Kopfballstärke beschert Flügelspieler Spitznamen 

„Helikopter“ Firat soll OFC weiter beflügeln

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„Kopfballungeheuer“ Serkan Firat: „Manche nennen mich Horst Hrubesch“, sagt der 1,75 m große Flügelspieler. 

Offenbach - Er trifft und trifft und trifft – aus allen Lagen. Offenbachs Flügelflitzer Serkan Firat hat aktuell bereits zehn Tore in der Regionalliga Südwest erzielt (Bestwert mit Valmir Sulejmani von Waldhof Mannheim), meist mit dem starken linken Fuß, einmal schon mit rechts und zuletzt sogar zweimal in Folge per Kopf. Von Christian Düncher 

Auf den ersten Blick mag das überraschen, da Firat mit 1,75 Metern keineswegs zu den größten Akteuren im OFC-Kader gehört. Innerhalb der Mannschaft wundert sich aber niemand darüber. Im Gegenteil.

Firat hat nicht erst seit seinen beiden Kopfballtreffern den Spitznamen „Vahid“ alias „Der Helikopter“ – in Anlehnung an den ehemaligen iranischen Profi Vahid Hashemian (unter anderem Hamburger SV, VfL Bochum und Bayern München), der für seine Lufthoheit bekannt war. Trainer Daniel Steuernagel hatte ihn schon vor Wochen beim Flankenspiel im Training entsprechend getauft.

Als der 24-jährige Kickers-Profi zuletzt zweimal per Stirn traf, musste er aber noch nicht mal von seiner Sprungkraft Gebrauch machen. Beim 4:2-Sieg beim VfB Stuttgart II beförderte er das Runde mit einem Flugkopfball in das Eckige. Und beim jüngsten 2:1-Heimsieg gegen Worms musste er sogar etwas in die Knie gehen, um den Ball einzuschädeln, In beiden Fällen hatte Maik Vetter geflankt. Für ihn waren es die ersten zwei Torvorlagen in dieser Saison.

„Es gibt so Phasen, da klappt es halt“, sagt Firat und berichtet von einem weiteren Spitznamen: „Manche nennen mich schon Horst Hrubesch.“ Der Trainer der deutschen Frauen-Nationalmannschaft war zu seiner aktiven Zeit als „Kopfballungeheuer“ gefürchtet. Firat sind solche Vergleiche aber fast unangenehm. Er gibt das Lob lieber weiter: „Die Flanken kommen super.“ Gegen Worms habe er „gerufen, ein bisschen auf den Zwischenraum spekuliert, und als Jake Hirst den Vordermann irritiert hat, konnte ich einköpfen. Es kann ruhig so weitergehen.“

Die nächste Aufgabe ist aber nicht zu unterschätzen. Am Freitagabend um 19.30 Uhr muss der OFC (5., 27 Punkte) beim direkten Tabellennachbarn FC Homburg (6./26) ran, der als Aufsteiger eine starke Saison spielt. „Das ist ein brutal schweres Auswärtsspiel“, meint Firat. „Aber wir haben auch Qualität.“ Die Nummer elf des OFC weiß aber auch, dass Patzer vermieden werden müssen, wenn man noch mit einer realistischen Chance auf Platz eins in die Winterpause gehen will: „Wir hatten damals in Mannheim gewonnen und dann zweimal nicht. Wir müssen auf uns gucken und von Spiel zu Spiel.“

Das gelang zuletzt recht gut, auch wenn die Siege in Stuttgart und Worms nicht unbedingt souverän waren. „Wir machen es uns selbst noch zu schwer“, gibt Firat zu. „Positiv ist zu sehen, dass wir uns Chancen erspielen. Gegen Worms war auch ein 6:2 möglich. Natürlich mussten wir am Ende zittern. Aber das gehört auch zu einer Spitzenmannschaft, dass man solche Phasen aushält.“

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Man habe diesmal gut verteidigt, hätte die Chancen aber besser verwerten müssen. „Unter dem Strich zählen für uns in unserer Situation die drei Punkte. Vielleicht haben wir uns die Tore für die nächsten Spiele aufgehoben.“ Sollte im Homburg erneut ein Kopfballtreffer von Firat dabei sein (nach Flanke von Vetter), wäre das beim besten Willen keine Überraschung mehr.

Auch Trainer Daniel Steuernagel würde den Siegen in Stuttgart und Worms gerne einen weiteren folgen lassen und damit eine OFC-Saisonbestmarke einstellen. „Unsere längste Serie sind drei Siege. Es wäre daher natürlich schön, wenn wir in Homburg noch mal drei Punkte holen würden“, sagt der 38-Jährige, der noch um den Einsatz eines Trios bangt. Semih Sentürk und Luka Garic sind erkrankt, Dennis Schulte plagen muskuläre Probleme im Oberschenkel. „Bei ihm wird es eng“, meint Steuernagel.

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