OFC: Maurice Pluntkes Comeback bewegt auch Mitspieler

„Ich habe das Gefühl, über dem Berg zu sein“

Pflichtspielpremiere nach 471 Tagen Wartezeit: Maurice Pluntke.
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Pflichtspielpremiere nach 471 Tagen Wartezeit: Maurice Pluntke.

Wie gut das Binnenverhältnis einer Mannschaft ist, lässt sich oft an den kleinen Gesten ablesen.

Offenbach – Am Wochenende etwa postete Marco Fritscher, Rechtsverteidiger des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach, auf Instagram eine Zeile aus dem Live-Ticker unserer Mediengruppe, in dem das Comeback von Maurice Pluntke im Spiel beim KSV Hessen Kassel (4:0) angekündigt wurde, versehen mit einer geballten Faust.

In der Tat war die Punktspielpremiere im OFC-Trikot ein besonderer Moment in der Partie im gähnend leeren Kasseler Auestadion. In der 77. Minute kam der 27-Jährige für Florent Bojaj ins Team, agierte fortan als Sechser. Beim Stand von 4:0 sei das eine „dankbare Situation“ gewesen, sagte er lächelnd. „Es war natürlich sehr schön für mich, dass ich noch mal dabei sein kann nach der langen Leidenszeit“, räumte Pluntke ein, der im Sommer in seine Heimat am Niederrhein zurückkehren wird und beim Oberligisten 1. FC Bocholt künftig berufliche Karriere und Fußball verbinden will.

471 Tage lang hatte Pluntke, einst bei Borussia Mönchengladbach ausgebildet, auf diesen Moment warten müssen, wie er selbst in einer Instagram-Story veröffentlichte. Im Januar 2020 war er mit großen Hoffnungen vom insolventen Nordost-Regionalligisten Wacker Nordhausen verpflichtet worden, als Mentalitätsspieler, der der Defensive Halt geben sollte. Gleich nach drei Tagen verletzte er sich im Training schwer am Knie. Nach einer langen Rehaphase hatte er sich in der Sommervorbereitung herangekämpft, ehe der nächste „Kniefall“ und eine weitere Operation folgten. Seit zwei Monaten kämpft sich der Innenverteidiger wieder ans Team heran. „Es gab einige Rückschläge, das war klar“, sagte er mit Blick auf muskuläre Probleme: „Aber jetzt habe ich das Gefühl, über dem Berg zu sein.“

Die Freude teilen seine Teamkollegen, nicht nur Marco Fritscher. „Ich freue mich sehr für ihn, ich weiß selbst, was es bedeutet, nach einer langen Verletzung zurückzukommen“, sagt Offenbachs Mittelstürmer Mathias Fetsch, selbst schon „kniegeschädigt“. Pluntke selbst bedankte sich ausdrücklich bei Trainer Sreto Ristic für das Vertrauen. „Der Trainer gibt einem das Gefühl, dass jeder wichtig ist.“ Aber auch die Mannschaft habe ihm sehr geholfen.

Und so hofft der größte Pechvogel des OFC, dass seine Zeit in Offenbach in den letzten Wochen doch noch ein würdiges Ende findet. „Ich bin sicherlich noch nicht bei 100 Prozent, dafür fehlt mir die Spielpraxis“, betont er. Als weitere Alternative in der kraftraubenden Schlussphase des Titelrennens hält er sich aber in jedem Fall bereit.  jm

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