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Kickers Offenbach bangt vor Hessen-Duell gegen Kassel um Torjäger Fetsch

Gegen Kassel wohl nicht gemeinsam auf dem Platz: Weil Toptorjäger Mathias Fetsch (Zweiter von links) wegen einer Fußprellung vermutlich ausfällt, ist Florent Bojaj (Mitte) erster Anwärter auf die Rolle als Stoßstürmer.
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Gegen Kassel wohl nicht gemeinsam auf dem Platz: Weil Toptorjäger Mathias Fetsch (Zweiter von links) wegen einer Fußprellung vermutlich ausfällt, ist Florent Bojaj (Mitte) erster Anwärter auf die Rolle als Stoßstürmer.

Kickers Offenbach trifft nach der Pause in der Regionalliga Südwest auf Hessen Kassel. Der Einsatz von Fetsch ist noch fraglich.

Offenbach – Genug der Analyse, genug der Aufarbeitung des enttäuschenden Restarts in der Fußball-Regionalliga Südwest. Die Offenbacher Kickers, trotz der Nullnummer in Walldorf sogar um einen Platz auf Rang vier nach oben geklettert, sind bereit für ein Hessenderby unter besonderen Corona-Vorzeichen. Einen Tag vor dem harten Lockdown erwartet der OFC den Aufsteiger KSV Hessen Kassel am Bieberer Berg. Wo sich normal mehr als 6000 Zuschauer eingefunden hätten, herrscht heute Abend wieder einmal gespenstische Leere auf den Rängen.

OFC: Freude über Fortsetzung der Saison ist groß

Spieler und Trainer akzeptieren die Auflagen natürlich, die Freude, weiterhin spielen zu können, ist groß. Und das Motto für heute Abend (19 Uhr) hat Angelo Barletta längst auserkoren. „Wir wollen eine Reaktion zeigen“, sagt der OFC-Coach. „Ich will eine Mannschaft sehen, die einen klaren Plan hat - aber als Kollektiv.“ Eben jene Grundeinstellung hatte er in Walldorf zuweilen vermisst. Und daher ist seine Forderung an seine Spieler auch unmissverständlich zu interpretieren. „Wir wollen ein komplett anderes Gesicht zeigen - und ich bin auch guter Dinge, dass das klappt“, meint Barletta. Seinen Optimismus bezieht er auch aus der gemeinsamen Aufarbeitung des Restarts. „Alle waren sehr selbstkritisch, keiner hat die Schuld beim anderen gesucht.“ Auch solche Erkenntnisse sind für Barletta im Bestreben, das Team zu formen, eine wichtige Erkenntnis.

Die Studienresultate über den heutigen Gegner lassen erahnen, dass großer Respekt vorhanden ist. „Das ist ein komplett anderer Gegner als Walldorf“, warnt der Kickers-Trainer: „Kassel hat eine erfahrene Mannschaft, die sehr lange zusammenspielt, einen Trainer, der schon lange im Verein ist. Sie haben alles miterlebt: Abstieg, Aufstieg. Sie identifizieren sich komplett mit dem Verein.“

Auf eine solche Identifikationsfigur in seinem Team wird Barletta heute Abend allerdings wohl verzichten müssen. Mathias Fetsch (32), mit acht Toren bester Schütze des OFC, hatte in Walldorf einen Schlag auf den Fuß bekommen und konnte bis gestern nicht richtig auftreten. Sollte er ausfallen, könnten die Kickers in einer taktisch veränderten Aufstellung antreten, mit einem Stoßstürmer (wohl Florent Bojaj) und einem Fünfer-Mittelfeld, in dem Marcell Sobotta und Davud Tuma die Außenbahnen bespielen und Serkan Firat den Freigeist in der offensiven Mittelfeldzentrale gibt.

OFC: Keine große Rotation

Die große Rotation wird Barletta dagegen nicht anwerfen. „Wenn wir jetzt die dritte Englische Woche in Folge hätten, würde ich darüber nachdenken, aber so wird es höchstens eins, zwei Veränderungen geben.“ Genügend Optionen hätte der Kickers-Coach, das Lazarett lichtet sich immer mehr. Zuletzt wirkte auch Jakob Lemmer wieder - noch etwas vorsichtig - im Mannschaftstraining mit. Und in Abu Bakarr Kargbo hat sich ein lange verletzter Hoffnungsträger im Angriff zurückgemeldet. Der Zugang vom Berliner AK war nach kuriertem Kreuzbandriss zuletzt zwei Tage im Training dabei - und soll ab Januar wieder richtig einsteigen.

Schon heute eine Alternative ist Davud Tuma. Der Linksfuß, in Walldorf zur Pause für Firat ins Spiel gekommen, ist bereit für das Derby. „Mir ist eigentlich egal, auf welcher Position ich spiele, wichtig ist es, Gas zu geben und zu versuchen, Akzente zu setzen.“ Genau das erwartet auch sein Trainer heute Abend. Von Jörg Moll

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