Kickers haben Gradmesser selbst gesetzt

+
Trainer Steffen Menze (rechts) und Torwart Robert Wulnikowski haben ihre Verträge beim OFC verlängert. Diese Woche sollen weitere Personalenscheidungen fallen.

Offenbach ‐ Eine Woche Trainingslager an der türkischen Mittelmeerküste liegen hinter Steffen Menze und seiner Mannschaft. Im Interview zieht der Trainer der Offenbacher KickersBilanz. Von Christian Düncher

Steffen Menze , wie fällt Ihr Fazit nach der Woche mit der Mannschaft aus?

Ich war froh, dass wir in der Lage waren, so ein Trainingslager durchzuführen. Mit Ausnahme der letzten zwei Tage, an denen das Wetter nicht so gut war, haben wir das Programm so durchziehen können wie geplant. Die Beteiligung der Mannschaft war sehr gut, auch die Disziplin. Von daher war es ein rundum gelungenes Trainingslager.

Gab es unter den Spielern einen, der besonders auf sich aufmerksam gemacht hat?

Es war auffallend wie Nils-Pfingsten Reddig trainiert und gespielt hat. Das war sehr positiv. Gut war auch, dass Kai Hesse noch vor dem Trainingslager verpflichtet werden konnte. Er ist bereits gut integriert und passt von seinem Typ her genau zum Charakter der Mannschaft.

Mounir Chaftar scheint dann wohl der Pechvogel des Trainingslagers gewesen zu sein.

Er hat schon gegen Ende der ersten Saisonhälfte das Gefühl vermittelt, dass er sich stabilisiert hat und richtig angreifen möchte. Schade ist, dass er im Trainingslager so gut wie nicht trainieren konnte, weil er Schmerzen im Knie hat. Jetzt muss man sehen wie es sich weiterentwickelt.

Chaftar fällt aus, Testspieler Kosta Rodrigues kommt nicht zum OFC - gibt es auf der linken Seite Handlungsbedarf?

Christian Fröhlich ist wieder dabei, Maik Schutzbach ebenfalls, wenngleich er noch ein paar leichte Probleme hat. Mit Mounir hätten wir genug Spieler, um ordentlich zu arbeiten. Kosta Rodrigues wollte eine Entscheidung, die Sicherheit konnten wir ihm aber nicht geben. Deshalb hat er einen anderen Weg genommen. Ob wir noch jemand suchen, wird davon abhängen, was mit Mounir ist.

Beim 0:0 im Testspiel gegen Vanspor haben Sie die Mannschaft im 4-4-2-System agieren lassen. Wie fällt das Fazit aus?

Ich habe gesagt, dass ich David Ulm eher als Stürmer, sehe, denn als Mittelfeldspieler. Wichtig ist, dass wir einfach mehr Druck nach vorne erzeugen. Wir haben mit Stefan Zinnow rechts und Christian Fröhlich links zwei Spieler, die fast ausschließlich offensiv ausgerichtet sind. David Ulm hat nun gegen Vanspor nicht so gut gespielt. Aber ich mache das nicht von diesem Spiel ab, das war ein Test in ermüdetem Zustand.

Beim 0:0 gegen den MSV Duisburg lief es im gewohnten 4-2-3-1 deutlich besser.

Das war auch in ermüdetem Zustand, dennoch hat mich die Mannschaft erstaunt. Die Duisburger waren zwar in der Endphase ihres Trainingslagers und hatten wahrscheinlich auch so einen Zustand. Aber wir müssen uns ja an uns orientieren, und in dem Spiel haben wir einen hervorragenden Fußball gespielt. Das kann eigentlich auch nur wieder ein Gradmesser sein, den sich die Mannschaft selbst gesetzt hat.

Ist Kapitän Martin Hysky aus dem Tief raus, in dem er vor der Winterpause steckte?

Martin Hysky trainiert immer vorbildlich. Aber sein Spiel war vor der Winterpause von Fehlern begleitet, so dass er gegen Erfurt nur auf der Bank saß. In Marc Heitmeier steht jetzt ein Spieler nach längerer Verletzungspause wieder zur Verfügung, der diese Position genauso spielen kann. Am Ende werden die spielen, von denen wir meinen, dass sie uns am meisten weiterhelfen.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Stand der Vertragsverhandlungen?

Ich bin immer froh, wenn gewisse Fragezeichen ausgeräumt werden. Wichtig ist, dass sich die Spieler unabhängig von ihrer Vertragssituation voll auf ihre Aufgaben konzentrieren. Eigentlich sollte Spieler so was nicht beeinflussen, scheinbar war es zuletzt aber oft so.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare