Heimweh, Pech und ein erfüllter Traum: OFC verabschiedet acht Spieler offiziell

Albrecht zieht es nach drei Jahren in Offenbach in die Heimat zum VSG Altglienicke

„Danke für Deinen Einsatz“ stand auf den
+
„Danke für Deinen Einsatz“ stand auf den auf den Fotocollagen, mit denen (von links) Luka Garic, Lucas Albrecht, Maurice Pluntke, Francesco Calabrese, Felix Ferahyan, Leonidas Tiliudis und Dominik Draband von den Offenbacher Kickers verabschiedet wurden. Tim Dierßen fehlte. Foto: Hübner

Offenbach – Was vergangenen Saison aufgrund des Abbruchs nicht möglich war, gab es es diesmal bei Kickers Offenbach: eine offizielle und würdige Verabschiedung der scheidenden Akteure vor dem letzten Heimaufritt - und damit vor Zuschauern. Bei insgesamt acht Spielern bedankten sich OFC-Boss Joachim Wagner sowie Vizepräsident Peter Roth mit einer gerahmten Fotocollage für deren „Einsatz“.

Sieben nahmen das Präsent persönlich entgegen. Ein Überblick, der noch nicht abschließend ist. Es soll zwei bis vier weitere Abgänge geben.

Lucas Albrecht

Seine Verabschiedung war die einzige wirkliche Überraschung. Er selbst hatte kurzfristig um die Auflösung seines bis 2022 gültigen Vertrages gebeten - und dankte den OFC-Verantwortlichen dafür, dass sie seinem Wunsch nachgekommen waren. Nach fünf Jahren in Hessen (zwei in Kassel, drei in Offenbach) sei es an der Zeit, in die nordostdeutsche Heimat zurückzukehren, erklärte der solide Backup für die Innenverteidigung und das defensive Mittelfeld. Sein neuer Klub steht auch fest: die VSG Altenglienicke, in der corona-bedingten Abbruch-Saison Zweiter der Regionalliga Nordost. Seine Freundin hatte einen Job in Berlin angenommen, sodass der gebürtiger Neubrandenburger zuletzt alleine hier lebte. Zudem wolle er „meine Nichten aufwachsen sehen“, so der 30-Jährige. Insgesamt absolvierte er für die Kickers 58 Pflichtspiele (ein Tor, fünf Vorlagen).

Francesco Calabrese

Der gebürtige Offenbacher war vor der Saison mit Coach Angelo Barletta, unter dem er bereits in Griesheim und Alzenau gespielt hatte, gekommen und hatte sich damit einen Traum erfüllt. „Ich vergesse nie, wie ich damals als kleiner Junge am alten Stadion Bieberer Berg vorbei lief und mir so sehr wünschte, eines Tages dort vor den Augen meiner Familie und meiner Freunde zu spielen. Das habe ich geschafft“, sagte der auf beiden Seiten einsetzbare Außenverteidiger. Auch wegen einer Verletzung am Sprunggelenk kam der 24-Jährige lediglich auf zwölf Einsätze. Ob er künftig erneut mit Barletta (inzwischen FSV Frankfurt) zusammenarbeiten wird?

Tim Dierßen

Der Niedersachse, der nach Kreuzbandriss seine Reha absolviert, fehlte bei der Verabschiedung. Hatte gleich zweimal Pech: Wenige Wochen nach seiner Verpflichtung im Januar 2020 wurde die Saison corona-bedingt abgebrochen. In der abgelaufenen Spielzeit verletzte er sich erst leicht (Sprunggelenk), im April schwer. Gesamtbilanz des 25-Jährigen im OFC-Trikot: 18 Spiele, keine Torbeteiligung.

Dominik Draband

2019/20 noch Nummer eins und Leistungsträger, in der abgelaufenen Spielzeit kein einziges Mal eingesetzt. Die Gründe lagen nicht im sportlichen Bereich. Der OFC hatte in Stephan Flauder schlichtweg einen anderen Typen (lauter, größer) geholt, der Kapitän wurde und 21 Mal zu null spielte. Der 25-Jährige wollte zunächst weg, nahm die Rolle dann jedoch professionell an. Saß aufgrund der U23-Regel teilweise auf der Tribüne, seit März jedoch stets auf der Bank. Kehrt zurück zur TSG Hoffenheim II.

Felix Ferahyan

Der 22 Jahre alte Torwart wurde im Januar 2020 verpflichtet, kam aber nie zum Einsatz. Zumindest nicht in einem Pflichtspiel. Im ersten Test unter Trainer Sreto Ristic durfte er gegen die SG Sonnenhof Großaspach 45 Minuten ran und patzte beim 3:3 zweimal. Stand danach nur noch einmal im Kader.

Luka Garic

Das Eigengewächs stand in der Winterpause der Saison 2019/20 bereits vor dem Absprung (Ligarivale VfB Stuttgart II hatte angeblich Interesse). Nun folgt also tatsächlich der Abgang - nach 55 Pflichtspielen für die Profis (ein Tor, eine Vorlage). In der abgelaufenen Saison hatte der 21-Jährige nicht so oft gespielt wie gewünscht (16 Einsätze, nur fünf von Beginn an), zumal die Konkurrenz im defensiven Mittelfeld groß war. Wohin es ihn nach insgesamt sechs Jahren beim OFC zieht, ist unklar. Angeblich nicht zum FSV Frankfurt.

Maurice Pluntke

Kam im Januar 2020 als potenzieller Abwehrchef, verletzte sich aber prompt schwer am Knie. Es folgten mehrere Operationen und letztlich nur ein Einsatz (13 Minuten beim 4:0-Sieg in Kassel). „Gesundheitlich und damit auch sportlich eine katastrophale Zeit, aber trotzdem eine richtungsweisende für meine Zukunft“, schrieb der 27 Jahre alte Rheinländer auf Instagram. Setzt seine Karriere beim ambitionierten Oberligisten 1. FC Bocholt fort.

Leonidas Tiliudis

Der einstige Kapitän der Kickers-U19 hatte ähnlich viel Pech wie Pluntke. Kam in seiner ersten Saison bei den Profis wegen einer Leistenverletzung kein einziges Mal zum Einsatz (nur zweimal im Kader). In der abgelaufenen Runde schaffte es der 20 Jahre alte Defensivmann immerhin zehnmal ins Spieltagsaufgebot und kam beim 4:0 gegen Stadtallendorf sieben Minuten lang zum Einsatz.

Von Christian Düncher

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare