„Kein Heilsbringer, aber eine Hilfe“

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Damals traf er noch für den Gegner: José Pierre Vunguidica (Mitte) erzielte im Oktober zwei Tore beim 3:0-Sieg des 1. FC Köln im Freundschaftsspiel gegen Kickers Offenbach. Künftig stürmt er für den OFC in der 3. Liga.

Offenbach ‐ Umdenken bei Kickers Offenbach: Nachdem vor einigen Tagen noch davon die Rede war, dass bei der Suche nach Verstärkungen ein Spieler für die Defensive Priorität habe, ist nun in José Pierre Vunguidica ein in der Offensive flexibel einsetzbarer Akteur verpflichtet worden. Von Christian Düncher

Der 21-jährige angolanische Nationalspieler wechselt auf Leihbasis bis Saisonende vom Erstligisten 1. FC Köln an den Bieberer Berg.

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Ein Neuer Mann für die OFC-Offensive

Der Zugang wurde gestern Abend in Offenbach erwartet und soll heute Vormittag das erste Mal mit der Mannschaft trainieren. „Joe“, wie der gelernte Mittelstürmer gerufen wird, sei „ein junger Mann mit einer gewissen Dynamik“, sagte OFC-Sportmanager Andreas Möller. „Er ist schnell und kann uns sicher helfen, aber er ist kein Heilsbringer. In den Gesprächen, die wir mit ihm hatten, hat er uns gesagt, dass er sich auf die Herausforderung freut. Es liegt nun an uns, ihn gut zu integrieren.“ Eine Kaufoption habe man aufgrund der Tatsache, dass der neue Sportmanager der Kölner, Volker Finke, seinen Job erst im Februar antritt, nicht vereinbaren können.

Zum Freundschaftsspiel kam Vunguidica nach Offenbach

Vunguidica wurde in Angola geboren, wuchs jedoch in Deutschland auf. Als 15-Jähriger wechselte er 2005 vom VfL Oberbieber (Rheinland-Pfalz) zum 1. FC Köln. Seit 2009 gehört Vunguidica zum Profikader der Rheinländer, kam bislang aber erst einmal in der Bundesliga zum Einsatz - am 13. November 2010 beim Spiel gegen Borussia Mönchengladbach als Einwechselspieler. Für die zweite Mannschaft der „Geißböcke“ absolvierte er vier Oberligaspiele (ein Tor) und 43 Regionalligaspiele (sieben Tore). Auch auf dem Bieberer Berg war Vunguidica bereits im Einsatz: Als die Kölner im Oktober 2010 anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des DFB-Pokalsiegs der Kickers zu einem Freundschaftsspiel nach Offenbach kamen, gehörte der OFC-Zugang zum Kader und erzielte beim 3:0-Erfolg zwei Tore. „Da hat er schon auf sich aufmerksam gemacht“, bestätigte Möller, der bereits längere Zeit „in engem Kontakt“ mit den Kölnern stand und sich unter anderem bei Michael Henke (bis Ende Oktober 2010 Co-Trainer beim 1. FC Köln) über Vunguidica informiert hatte.

Ob Berger am Freitag eingesetzt werden kann, ist fraglich

„Er ist in vorderster Front flexibel einsetzbar“, so Möller. „Am liebsten spielt er als zweite Spitze oder auf der linken Außenbahn.“ Dort ist eigentlich Denis Berger gesetzt. Doch der Österreicher (zwei Tore, sieben Vorlagen) kann auch rechts spielen, wo die Kickers weiter nach der Idealbesetzung suchen. Ob Berger am Freitag im Spiel beim FC Bayern München II eingesetzt werden kann, ist derweil aufgrund einer Muskelverhärtung im Oberschenkel fraglich. Auch Elton da Costa (Pferdekuss) droht auszufallen. „Der Zustand hat sich bei Denis Berger zuletzt deutlich gebessert“, so Mannschaftsarzt Dr. Wulf Schwietzer. „Wir hoffen, dass beide bis Freitag wieder fit sind.“

Grundsätzliche Vertrauen in den Kader ist da

Ob der OFC bis dahin auch noch einen Spieler für die Defensive verpflichtet, ließ Möller offen. Es könne sein, dass sich bis zum Ende der Transferperiode (31. Januar) noch etwas tut, sagte der Kickers-Sportmanager. „Das grundsätzliche Vertrauen in den Kader ist da. Aber wir lassen uns auf alle Fälle noch ein Hintertürchen offen und können im Bedarfsfall einen Spieler holen, wenn alles passt.“ Ivan Pecha gehört dabei weiter zu den Kandidaten - auch wenn der slowakische Testspieler inzwischen aus Offenbach abgereist ist. „Wir erwarten von ihm Dokumente, die belegen, dass er ablösefrei wechseln kann“, so Möller. „Wenn das der Fall ist, ist er ein Thema. Aber wir halten die Augen weiter offen.“

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