Hans Weber, Ex-Spieler des OFC und des SV 98, wird am Sonntag 80 Jahre alt

Herberger lobte: „Man wird noch von ihm hören“

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Mit dem SV Darmstadt 98 kehrte Hans Weber (links) in den 60er Jahren gegen seinen Ex-Klub Kickers Offenbach auf den Bieberer Berg zurück.  

Dieburg - Welcher Fußballer kann das schon von sich behaupten: ein Tor gegen den FC Bayern München geschossen zu haben, vor 80 000 Zuschauern gespielt zu haben - und dann noch vom Bundestrainer Sepp Herberger geadelt worden zu sein.

Hans Weber kann’s: Der Dieburger spielte einst für Kickers Offenbach und den SV Darmstadt 98. Am Sonntag feiert Weber seinen 80. Geburtstag.
Die positiven Worte Herbergers über den einstigen Offensivspieler belegt einer der vielen Zeitungsausschnitte, die Weber säuberlich archiviert hat. Im Jahr 1959, gerade war er vom SC Hassia Dieburg zu den Offenbacher Kickers gewechselt, schoss er an der Seite von Hermann Nuber beim 6:0 über die Spvgg. Fürth drei Tore. Einer der Zuschauer damals: Sepp Herberger. Der Bundestrainer nahm Weber in sein legendäres Notizbuch auf und lobte öffentlich: „Man wird noch von ihm hören.“

Hans Weber vor den Zeitungsartikeln über seine Karriere in den 60er Jahren.

Zum Nationalspieler sollte es für den Dieburger zwar nicht reichen. Dennoch gelang ihm eine außergewöhnliche Karriere, die er als Zehnjähriger beim SC Hassia - dessen Erstmannschafts- und Jugendtrainer sowie Erster Vorsitzender er später werden sollte - startete. Mit gerade einmal 16 Jahren debütierte Weber in der ersten Mannschaft, spielte dann fünf Jahre lang für den Verein vom Wolfgangshäuschen, stets in der Offensive, Mittelstürmer oder Linksaußen. „Ich war sehr schnell“, nennt Weber seine größte Stärke. Als Weber 21 war, warb ihn Georg Kämmerer, einstiger Hassia-Trainer und Ex-Mittelläufer des OFC, nach Offenbach ab. „Es war schwierig, die Kameraden im Stich zu lassen“, meint Weber noch heute. Die „sportliche Perspektive“ habe den Ausschlag gegeben.

Was kam, war die beste Zeit seiner Karriere: Beim OFC spielte er ab 1959 in der Oberliga, Deutschlands höchster Spielklasse, die erst vier Jahre später den Namen „Bundesliga“ erhielt - und schaffte es auf Anhieb, sich in der ersten Mannschaft zu etablieren. Profi-Fußballer war er trotz großer Spiele und großer Gegner (so ein Entscheidungsspiel gegen Westfalia Herne vor 80.000 Zuschauern in Hannover und der entscheidende Treffer beim 1:0-Sieg 1959 gegen den FC Bayern München) nicht.

Bilder: Kickerstag auf dem Wilhelmsplatz

1962 wechselte er zum SV Darmstadt 98, weil der damalige Lilien-Präsident dem angehenden Mathe- und Chemielehrer eine Stelle an der Georg-Büchner-Schule unweit des Böllenfalltor-Stadions anbot. „Ich hatte geheiratet - und ich brauchte Geld“, erzählt er. Das ließ sich als Lehrer zu jener Zeit eher verdienen, denn als Erstliga-Fußballer, obgleich auch damals schon Geld geflossen sei. 1967 kehrte Weber wieder zum SC Hassia zurück, wo zu dieser Zeit sein Bruder Jupp Vorsitzender war.

Lilien und OFC interessieren ihn nach wie vor, die Entwicklung in den höchsten Spielklassen sieht er aber kritisch: „Der Profi-Fußball gefällt mir nicht mehr so gut. Es sind heute zu viele fremde Spieler in den Mannschaften - das war zu meiner Zeit anders. Da waren wir beim OFC praktisch eine Rodgau-Auswahl, höchstens drei, vier Spieler wurden von weiter weg dazugeholt. Es müssten wieder mehr lokale Größen rein - genügend Talente sind da.“ (jd)

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