Jake Hirst mit dem Siegtreffer

Kreisderby gegen Dreieich: „Kickers einfach abgezockter“

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Im Kreisderby gegen den SC Hessen konnte sich der OFC durchsetzen.

Dreieich - Es war eine kurze und schöne Heimfahrt für 2000 Offenbacher am Samstag. Die Kickers-Anhänger freuten sich über den erwarteten Dreier im „Heimspiel“ in Dreieich, über den ersten Saisonsieg ohne Gegentor und über den dritten Teil des Fußball-Märchens „von ganz unten nach oben.“ Von Jochen Koch 

Hauptdarsteller dabei ist ein 22-jähriger englischer Tennis-Lehrer, der noch vor vier Monaten hobbymäßig in der Fußball-Kreisoberliga gekickt hat, der sich dann auf die Sommersaison in der Tennis-Hessenliga beim TC Steinbach vorbereitet hat - und plötzlich Fußballprofi wird und nach drei Toren in drei Regionalliga-Spielen neuer Publikumsliebling bei den Offenbacher Kickers ist. Jake Hirst heißt der junge Mann, der am Samstag die inoffizielle Offenbacher Kreismeisterschaft zwischen dem SC Hessen Dreieich und Kickers Offenbacher für die Gäste entschieden hat. Mit einem herrlichen Tor in der 62. Minute. Mit einem kurzen Sprint hatte er sich von Ljubisa Gavric abgesetzt, Körper zwischen Ball und Gegenspieler, knallharter Schuss über den Kopf von Dreieichs Torwart Pierre Kleinheider - Siegtor für die Kickers und das direkt vor der OFC-Fantribüne. Ausgerechnet der Neuzugang aus der achten Liga machte den Unterschied im Derby aus.

„In den entscheidenden Situationen waren die Kickers einfach abgezockter als wir“, haderte Dreieichs Trainer Rudi Bommer wieder einmal mit einer gewissen Naivität seine Mannschaft. Die Dreieicher hatten mit großem läuferischem Aufwand dem Favoriten kaum Lücken gelassen und den Kickers keine Gelegenheit für das gegen Hoffenheim so effiziente Umschaltspiel gegeben. Doch in den zwei, drei spielentscheidenden Situationen in Defensive und Offensive agierten die Dreieicher noch auf Hessenliga-Niveau und das reicht eben nicht für die Regionalliga.

Gavric ließ sich erst beim Gegentor düpieren und hatte dann noch Pech, als er in der 85. Minute seinen Kopfball freistehend knapp neben das Offenbacher Tor platzierte. Und als Loris Weiss nach einem der wenigen Fehler der Offenbacher Defensivabteilung plötzlich allein auf das OFC-Tor zulief, trat er beim Schuss mehr in den Boden als gegen den Ball, Chance vertan (68.). Hessen-Trainer Bommer, weiß, dass es ohne weitere Verstärkungen kaum für ein weiteres Jahr Regionalliga reichen wird. Zu oft schon war der Tabellenletzte nahe dran an einem Unentschieden oder Sieg, musste dann aber durch individuelle Fehler die Punkte abgeben. Deshalb wird es in den nächsten Tagen noch zwei, vielleicht auch drei Neuzugänge geben.

Die Dreieicher Gegner haben sich darauf eingestellt, sie müssen nicht exzellent Fußball spielen oder das Hessen-Team spielerisch auseinandernehmen. Sie können die Schwachstellen gezielt anspielen, irgendwann werden sich Fehler einschleichen, die man dann nutzen kann. „Es war kein gutes Fußballspiel“, sagte Kickers-Trainer Daniel Steuernagel, der dennoch hochzufrieden war. Schließlich hat seine Mannschaft den Mindestanspruch, nämlich drei Punkte mitzunehmen, erfüllt.

Hessen Dreieich gegen OFC: Bilder zum Spiel

Allerdings mit großen Mühen. Denn gegen biedere Dreieicher brachte selbst die 1:0-Führung nach einer Stunde keine Sicherheit ins Kickers-Spiel. Aus der 5:2-Gala gegen Hoffenheim konnten die Kickers wenig bis gar nichts nach Dreieich importieren. Lediglich die abwehrende Abteilung - allen voran Kapitän Kirchhoff - und Jake Hirst waren besser als die Aufsteiger. Aber der zweite Sieg in Folge lässt die Offenbacher weiter von einer erfolgreichen Aufholjagd träumen. Dafür darf man sich aber keine Nachlässigkeit wie in den letzten 30 Minuten leisten. Da hatte Trainer Daniel Steuernagel mit seinen Einwechslungen System und Statik so verschoben, dass plötzlich wieder Unordnung wie zu Saisonbeginn herrschte. Aber dank der Dreieicher Harmlosigkeit reichte es zum zweiten Sieg in Folge.

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