Kickers-Neuzugang Alexander Sebald will von Endres lernen

Mit 16 Jahren schon in der Regionalliga

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Offenbach - Er bildet das Kontrastprogramm zu Daniel Endres: Während die Nummer eins im Tor mit 30 Jahren der älteste Spieler im Kader der Offenbacher Kickers ist, ist sein Vertreter Alexander Sebald mit 18 Jahren der jüngste Profi. Von Christian Düncher 

Aber trotz seiner erst 18 Jahre hat Alexander Sebald in seiner Fußballerkarriere schon einiges erlebt. Mit der U17 und der U19 der Spvgg Greuther Fürth spielte Sebald vier Jahre in der Junioren-Bundesliga. Zudem kam er für die U23 der Franken bereits 13 Mal in der Regionalliga Bayern zum Einsatz – das erste Mal im Alter von 16 Jahren und elf Monaten. „Ich bin damit vermutlich der jüngste Debütant in der Regionalliga“, sagt Sebald. Auch bei den Fürther Profis trainierte er mit. Weil deren Torwarttrainer aber einem anderen jungen Schlussmann mehr Talent bescheinigte, sah Sebald beim „Kleeblatt“ keine Perspektive mehr. „Ich hätte eventuell bei der U23 bleiben können, obwohl mein Vertrag auslief. Aber nach neun Jahren Fürth wollte ich mal etwas Neues sehen“, begründet der 1,86 Meter große Torwart seinen Wechsel.

Dass er sich beim OFC zunächst mit der Rolle als Nummer zwei begnügen muss, ist ihm bewusst. „Spielpraxis ist wichtig, aber nicht alleine entscheidend. Ich kann mir bei Daniel Endres viele Sachen abschauen. Er ist einer der besten Torhüter der Regionalliga.“ Der Schlussmann kommt mit der Empfehlung von nur 14 Gegentoren in 13 Regionalligaspielen zum OFC. Zudem spielte er Bayern-Auswahl. Die Berufung ins U17-Nationalteam verhinderte eine Verletzung. Im Winter 2014 gab es erstmals Kontakt zu den Offenbacher Kickers, die Sebald später unter anderem beim 0:0 der Fürther Reserve gegen Bayern München II unter die Lupe nahmen. Nach dem Scheitern des OFC in den Aufstiegsspielen wurde der Kontakt intensiviert, am 12. Juni unterschrieb Sebald einen Vertrag bis 2017.

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Mit dem Wechsel zu den Kickers verlässt Sebald erstmals seine fränkische Heimat. Aufgewachsen ist er auf einem Bauernhof in Türkelstein, ein Dorf mit 50 Einwohnern. Seine Großeltern bewirtschaften dort noch einen Bauernhof. Sebalds erste Station als Fußballer war der benachbarte SV Gößweinstein. Durch ein Sichtungstraining kam er nach Fürth, wo er auch in den vergangenen zwei Jahren wohnte. „Das war quasi vor der Haustür. Jetzt komplett von zu Hause wegzuziehen, ist eine andere Sache. Ich denke, dass der Schritt aber auch für meine persönliche Entwicklung gut ist“, meint das Torwart-Talent. Bereut hat er die Entscheidung nicht. Daran änderten weder die Unruhen in der Führungsetage des OFC etwas, noch die sechs Gegentore, die er bei der 0:8-Testspiel-Pleite gegen Kaiserslautern in der zweiten Hälfte kassierte. „Sechs Mal musste ich noch nie hinter mich greifen“, gibt Sebald zu. „Im ersten Moment war ich verärgert. Aber da hilft nur Abheften und Weitermachen.“

Seine bisherigen Eindrücke von den Offenbacher Kickers waren „überragend“. Dass 500 Kickers-Anhänger zum Trainingsauftakt oder zu den Testspielen kommen, ist er nicht gewohnt: „In Fürth interessiert sich niemand für die zweite Mannschaft.“ Seine bisherigen Karriere-Höhepunkte waren Spiele vor 1000 Zuschauern in der Regionalliga Bayern. „Beim OFC habe ich in der Vorbereitung bereits ein Gefühl bekommen, was mich in der Saison erwartet. Das ist der Wahnsinn.“

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