Kickers in der Krise

Kampf gegen die mentale Blockade

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Enttäuschung auf der OFC-Bank nach dem 1:3 gegen Stuttgart (von links): Nicolas Feldhahn, Marcel Avdic, Stefan Vogler, Mathias Fetsch, Stefano Maier, Matthias Schwarz, Nino Berndroth.

Offenbach - Jetzt ist Eile geboten bei Kickers Offenbach: „Wir müssen schleunigst daran arbeiten, dass es besser wird“, hatte  Julius Reinhardt unmittelbar nach der 1:3-Heimpleite gegen den VfB Stuttgart II, der zweiten Niederlage im zweiten Saisonspiel, gefordert. Von Christian Düncher

Und auch Kapitän Markus Husterer sieht die dringende Notwendigkeit, dass die Mannschaft nun „schnell in die Spur kommen“ muss. Klingt nach Sonderschichten im Training. .

In der Tat werden die Kickers das Pensum diese Woche erhöhen, allerdings nur geringfügig. „Das hätte der Trainer aber auch ohne die Niederlage gegen Stuttgart gemacht, weil wir diese Woche das einzige Sonntagsspiel bestreiten“, sagt Sportkoordinator Ramon Berndroth. So stehen in den kommenden Tagen je zwei Einheiten auf dem Programm. Dazu zählt auch das heutige Testspiel bei Verbandsliga-Neuling TGS Jügesheim (19 Uhr, Stadion am Weichsee), das allerdings bereits vor einiger Zeit vereinbart worden sei, wie Berndroth betont. „Es ging nur noch darum, einen Termin zu finden.“ Gestern hatte die Mannschaft wie gewohnt frei – trotz der erschreckend schwachen Leistung gegen Stuttgart. Der Sportkoordinator verteidigte diese Entscheidung des Trainers. „Den freien Tag nach schlechten Spielen zu streichen, ist oft Aktionismus. Um die mentale Frische wieder zu bekommen, ist es gut, wenn man auch mal ein bisschen abschalten kann.“

Die Spieler in der Einzelbewertung

Das OFC-Zeugnis gegen den VfB Stuttgart II

Ohnehin scheint die Kickers-Mannschaft derzeit am ehesten ein mentales Problem zu haben. Die Spieler seien gegen Stuttgart „mit dem Kopf nicht dabei“ gewesen, hat Trainer Arie van Lent erkannt. Husterer sprach von fehlender Lockerheit, weil sich derzeit jeder zu viele Gedanken mache. Und Reinhardt vermutete, dass manche Kollegen mit Druck nicht so gut umgehen können. Berndroth sieht es ähnlich: „Es ist keine körperliche, sondern eine Kopfsache“, meint der Sportkoordinator. „Die Mannschaft will zu schnell zu viel.“

Das habe man auch nach dem 0:1-Rückstand gegen Stuttgart gesehen. „Da war das Spiel noch lange nicht verloren, da muss man die Ruhe bewahren“, sagt Berndroth. Einer, der für Ruhe sorgen könnte, ist Routinier Sead Mehic. Der 37 Jahre alte Mittelfeldspieler fehlte in den ersten beiden Partien allerdings aufgrund einer Rippenverletzung und wird wohl auch am Sonntag im Spiel beim gut gestarteten VfL Osnabrück (zwei Spiele, sechs Punkte) nur Zuschauer sein. „Er macht Fortschritte, Osnabrück kommt für ihn aber eventuell noch einen Tick zu früh“, meint Berndroth.

Wer war Ihrer Meinung nach der beste OFC-Spieler gegen Stuttgart?

Hoffnung macht, dass die Mannschaft in der vergangenen Saison nach ernüchternden Niederlagen immer wieder aufgestanden ist. Berndroth erinnert an die 1:4-Heimpleite gegen den Spvgg. Unterhaching, nach der das Team aus den folgenden sechs Spielen 13 von 18 möglichen Punkten holte. Und auch van Lent weiß, „dass die Mannschaft schon oft ein anderes Gesicht gezeigt hat“.

Beispielweise nach der 0:2-Niederlage zu Hause gegen den SV Wehen Wiesbaden, als die Zuschauer – wie am Samstag – enttäuscht „Das hat mit Fußball nichts zu tun“ skandiert hatten. Die Reaktion der Kickers damals: Drei Siege in Folge – unter anderem beim späteren Aufsteiger Jahn Regensburg (3:1) und gegen RW Erfurt (2:0). „Die Enttäuschung nach der Niederlage ist immer noch groß, aber man muss auch immer wieder Hoffnung schöpfen“, sagt van Lent.

OFC-Niederlage bei Heimspielpremiere

Die Offenbacher Kickers haben auch das zweite Saisonspiel nicht gewinnen können. Nach der Auftaktniederlage beim Halleschen FC unterlag die Mannschaft von Trainer Arie van Lent auch im ersten Heimspiel der neuen Runde der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart.

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