21-jähriger Zugang hat „Bock auf das Projekt in Offenbach“

Ikpide will mit Kickers hoch hinaus

+
„Er kann gut nach vorne verteidigen, was bei uns ein wichtiges Element werden soll“, sagt OFC-Trainer Daniel Steuernagel über seinen neuen Mittelfeldspieler Kevin Ikpide (rechts).

Offenbach - Er hatte zwei bekannte Lehrmeister und übte mit Hightech-Geräten. Beim OFC will der einstige Junioren-Nationalspieler Kevin Ikpide nun Verantwortung im Mittelfeld übernehmen – mit gerade mal 21 Jahren. Von Christian Düncher 

VfB Stuttgart, TSG 1899 Hoffenheim und nun Kickers Offenbach: Zumindest in geografischer Hinsicht ging es für Kevin Ikpide regelmäßig nach oben. Jetzt strebt er auch einen sportlichen Aufstieg an. „Die Verantwortlichen der Kickers haben mich mit ihrem Projekt überzeugt. Sie wollen hoch. Darauf hatte ich Bock“, antwortet der Mittelfeldspieler auf die Frage, was letztlich den Ausschlag für den Wechsel nach Offenbach gegeben hatte. Dabei war der in Stuttgart geborene Deutsch-Nigerianer bis vor ein paar Wochen noch davon ausgegangen, bei der TSG Hoffenheim zu bleiben, für die er in den vergangenen beiden Spielzeiten insgesamt 44-Mal in der Regionalliga Südwest zum Einsatz gekommen war.

Sein Vertrag bei den Kraichgauern wäre noch bis 2019 gelaufen. Doch dann kam das Interesse aus Offenbach. Er habe „gute Gespräche“ mit Sportdirektor Sead Mehic und Trainer Daniel Steuernagel gehabt, berichtet der 21-Jährige. Hoffenheim legte ihm keine Steine in den Weg. „Es rücken immer Spieler aus der U19 nach und die bekommen in der Regel zwei Jahre Zeit, sich zu beweisen. Für mich wäre es bereits das dritte Jahr geworden“, so Ikpide.

Mit Fußballspielen angefangen hatte er als Fünfjähriger beim TSV Weilheim. Im Alter von 14 Jahren wechselte er zum VfB Stuttgart, wurde dort deutscher U15- (4) und U16-Nationalspieler (3). Seine Trainer bei der Stuttgarter U17: in der ersten Saison Thomas Schneider (inzwischen Assistent von Bundestrainer Jogi Löw), unter dem er deutscher Meister wurde, in der zweiten Domenico Tedesco (Coach des FC Schalke 04): „Beide waren menschlich und fachlich top. Sie sind ihren Weg gegangen. Das spricht für sich.“

Bilder: OFC-Schützenfest im Testspiel

Zur Saison 2016/17 wechselte er nach Hoffenheim. „Ich wollte raus aus dem bekannten Umfeld, mal etwas Neues kennenlernen“, erklärt Ikpide. „Und Hoffenheim ist eine gute Adresse.“ Und eine, bei der mit modernster Technik gearbeitet wird. So sei der Footbonaut, ein 14 auf 14 Meter großer Hightech-Käfig, in dem man den Ball von Maschinen zugespielt bekommt und eines von 72 aufleuchtenden Feldern treffen muss, in Deutschland „fast einzigartig“, schwärmt der Zugang, der beim OFC allerdings auf solche Trainingsgeräte verzichten muss. „Ich hatte ohnehin nicht mit Hightech gerechnet, er geht auch ohne“, so Ikpide. Immerhin gibt es beim OFC die Trainingssteuerung via Pulsuhr.

Dass Ikpide nun zum ersten Mal in einem „Männer-Team“ spielt, wie Trainer Steuernagel betont, ist für den Neuen, der in Heilbronn BWL/Unternehmensführung studiert, kein Problem. „Auch beim OFC gibt es viele junge Spieler“, sagt Ikpide. Obwohl er mit 21 Jahren zu den jüngsten Akteuren im Kader zählt, will der Neuzugang Verantwortung übernehmen. „Das muss man auf meiner Position im Mittelfeld“, weiß er. Zudem soll Ikpide der Defensive Stabilität geben. „Ich bin ein guter Zweikämpfer und habe ein Gefühl dafür, wann ich in ein Duell gehen muss und wann ich verzögern muss. Mein Passspiel ist auch gut.“

Bilder: OFC gewinnt erstes Testspiel souverän

Und wo kann er sich noch verbessern? „Das soll am besten der Trainer beantworten“, sagt Ikpide mit einem Augenzwinkern. Steuernagel berichtet nur Positives: „Kevin ist jemand, der das Spiel gut lesen kann. Er kann gut erkennen, wann und wie man Konter einleitet. Und er kann gut nach vorne verteidigen, was bei uns ein wichtiges Element werden soll.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare