Cappek trifft, Pintol fliegt

OFC kämpft sich nach vorne

Offenbach - Die Generalprobe für das Topspiel beim Spitzenreiter SV Elversberg ist gelungen: Mit dem 1:0 (0:0)-Erfolg gegen Astoria Walldorf verbuchten die Offenbacher Kickers im zweiten Heimspiel der Saison den zweiten Zu-null-Sieg in der Regionalliga Südwest. Von Christian Düncher

Der OFC kann zu Hause also doch gegen Aufsteiger gewinnen. Nachdem man vergangene Saison aus den drei Heimspielen gegen Neulinge nur einen Punkt geholt hatte, gab es nun einen verdienten Sieg gegen Walldorf, wobei sich der schlechte Zustand des Spielfeldes wie bereits beim Pokalerfolg gegen Ingolstadt erneut als Vorteil für die Kickers erwies. „Das Tor fiel mit Hilfe des Platzes“, gab OFC-Trainer Rico Schmitt zu. „Aber das Ergebnis geht in Ordnung, zumal die Jungs am Ende in Unterzahl mit ihrer Aufgabe gewachsen sind.“

Walldorf ist für Schmitt „der stärkste Aufsteiger“ und zeigte dies auch vor allem in der Anfangsphase. „Da haben wir ein paar Mal gesehen, wohin die Reise hätte gehen können.“ Zumal die Aufgabe für sein Team aufgrund diverser Ausfälle nicht leicht war. Immerhin hatte sich die Personalsituation in der Defensive kurzfristig etwas entspannt. Der am Samstag beim 3:1-Sieg in Freiburg wegen einer Oberschenkelprellung ausgewechselte Innenverteidiger Giuliano Modica meldete sich ebenso rechtzeitig zurück wie der grippegeschwächte Sascha Korb, der für Stefano Maier (Adduktorenprobleme) den Part hinten links übernahm. Der erst am Montag verpflichtete Defensiv-Allrounder Maik Vetter (22, zuletzt SV Wehen Wiesbaden) kam in der Schlussphase nach nur zwei gemeinsamen Trainingseinheiten gleich zu seinem ersten Einsatz.

OFC-Zeugnis gegen Walldorf

Das OFC-Zeugnis gegen Walldorf

Lesen Sie auch:

Cappek schiebt zum Sieg ein

Jan Biggel und Benjamin Pintol rückten drei Tage nach dem Freiburg-Spiel für Gallus und Maier in die Startelf und waren an fast allen gefährlichen Offensiv-Aktionen des OFC in der ersten Hälfte beteiligt. Die erste Chance hatten allerdings die Gäste durch Marcel Carl, der in der zweite Minuten nach einem Ballverlust von Klaus Gjasula nur knapp vorbeizielte. Es sollte allerdings die einzige Möglichkeit des Aufsteigers für lange Zeit bleiben. Die Kickers bestimmten die Partie, ohne jedoch zunächst ganz klare Einschussmöglichkeiten zu haben. „Wir konnten unser Offensivspiel nicht so aufziehen wie im letzten Heimspiel gegen Neckarelz“, sagte Schmitt. „Uns hat teilweise die Präzision gefehlt.“ In der 29. Minute machte es Biggel dann zu präzise: Der Ball sprang nach seinem Freistoß an die Unterkante der Latte und von dort ins Feld. Wenig später verhinderte Walldorfs starker Torwart Rick Wulle gegen Matthias Schwarz die Offenbacher Führung, die zu diesem Zeitpunkt längst verdient gewesen wäre.

Bilder vom Spiel gegen Walldorf

Cappek trifft, Pintol fliegt, Präsident wird nass

In der zweiten Hälfte machte der OFC noch mehr Druck und hatte drei gute Offensiv-Aktionen durch Müller (46.), Pintol (50.) und Modica, dessen Kopfball auf der Linie geklärt wurde (63.). „Das war unsere beste Phase“, so Schmitt. Folgerichtig fiel dann auch die Führung, als der eingewechselte Gallus von rechts flankte, Walldorfs Nyenty in der Mitte über den Ball trat und Cappek abstaubte (68.).

Dass der OFC danach nochmal in Verlegenheit geriet, lag an der Unbeherrschtheit von Benjamin Pintol. Nach einem Zweikampf im Walldorfer Strafraum trat er mit dem Fuß aus und sah zu Recht Rot. „Das war blöd von mir“, gab er zu. Schmitt sprach ebenfalls von einer Dummheit, die sein Team „in ärgste Nöte gebracht“ habe. „Danach hieß es, alle Mann nach hinten“, sagte Torschütze Christian Cappek. Die Kickers brachten den Sieg dank ihrer stabilen Defensive über die Zeit und sind vor dem Spiel am Samstag beim Spitzenreiter SV Elversberg bereits auf Platz fünf vorgerückt. „Das wird für uns ein Test“, sagte Cappek. „Da können wir sehen, ob wir ganz oben mithalten können.“

Rubriklistenbild: © Hübner

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare