht mehr ausführen ließ.

In der zweiten Hälfte hätte das Duo Vetter/Bozic fast fürs frühe 2:0 gesorgt. Der Außenverteidiger setzte sich rechts energisch durch und brachte den Ball nach innen, jedoch etwas in den Rücken des Mittelstürmers, der knapp vorbeizielte (48.). Kurz darauf scheiterte der auffällige Soriano per Kopf an Philipp (50.). Der zweite Offenbacher Treffer lag nun in der Luft, fiel aber nicht. Hoffenheim packte die Brechstange aus und der OFC wirkte plötzlich ungenau in seinen Aktionen. Während die Kickers in den Schlussminuten kaum noch gefährlich vor das Tor der Gäste kamen, schoss Rolands Bocs für die TSG nur knapp vorbei (85.). Der Abpfiff war trotz einer insgesamt überlegenen Vorstellung auch eine Erlösung. Gefeiert wurde der Sieg dennoch standesgemäß - mit der „Uffta“ und anschließender Welle vor der Waldemar-Klein-Tribüne. Motto: Hauptsache gewonnen.

Von Christian Düncher

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