Dierßen verletzt

OFC verspielt klare Führung: Ristic dennoch optimistisch

Starker 45-Minuten-Auftritt: Offenbachs Torjäger Mathias Fetsch (Mitte), sorgte gegen Großaspach mit drei Treffern für die 3:0-Führung zur Pause.
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Starker 45-Minuten-Auftritt: Offenbachs Torjäger Mathias Fetsch (Mitte) sorgte gegen Großaspach mit drei Treffern für die 3:0-Führung zur Pause.

Die Generalprobe für die Saisonfortsetzung am Samstag bei Eintracht Stadtallendorf ist Kickers Offenbach nicht ganz gelungen. Das 3:3 gegen die SG Sonnenhof Großaspach nahm Sreto Ristic dennoch äußerlich gelassen hin.

Offenbach – Der neue Coach des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach hatte zwei völlig unterschiedliche Hälften seiner Mannschaft gesehen, was er mit einem nahezu kompletten Wechsel der Mannschaft in der Pause aber auch provoziert hatte.

„Dafür sind Testspiele da“, sagte der Nachfolger von Angelo Barletta, der sein neues Team am Samstag erstmals trainiert hatte und gleich die erste personelle Hiobsbotschaft verkraften musste. Tim Dierßen verletzte sich ohne Fremdeinwirkung am Sprunggelenk. Der Mittelfeldspieler fehlte gestern ebenso gegen Großaspach wie Elia Soriano (Wadenprobleme). Nur in zivil als Zuschauer dabei war Luigi Campagna, der wie auch Leonidas Tiliudis ein Kandidat für einen Winterwechsel ist.

45 Minuten lang sah alles nach einem perfekten Einstand für Ristic und seinen Co-Trainer Marijan Kovacevic aus, die der Klub heute offiziell vorstellt. Der neue Trainer des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach hatte im Test bei nasskalter Witterung am Wiener Ring gegen den Ligarivalen SG Sonnenhof Großaspach seine designierte Stammformation aufgeboten, zu der auch Winterzugang Charles Elie Laprevotte (zuletzt 1. FC Magdeburg) als laufstarker Sechser gehörte. Und die erste Elf spielte phasenweise wie aus einem Guss, agierte variabel, war ballsicher und kombinierte auf dem Kunstrasen am Wiener Ring flott über die Flügel Die Außenverteidiger Ronny Marcos (links) und Marco Fritscher (rechts) waren an allen drei Treffern entscheidend beteiligt. Der Lohn: Zur Pause lag der OFC hochverdient mit 3:0 durch Mathias Fetschs Dreierpack (11., 22. 27.) vorne. Sobotta (8.) und Fetsch (10.) vergaben weitere Großchancen. Ristic zeigte sich entsprechend zufrieden mit dem Gesehenen. „Wir wollen unseren Ballbesitzfußball spielen mit mehr Kontrolle“, erklärte er.

Nach dem Wechsel geriet die Angriffsmaschinerie nach zehn Wechseln bei den Kickers mächtig ins Stocken. Abspielfehler und Missverständnisse häuften sich, die Gäste nutzten dies und profitierten auch von einem unglücklichen Auftritt von Flauder-Vertreter Felix Ferahyan, der bei zwei Gegentoren nicht gut aussah. Dominik Draband, vergangene Saison noch Stammtorwart, sah am Spielfeldrand zu. Weil Ferahyan die U23-Regel erfüllt, bleiben Drabands Chancen, wenigstens die Nummer zwei zu sein, bescheiden.

Ristic, der in der zweiten Hälfte auch dem lange verletzten Innenverteidiger Maurice Pluntke zum ersten Einsatz seit einem Jahr verhalf, äußerte sich nach den ersten zwei Arbeitstagen sehr positiv über seine Aufgabe. „Ich habe eine intakte Mannschaft mit viel Qualität und einer guten Mischung vorgefunden“, lobt er: „Die Jungs sind sehr willig, Dinge anzunehmen. Und ich habe eine Riesenlust auf diese Aufgabe.“ Der 44-Jährige tritt in Offenbach seine erste Stelle als Chefcoach an und spürt bereits nach zwei Tagen die Veränderungen, die der neue Job mit sich bringt. „So ein Verein hat eine Riesenwucht und gehört natürlich nicht in die Regionalliga“, sagt der frühere Profi (47 Bundesliga-, 85 Zweitligaspiele für VfB Stuttgart und Union Berlin). Zuletzt arbeitete Ristic als Co-Trainer und Scout beim Nordost-Regionalligisten Chemnitzer FC. Dort lernte ihn der heutige OFC-Spordirektor Thomas Sobotzik kennen und schätzen. Eineinviertel Jahre später kreuzen sich die Wege nun in Offenbach wieder. Viel Zeit bleibt Ristic nicht zur Eingewöhnung. Am kommenden Samstag steht das erste von mindestens 27 Pflichtspielen bis Juni an. Und was von ihm erwartet wird, ist auch klar. Nach zuletzt zwei Niederlagen zählt für den Tabellenvierten (26 Punkte) beim Schlusslicht (7) nur ein Sieg.

Kickers Offenbach, 1. Halbzeit: Flauder - Fritscher, Zieleniecki, Karbstein, Marcos - Sobotta, Laprevotte, Huseinbasic, Bojaj, Firat - Fetsch

Kickers Offenbach, 2. Halbzeit: Ferahyan - Calabrese, Albrecht, Pluntke, Garic - Lemmer, Vetter, Deniz, Huseinbasic, Tuma - Reinhard

Tore: 1:0, 2:0, 3:0 Fetsch (11., 22., 27.), 3:1 Widemann (47.), 3:2 Cuni (60.), 3:3 Widemann (88.)

Von Jörg Moll

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