Van Lent sauer auf Abwehr

Keine Mittel gegen Standards

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Überzahl für die Kickers, Tor für die Arminia: Der Ex-Offenbacher Manuel Hornig (Nr.14) trifft zum 2:1 für Bielefeld.

Bielefeld - Die „schwarze Serie“ der Offenbacher Kickers geht weiter. Der OFC kassierte gestern Abend bei Arminia Bielefeld eine 1:3 (1:1)-Niederlage und verlor damit zum fünften Mal in Folge das erste Spiel nach der Winterpause. Von Christian Düncher

Sogar vom Abstiegskampf ist nun wieder die Rede.

Neues Jahr, neues Glück? Nicht bei den Offenbacher Kickers. Der OFC machte im ersten Pflichtspiel nach der Winterpause da weiter, wo er 2012 in der 3. Liga aufgehört hatte: mit einer Niederlage. Das 1:3 (1:1) bei Arminia Bielelfeld war für die Kickers bereits die fünfte Punktspielpleite in Folge. Und eine ärgerliche noch dazu. Denn bei allen Gegentreffern halfen die Offenbacher kräftig mit.

„Bielefeld hat kein herausgespieltes Tor erzielt“, schimpfte Kickers-Trainer Arie van Lent. „Wir haben uns jeweils im 16-Meter-Raum den Schneid abkaufen lassen und sind daher selbst schuld.“ Van Lent attestierte seiner Elf „keine schlechte Leistung“, ging jedoch mit den Abwehrspielern hart ins Gericht. Diese hätten „gepennt“. Daher sei er „sehr enttäuscht“, sagte der Kickers-Trainer. So enttäuscht, dass er nach der Pressekonferenz für keine weitere Stellungnahme bereit war.

„Abstiegskampf schnell ein Thema“

Dafür sprach Sead Mehic. Und zwar noch deutlicher. „Wie wir uns bei den Gegentoren angestellt haben, hatte wenig mit professionellem Fußball zu tun“, polterte der Kapitän. „Nach dieser Leistung sollte jeder Spieler begriffen haben, dass der Abstiegskampf schnell ein Thema werden kann.“

Bielefeld - OFC: Der Liveticker zum Nachlesen

Bei den Kickers stand Neuzugang Jan Washausen gleich in der Startelf und bildete mit Stefan Kleineheismann die Innenverteidigung. Im linken Mittelfeld ersetzte Marcel Avdic den zum FC Augsburg gewechselten André Hahn. Und Avdic stand auch gleich im Mittelpunkt. Mit einem zu kurzen Rückpass brachte er Washausen in Verlegenheit. Der Ball landete bei Marc Stein. Beim Versuch, das Spielgerät unter Kontrolle zu bekommen, wurde er von einem Bielefelder bedrängt, der zu Fall kam - Foulelfmeter, nach nur sechs Minuten.

Strafstoß an den Pfosten

Erinnerungen wurden wach an die 1:3-Niederlage im Hinspiel, als die Kickers früh in Rückstand geraten waren. Doch diesmal hatten sie Glück. Bielefelds Torjäger Fabian Klos schoss den Strafstoß an den Pfosten und danach ins Tor, ohne dass ihn zwischendurch ein weiterer Spieler berührt hatte. Dass dies nicht erlaubt ist, verwunderte sogar einige Spieler. „Ich war perplex, die Regel kannte ich nicht“, gab Bielefelds Sebastian Hille zu.

Die Spieler in der Einzelbewertung: Das OFC-Zeugnis

Das OFC-Zeugnis gegen Arminia

Kurz darauf zappelte der Ball im Netz - auf der anderen Seite. Mathias Fetsch passte von der rechten Seite vor das Tor, wo Avdic zum 1:0 für den OFC abstaubte. Für den Offensivspieler war es der erste Pflichtspieltreffer im OFC-Trikot. Der Jubel darüber währte aber nicht lange. Nur fünf Minuten später traf Klos nach einem Freistoß unbedrängt per Kopf zum 1:1. Für den Arminen-Stürmer war es der 14. Saisontreffer im 21. Saisonspiel.

Bilder zum Spiel OFC gegen Bielefeld

OFC verliert in Bielefeld

In der Halbzeit dann der nächste Rückschlag für den OFC: Torwart Robert Wulnikowski musste wegen einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden. Daniel Endres kam dafür zu seinem Saisondebüt und musste zweimal hinter sich greifen. Vor dem 1:2 ließ Stadel den Ex-Offenbacher Manuel Hornig laufen, beim 1:3 in Überzahl - der Bielefelder Jerat hatte in der 59. Minute die Rote Karte gesehen - ließ Kleinesheismann seinen Gegenspieler Sebastian Hille aus den Augen. „Wir hatten bei dem Elfmeter Glück und gehen früh in Führung. Das lief alles optimal“, sagte Mehic. „Aber dann kassieren wir drei Gegentore, alle per Kopf. Das war fahrlässig und unter aller Sau.“

Arminia-Trainer Stefan Krämer wusste, bei wem er sich bedanken musste: bei den Helfern, die unter der Woche den Platz in der Schüco-Arena geräumt hatten. „Dadurch konnten wir dort das Abschlusstraining absolvieren. Der Hauptteil dabei waren Standards. Man hat gesehen, wie wichtig das war.“ Zum Leidwesen der Kickers.

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