Katastrophaler Tag für den OFC

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OFC-Geschäftsführer Thomas Kalt redet beim 0:1 gegen Chemnitz auf Fans ein. Bereits heute will er sich mit den Sicherheitsbehörden austauschen.

Offenbach - Direkt nach dem Auftakt 2012 wirkte Thomas Kalt, Geschäftsführer der Kickers GmbH, im Gespräch mit den Journalisten gewohnt souverän und gelassen. Trotz des katastrophal verlaufenen Nachmittags für den OFC. Von Holger Appel

 Erst einige Zeit später, direkt vor dem neuen VIP-Raum, ließ Kalt anhand seiner Gestik und Mimik im Gespräch mit Oberbürgermeister Horst Schneider erahnen, wie sehr ihn die Situation mitgenommen hat. Er schüttelte den Kopf, winkte ab. Mehrfach. Er war richtig sauer. Und zwar zu Recht. Auf die Profis, die beim 0:1 gegen den Chemnitzer FC eine erbärmliche Leistung gezeigt und zum zweiten Mal in dieser Saison verdient gegen den Aufsteiger aus Sachsen verloren hatten. Und auf einige Fans, die von der Waldemar-Klein-Tribüne aus den Assistenten mit Gegenständen beworfen hatten, ihn zwar nicht trafen, aber vor den Augen eines DFB-Sicherheitsbeauftragten fast einen Spielabbruch provoziert hätten.

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Kurz nach der Pause und einem Foul von Simon Tüting an Sead Mehic lief der keineswegs schlecht leitende Schiedsrichter Christian Fischer zum Stadionsprecher, beschwerte sich ob der Wurfgeschosse auf seinen Assistenten und kündigte Konsequenzen an. Ohne Erfolg: Erneut flogen Gegenstände von der Tribüne, „Feuerzeuge und Bratwürste“, wie Fischer sagte. Platzwart Wolfgang Böttge sammelte noch drei Cent-Stücke und eine Brezel ein. Ein voller Bierbecher war an einer Werbebande abgeprallt. Fischer unterbrach das Spiel, ging mit seinen Assistenten und den Chemnitzer Profis in die Kabinen. Die OFC-Spieler blieben auf dem Feld. Kalt, der kaufmännische Manager Jörg Hambückers und Böttge standen längst zwischen Spielfeld und Waldemar-Klein-Tribüne, sprachen auf die Fans in den unteren Reihen ein. Die Wurfgeschosse seien aber von weiter oben gekommen, sagte Kalt. Fischer brachte nach der zehnminütigen Auszeit die Partie gut zu Ende, obwohl die Chemnitzer Fans noch Feuerwerkskörper zündeten.

Bilder vom Spiel

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„Wir sind in die Kabine gegangen, um die Situation zu beruhigen. Wenn danach noch ein einziger Gegenstand geflogen wäre, hätten wir die Partie sofort abgebrochen“, sagte Fischer und ergänzte: „Zum Glück hat die Pause ihre Wirkung gezeigt, wir konnten uns alle wieder auf den Sport konzentrieren. Wir sind jedenfalls froh, dass es so ausgegangen ist.“

Offenbachs Innenverteidiger Marcel Stadel zeigte sich nicht nur wegen der Niederlage enttäuscht. „Wir haben uns in der Pause versucht hochzupuschen, sind nach draußen gelaufen - und kurz darauf war schon wieder Pause. Da ist es schwierig, den Faden zu finden. Die wenigen Fans, die da aus dem Rahmen fallen, tun uns keinen Gefallen - auch wenn ich verstehe, dass sie bei solchen Leistungen von uns frustriert sind.“

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