Heilungsverlauf „sehr gut“

Kickers-Kapitän Richard Weil kämpft fürs Comeback

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Endlich auf dem Rasen: Nach Wochen im Rehazentrum in Neu-Isenburg übt OFC-Kapitän Richard Weil nun wieder im Freien, vorerst aber noch individuell. 

Es sind nur zwei Momentaufnahmen: ein Foto sowie ein Neun-Sekunden-Video. Beide sorgen bei den Anhängern der Offenbacher Kickers jedoch für Hoffnung. 

Offenbach – Sie dokumentieren nämlich die Fortschritte, die der so schmerzlich vermisste OFC-Kapitän Richard Weil während der Reha macht.

Nachdem das in Neu-Isenburg ansässige Rehazentrum „R2comSport“ und der Mittelfeldspieler kürzlich in Sozialen Medien ein Video veröffentlicht hatten, das ihn dabei zeigt, wie er Sprintübungen mit einem Lichtschrankensystem absolviert, legte Weil nun noch einmal nach. Auf einem Bild, das er auf Instagram postete, ist zu sehen, wie der 31-Jährige auf dem Rasenplatz hinterm Stadion trainiert. Weil dehnt sich, vor ihm liegt ein Ball. „Arbeite hart für mein Comeback“, hat er dazu geschrieben. Das schürt natürlich die Hoffnung auf eine rasche Rückkehr des Mittelfeldstrategen aufs Spielfeld, auf dem er den Kickers zuletzt an sämtlichen Ecken fehlte.

Der hohe Stellenwert, den Weil für die Mannschaft hat, lässt sich mit Zahlen unterlegen: Mit ihm in der Startelf verlor der OFC keines der ersten fünf Spiele, holte 13 von 15 möglichen Punkten. Der Spielführer bereitete in Freiburg (2:1) einen Treffer vor, in Bahlingen (2:1) erzielte er das Siegtor, als er mit nach vorne ging und per Kopf traf. Gegen Aalen (1:1) wäre er fast erfolgreich gewesen, verpasste jedoch knapp eine Hereingabe. „Richard Weil hat ein gutes Gespür dafür, wann es sich lohnt, in den Strafraum zu gehen“, hatte der inzwischen beurlaubte Trainer Daniel Steuernagel gelobt.

Ein solcher Typ fehlt dem OFC 

Weil geht voran, strahlt zudem Torgefahr aus. Ein solcher Typ fehlt dem OFC seit seiner Verletzung im Mittelfeld. Seine Qualitäten als Anführer werden ebenfalls vermisst. Ohne den gebürtigen Frankfurter gewannen die Kickers nur eins von sechs Spielen (4:0 gegen den Tabellenletzte TuS RW Koblenz) und holten aus diesen Begegnungen lediglich fünf von 18 möglichen Zählern.

Als sich Weil Mitte August bei der Partie bei der TSG Hoffenheim II einen Teilriss der Biceps-Femoris-Sehne zuzog, war davon die Rede, dass er mit dieser Oberschenkelverletzung voraussichtlich drei Monaten fehlen werde. Doch die jüngsten Bilder lassen darauf hoffen, dass Weil etwas früher zurückkehren könnte.

Bernd Winter, Teammanager der Kickers, bezeichnet den Heilungsverlauf als „sehr gut“ und kündigt an, dass der Kapitän nun „langsam in das Mannschaftstraining eingegliedert werden“ soll. „Er war schon wieder auf dem Platz, hat aber noch nicht mit der Mannschaft trainiert“, sagt Winter. „Wir werden jetzt von Woche zu Woche schauen. Die Ärzte und Physiotherapeuten werden dann entscheiden, wann er wieder gemeinsam mit dem Rest des Teams trainieren darf. Diese Woche ist es dafür sicherlich noch zu früh, aber vielleicht klappte es ja in der kommenden Woche.“

Comeback noch unsicher 

Zur Frage, wann Weil sein Comeback auf dem Spielfeld geben könnte, wollte Winter keinerlei Prognose abgeben. „Das lässt sich noch nicht abschätzen. Im Training und im Wettkampf sind die Belastungen anders als in der Reha. Ich hoffe aber, dass es weiterhin so gut läuft“, sagt Winter und betont: „Es gibt in jeder Mannschaft Spieler, die einem sehr fehlen, wenn sie verletzt sind. Und Richard ist in der Tat ein Spieler, der uns sehr fehlt.“ Der Offenbacher Kapitän selbst wollte sich nicht zum Stand seiner Reha äußern. Er lässt lieber Fotos und Worte sprechen.

VON CHRISTIAN DÜNCHER

Am 12. Spieltag der Regionalliga Südwest treffen die Offenbacher Kickers auf die TSG Balingen. Der Live-Ticker zum Spiel.

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