Manfred Bender will auch bei Abstieg bleiben

Kickers beraten über ihre Zukunft

Seit 1901 gibt es den „Offenbacher Fußball Club Kickers e.V.“, dessen Zukunft ist allerdings weiter unklar.
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Seit 1901 gibt es den „Offenbacher Fußball Club Kickers e.V.“, dessen Zukunft ist allerdings weiter unklar.

Offenbach - Am Tag nach der Verweigerung der Lizenz für die 3. Liga war Frank Ruhl spürbar um Gelassenheit bemüht. Der Präsident der Offenbacher Kickers sprach von „Business as usual“. Doch so gewöhnlich, wie Ruhl es darstellte, waren die Abläufe beim OFC nicht.

Nachdem das Präsidum bereits am Montag gleich nach der Verhandlung das weitere Vorgehen beraten hatte, standen gestern weitere Gespräche an. Heute Abend sollen den Aufsichtsgremien des Vereins und der Profi GmbH weitere Schritte vorgeschlagen werden, sagte Ruhl.

Dabei geht es darum, ob nun das Schiedsgericht des DFB angerufen wird. David Fischer, der Finanz-Geschäftsführer des OFC, hatte diesen Schritt bereits angekündigt. Doch erst müssen noch die Kontrollgremien zustimmen. Diese werden die Erfolgsaussichten bewerten, die voraussichtlichen Kosten des Verfahrens, und ob man sich mit Christoph Schickhardt einen renommierten Sportjuristen leistet. Wenn man auf den Gang vor das Schiedsgericht verzichtet, muss man sich auf die Regionalliga vorbereiten. Natürlich wird auch die drohende Insolvenz der Profi GmbH ein Thema sein.

Von zwei Millionen Euro die Rede

Sollte die mit Verbindlichkeiten in Höhe von 9,1 Millionen Euro belastete Kapitalgesellschaft zahlungsunfähig werden, träfe dies auch den eingetragenen Verein (e.V.), der für einen Teil der Darlehensverträge haften müsste. Dabei ist von zwei Millionen Euro die Rede. Hier soll es aber schon Gespräche mit Gläubigern gegeben haben, die bereit seien, dem Verein entgegenzukommen.

Bei einer Insolvenz der Profi GmbH wären alle Spielerverträge hinfällig. Das betrifft laut Ruhl aber nicht den Transfer von Mathias Fetsch zum FC Augsburg. Der ursprünglich noch bis Ende Juni laufende Vertrag mit dem Offensivspieler wurde im Zuge des Wechsels aufgelöst. Die Profi GmbH habe somit in jedem Fall Anspruch auf die Ablösesumme.

Eine Entscheidung wird frühestens heute Abend fallen. Bis dahin muss sich auch Manfred Bender noch gedulden. Er könne derzeit nur Gespräche führen und versuchen so gut wie möglich auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, sagt der Sport-Geschäftsführer, der vorerst am Vorbereitungsplan mit dem Trainingsauftakt am 12. Juni festhält. „Wir haben bereits zusammengesessen und an Plänen gestrickt“, so Bender. „Allerdings beginnt die Regionalliga bereits Mitte Juli. Das würde eine ganz enge Geschichte werden und somit ein Problem.“ Zumal für diesen Fall bislang in Sascha Korb, Marcel Mosch und Stefano Maier nur drei Spieler unter Vertrag stehen.

Bender selbst ist bereit, auch in der 4. Liga beim OFC zu bleiben („Ich bin mit im Boot“). Nach Informationen unserer Zeitung trifft das auch auf Trainer Rico Schmitt zu, der derzeit Urlaub in der Türkei macht. Allerdings gab es in den vergangenen Wochen auch unterschiedliche Auffassungen zwischen Geschäftsführer und Trainer über die Kaderplanung. Insofern ist offen, ob es unter diesen Voraussetzungen in der Regionalliga eine weitere Zusammenarbeit geben wird.

cd/joko/jm

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