REGIONALLIGA Starke Reaktion beim 5:1 gegen Kassel / Soriano trifft doppelt

OFC im Stile einer Spitzenmannschaft

Torpremiere im OFC-Trikot: Elia Soriano (Mitte) erzielt das frühe 1:0 für die Kickers. Mit einem verwandelten Elfmeter legte er später nach.
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Torpremiere im OFC-Trikot: Elia Soriano (Mitte) erzielt das frühe 1:0 für die Kickers. Mit einem verwandelten Elfmeter legte er später nach.

Offenbach – Trainer Angelo Barletta hatte eine Reaktion gefordert und sein Team hat eine Reaktion gezeigt. Eine gewaltige sogar. Vier Tage nach der enttäuschenden Vorstellung beim Restart in Walldorf (0:0) präsentierten sich die Offenbacher Kickers im Hessenderby der Fußball-Regionalliga Südwest gegen den KSV Hessen Kassel über weite Strecken im Stile einer Spitzenmannschaft und setzten sich gegen den Aufsteiger souverän mit 5:1 (3:1) durch. Mit dem siebten Sieg im 13. Spiel kletterte der OFC vor-erst auf Platz drei.

„Wir sind keine Lichtschalter, die man an- und ausmachen kann. Heute bin ich aber mehr als zufrieden. Die Mannschaft hat es hervorragend umgesetzt“, freute sich Barletta über die „schöne Reaktion“.

Die Kickers mussten auf Torjäger Mathias Fetsch (acht Treffer) verzichten, der sich in Walldorf eine Fußprellung zugezogen hatte, daher zunächst geschont wurde und nur auf der Bank saß. Dafür spielte Elia Soriano und kam somit zu seinem Startelf-Debüt. Sieben Minuten waren gespielt, da ließ der ehemalige Zweitliga-Profi seine nächste Premiere folgen.

Nach einem Angriff des OFC über die auffällige linke Seite setzte Tim Dierßen kurz vor dem Strafraum nach, traf den Ball und danach seinen Gegenspieler. Schiedsrichter Justin Joel Hasmann (Wiebelskirchen) ließ weiterspielen. Serkan Firat passte per Hacke zu Soriano, der Kassels Schlussmann Maximilian Zunker aus zehn Metern keine Chance ließ – 1:0. Es war im sechsten Saisonspiel der erste Treffer für den 31-Jährigen.

Und die Kickers legten kurz darauf nach. Der starke Florent Bojaj setzte im Strafraum geschickt seinen Körper ein und passte fast von der Grundlinie scharf nach innen, wo Tunay Deniz am langen Pfosten nur noch den Fuß hinhalten musste – 2:0 (12.). Kassel tauchte erst nach 20 Minuten das erste Mal gefährlich vor dem OFC-Tor auf. Mahir Saglik stand bei seinem Pfostentreffer aber im Abseits. Mehr ließ die aufmerksame Kickers-Abwehr zunächst nicht zu. Und vorne sorgte weiterhin Soriano für Gefahr. Nach einem Steilpass klärte ein Verteidiger vor dem OFC-Stürmer, sorgte dadurch aber für Gefahr. Der Ball kullerte in Richtung Tor, wo ihn ein Kasseler gerade noch von der Linie kratzte (25.). Kurz darauf war es aber soweit. Ingmar Merle foulte Marcell Sobotta. Den fälligen Elfmeter verwandelte Soriano souverän zum 3:0 (27.).

Mit der komfortablen Führung im Rücken ließen es die Kickers etwas lockerer angehen. Das rächte sich kurz vor der Pause: Nach einem Foul an Saglik zirkelte der ebenfalls Bundesliga-erprobte Alban Meha den Freistoß aus rund 25 Metern unhaltbar zum 1:3 in den Winkel (43.). „Gegen Ende der ersten Hälfte haben wir leider einen Gang zurückgeschaltet“, gab Barletta zu. Für seinen Kasseler Kollegen Tobias Damm war das Tor hingegen nur ein schwacher Trost. „Für die erste Hälfte muss ich mich entschuldigen“, sagte er.

In der zweiten Hälfte störte Kassel extrem früh, wollte so den Anschlusstreffer erzwingen. Der OFC befreite sich zwar immer wieder geschickt, spielte die Konter jedoch nicht gut aus. So dauerte es bis zur 72. Minute, ehe durch das 4:1 wieder mehr Ruhe ins Spiel kam. Der erst wenige Sekunden zuvor eingewechselte Fetsch schloss aus kurzer Entfernung ab (72.).

„Eine Zwei-Tore-Führung ist immer ekelhaft, weil der Gegner bei einem Treffer extremen Auftrieb bekommt. Daher war die Erleichterung nach unserem vierten Tor groß, dadurch war das Spiel entschieden“, sagte Barletta. Kurz darauf sogar das 5:1: Firat flankte aus dem Halbfeld butterweich auf Deniz, der ungehindert per Direktabnahme vollstreckte (78.). Für den Mittelfeldspieler war es Saisontreffer Nummer vier. Der Frust saß nun tief bei Kassel. Jon Mogge grätschte den permanent die linke Außenbahn hoch und runter flitzenden Ronny Marco im Mittelfeld um, Hasmann zückte direkt Rot (80.). In Überzahl hätte Fritscher fast noch das 6:1 erzielt, scheiterte aber nach einer Deniz-Flanke an Zunker, der den Ball noch um den Pfosten lenkte (83.).

Nach dem Schlusspfiff zelebrierte die Mannschaft wieder die Uffta im Kreis – mit Soriano als Anheizer im Zentrum. „Nach dem Doppelpack war klar, dass ich in die Mitte musste. Ich bin aber ein Spaßvogel und mache das gerne“, sagte der Mann des Spiels. „Fetschi war nicht bei 100 Prozent. Und ich wollte Eli mal 60, 70 Minuten am Stück geben, zumal er immer besser in Schuss kommt“, erklärte Barletta. „Der Plan ging perfekt auf. Er hat zwei Tore erzielt und Fetschi eins.“

Von Christian Düncher

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