7000 Tickets für das Spiel Würzburger Kickers gegen Bremen verkauft

DFB-Pokalspiel: Nur Kameras auf Stehtribüne

+
Eine leere Waldemar-Tribüne gab es in Offenbach schon einmal. Nach Ausschreitungen der OFC-Fans hatte der DFB im August 2015 im ersten Heimspiel gegen den FC Homburg die Stehtribüne komplett gesperrt. Auch am Samstag beim DFB-Pokalspiel zwischen den Würzburger Kickers und Werder Bremen dürfen Zuschauer nur auf die drei anderen Tribünen.  

Offenbach - Auszug, Umzug, Einzug. Seit Dienstag wird im Sparda-Bank-Hessen-Stadion in Offenbach alles für das große DFB-Pokalspiel vorbereitet. Die Kickers, unter Flutlicht, Samstag, 20.45 Uhr, gegen Werder Bremen. Von Jochen Koch 

Aber leider spielen nicht die richtigen Kickers (die aus Offenbach), sondern die aus Würzburg. Weil Anwohner, Stadt und DFB in Würzburg etwas gegen ein Heimspiel des Drittligisten im eigenen Stadion am Dallenberg haben, müssen die Kickers umziehen. Die fränkischen Nachbarn wie Schweinfurt, Fürth und Nürnberg wollten die Würzburger nicht aufnehmen, also ab nach Hessen.

Für die 100 Kilometer über die stauverseuchte Autobahn A3 haben die Würzburger zahlreiche Fanbusse gechartert und bieten die Fahrt für fünf Euro an. Ein Sonderzug ist nicht möglich, weil es bei einer Verlängerung zu spät für die Rückfahrt werden könnte.

In Würzburg wäre das Pokalspiel mit 10.000 Zuschauern ausverkauft gewesen, zumal die Kickers ihr 50-Jahre-Stadion-Jubiläum mit dem Pokalspiel verbinden wollten. Bis gestern waren in Offenbach etwas mehr als 7000 Tickets verkauft. 9000 bis 10.000 Zuschauer dürften es am Samstag werden.

Und die erwartet ein bizarres Ambiente im Stadion. Denn die komplette Gegengerade mit 8500 Stehplätzen wird leer sein. Weil das Spiel nicht ausverkauft sein wird, wollte man mit gut gefüllten Hintertor-Tribünen für bessere Stimmung sorgen. Außerdem gab es von Seiten der OFC-Fans den Wunsch, keine anderen Fangrupperungen auf „ihre“ Waldemar-Klein-Tribüne zu lassen, zumal dort seit Wochen ein großes Wandgemälde mit sehr viel Aufwand erstellt wird. Da wurde natürlich befürchtet, dass auswärtige Fans dort ihre Spuren hinterlassen könnten. Die Bremer werden jetzt auf der „normalen“ Gästetribüne untergebracht, die Würzburger Fans auf der gegenüberliegenden Henninger-Tribüne.

Ganz leer wird die Stehtribüne am Samstag dennoch nicht sein. Die Fernsehkameras und die Kommentatoren werden von der Haupttribüne auf die Stehtribüne umziehen, nach oben in Block 2. Bei Sky hat man sich gedacht, eine komplett leere riesige Gegengerade würde im TV-Bild etwas doof aussehen, deshalb hat man sich für den Wechsel mit Kamerablick auf die (wahrscheinlich) volle Haupttribüne entscheiden.

Top20: Motivationssprüche der OFC-Fans zur neuen Saison

Die vom DFB teuer verkauften Werbebanden müssen nun so platziert werden, dass sie gut im TV-Bild zu sehen sind. Dafür müssen die Trainer und Ersatzspieler Platz machen – und von den fest installierten Trainerbänken in neue „Häuschen“ vor der leeren Waldemar-Klein-Tribüne umziehen.

Seit Dienstag laufen die Umbaumaßnahmen. Am Freitag, vor der Abfahrt zum Auswärtsspiel am Samstag in Ulm, werden dann die Kickers ihre Kabine im Stadion räumen. In die Heimkabine ziehen die Würzburger ein.

Weiter oben auf der Haupttribüne haben die Würzburger auch die eine oder andere Loge gemietet. Die VIP-Tickets verkaufen die Würzburger Kickers beim Pokalspiel billiger (100 Euro), als die Offenbacher Kickers beim Regionalligaspiel (115 Euro).

Bei Organisation und Durchführung sind neben der Stadion-Betreiber-Gesellschaft Bieberer Berg (SBB) alle üblichen Partner und Servicedienstleiter, vom Sicherheitsdienst bis zum Kellner im VIP-Raum, von OFC-Heimspielen eingebunden. Bei soviel Aufwand wird natürlich auch etwas verdient. Am Ende dürfte für die SBB, ähnlich wie bei Länderspielen, eine Summe von etwa 30.000 Euro auf dem Konto landen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare