Sehnenreizung bremst ihn aus

Jake Hirsts Weg als Ansporn für Zugang Moritz Reinhard

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Spielübungen mit Ball fallen derzeit aus für Moritz Reinhard (rechts). Der Winterzugang des OFC, hier im Duell mit Julian Scheffler, trainiert wegen seiner Knieprobleme nur individuell.

Offenbach – Motivation und Vorfreude sind riesig bei Moritz Reinhard. Doch der 23-Jährige, im Winter aus der Gruppenliga Fulda zum Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach gekommen, muss derzeit seinen Elan zügeln. Von Jörg Moll

Wegen einer hartnäckigen Sehnenreizung im Knie hat der Angreifer die Testspiele gegen Siegen (0:2) und Buchonia Flieden (1:1) verpasst. Auch der Vergleich heute Abend (19 Uhr) mit Bayern Alzenau kommt zu früh. Er trainiert auch in dieser Woche nur individuell.
„Eine Vorsichtsmaßnahme“, wie Sportdirektor Sead Mehic betont: „Wir wollen kein Risiko eingehen.“ Verständlich, der Sprung von der siebten in die vierte Liga ist enorm, wie Reinhard bestätigt. „Die Unterschiede in der Intensität sind riesig“, hat der Sportökonom schnell festgestellt: „In Offenbach habe ich in der Vorbereitung zwei Einheiten am Tag, bei meinem alten Klub waren es vier bis fünf in der Woche“, erklärt der Stürmer, der seit seinem dritten Lebensjahr immer für seinen Heimatverein auflief.

Die SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach schoss Reinhard in dieser Saison auf Rang zwei der Gruppenliga Fulda - mit 20 Toren in 19 Spielen. Mehr Treffer haben in dieser Liga nur zwei frühere Offenbacher erzielt: Lukas Ehlert (24) und Daniele Fiorentino (21/beide SG Bad Soden).

Schon in der Saison zuvor hatte der „laufstarke, geradlinige Stürmer“ (OFC-Coach Daniel Steuernagel) mit seiner Abschlussstärke auf sich aufmerksam gemacht. Als dann Kickers-Assistenztrainer Max Lesser, gegen den er früher selbst spielte, den Kontakt suchte und Reinhard im Herbst 2018 zum Probetraining nach Offenbach einlud, musste er nicht lange überlegen. „Es gab schon mal Anfragen von Verbands- oder Hessenligisten, aber ich hätte mir nicht träumen lassen, so eine Chance zu bekommen“, sagte er: „Dass die Kickers anfragen, hätte ich nie gedacht. Umso schöner, dass ich mich hier nun beweisen darf.“ Der Vertrag gilt zunächst einmal bis Sommer, darin enthalten ist eine Verlängerungsoption für ein weiteres Jahr.

Reinhards Vorbild wird im besten Fall der künftige Partner im OFC-Angriff sein. Jake Hirst hatte vor der Saison den Sprung vom achtklassigen Kreisoberligisten TSV Bad Nauheim geschafft, ist mit acht Treffern zweitbester Schütze der Kickers hinter Serkan Firat (11). Der Offenbacher Überflieger der Hinrunde hat schon die ersten Tipps gegeben. „Sein Weg ist ein Ansporn für mich“, sagt Reinhard. Hirsts atemberaubender Aufstieg hat ihm zweierlei gezeigt: Zum einen, dass OFC-Trainer Daniel Steuernagel bereit ist, auch Spielern aus unteren Ligen eine Chance zu geben. „Aber auch, dass es möglich ist, sich schnell zu akklimatisieren und weiterzuentwickeln.“

OFC: Unentschieden im Testspiel

Die ersten Tage beim neuen Verein bestärken Reinhard. Trotz der Knieprobleme, die er, um den gefrorenen Wald- und Wiesenwegen in der Rhöner Heimat auszuweichen, auf zu viele Läufe auf Asphalt in der Winterpause zurückführt. „Ich bin super aufgenommen worden, die Betreuung, auch durch Physiotherapeuten und das Trainerteam, ist top“, lobt er. Die Bedingungen beim Tabellenvierten der Regionalliga sind also bestens. Auch die eigene Situation erlaubt ihm, die Herausforderung Profifußball sorgenfrei anzugehen. Nachdem er seinen Bachelor-Abschluss in Sportökonomie in Bayreuth in der Tasche hat, muss das Masters-Studium warten. „Ich will mich bis Sommer nur auf Fußball konzentrieren“, sagt Reinhard, der weiterhin in seiner Heimatgemeinde Elters wohnen wird. Eine Stunde einfache Fahrzeit muss er einplanen. Kein Problem für Reinhard - denn die Motivation und Vorfreude auf das Abenteuer OFC sind riesengroß. „Ich war schon einige Male im Stadion“, sagt er: „Aber jetzt bald selbst am Bieberer Berg aufzulaufen, wird etwas Besonderes werden.“

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