Interview mit André Hahn

„Ich habe schon alle gewarnt“

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André Hahn (links) bei einem Besuch auf dem Bieberer Berg. Neben ihm Fabian Bäcker.

Offenbach - Im Januar 2013 hat André Hahn die Offenbacher Kickers als Drittligaspieler verlassen. Als Nationalspieler kehrt er am Mittwoch mit Borussia Mönchengladbach zum DFB-Pokalspiel auf den Bieberer Berg zurück. Von Christian Düncher

Im Interview spricht der 24-Jährige André Hahn über die Bedeutung des Duells mit dem Ex-Klub, seine rasante Entwicklung und seine Ziele.

Andrè Hahn, erinnern Sie sich noch daran, welche Gedanken Ihnen nach der Auslosung mit dem Pokalgegner Kickers Offenbach durch den Kopf gingen? 
Selbstverständlich. Wir waren mit Mönchengladbach auf der Rückfahrt vom Pokalspiel in Frankfurt. Ich habe den ganzen Bus zusammengeschrien. Ich freue mich sehr über die Rückkehr nach Offenbach. Das Stadion wird ausverkauft sein. Das ist eine schöne Sache für die Jungs und den ganzen Verein.
Inwiefern ist der OFC das undankbarste Los, das Mönchengladbach erwischen konnte?
Ich weiß aus eigener Erfahrung, was bei Pokalspielen in Offenbach los ist. Wir haben damals mit dem OFC drei Gegner geschlagen, die zum Teil zwei Klassen über uns waren. Die Kickers-Spieler werden auch diesmal kämpfen ohne Ende. Offenbach ist keineswegs ein leichtes Los.

Drei Fragen an OFC-Ex-Profi André Hahn (Archiv)

Lässt man sich von der Atmosphäre in Offenbach beeindrucken, wenn man Europa League oder vor der „Gelben Wand“ in Dortmund gespielt hat?
Dortmund ist zahlenmäßig natürlich nochmal etwas anderes als Offenbach. Auf dem Bieberer Berg stehen die Fans aber auf der Gegengeraden. Das kennen die Jungs aus Mönchengladbach gar nicht. Wenn man da auf der Außenbahn spielt, bekommt man alles mit. Das wird auch für uns ein tolles Erlebnis sein. Ich freue mich jetzt schon auf die Stimmung im Stadion.
Was macht Ihnen mehr Sorgen: Die Atmosphäre oder der Zustand des Rasens?
Der Rasen kann in der Tat ein Faktor sein. Wir wollen den Ball und den Gegner laufen lassen. Das wird aber schwierig, wenn der Untergrund tief oder uneben ist. Ich kenne den Platz in Offenbach und weiß, dass er nicht überragend ist. Das spielt den Kickers eventuell etwas in die Karten. Aber darauf müssen wir uns einstellen.
Hat Ihr Trainer Lucien Favre sich schon bei Ihnen über den OFC erkundigt?
Nein, mit unserem Trainer habe ich gar nicht über Offenbach gesprochen, dafür aber mit einigen Mitspielern. Ich habe ihnen von der Stimmung in Offenbach erzählt und davor gewarnt, die Mannschaft zu unterschätzen.
Beim Pokalspiel bei Eintracht Frankfurt hatte Lucien Favre Sie erst in der 72. Minute eingewechselt. Haben Sie ihn bereits darum gebeten, in Offenbach von Anfang zu spielen? 
Nein, der Trainer wird seine Entscheidung treffen. Ich habe da als Spieler nicht viel zu sagen und will das auch gar nicht. Die Bundesliga ist unser Tagesgeschäft. Da bin ich froh, wenn ich dort auf meine Einsatzzeiten komme. Es ist aber keine Frage, dass ich gerne in Offenbach von Beginn an dabei sein würde. Da gilt aber: Abwarten.
Sie haben Ihre Freundin in Offenbach kennengelernt. Deren Familie besteht nur aus OFC-Fans. Hat das schon zu Problemen geführt? 
Ich hatte natürlich gleich alle angerufen. Die wirkten aber etwas niedergeschlagen, weil sie wissen, dass wir ganz klar Favorit sind. In deren Brust schlagen zwei Herzen. Sie hoffen, dass ich mich bei dem Spiel nicht verletze, werden aber alle zu den Kickers halten. Das kann ich verstehen und bin ihnen deshalb nicht böse, auch wenn ich schon den einen oder anderen Spruch zu hören bekam.

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