Schiedsgericht hat noch nicht getagt

Kickers hängen bei Punktabzug in der Warteschleife

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Offenbach - Kickers Offenbach und der Neun-Punkte-Abzug: Das Thema beschäftigt nicht nur den OFC und seine Anhänger, sondern auch einige Ligarivalen. Eine schnelle Antwort auf die Frage, ob die Strafe bestehen bleibt, wird es aber nicht geben. Von Christian Düncher 

Am Samstag nach dem 2:0-Heimsieg gegen Wormatia Worms war Trainer Oliver Reck mal wieder auf das Dauerthema angesprochen worden: den von der Regionalliga Südwest gegen den OFC verhängten Abzug von neun Punkten. Der OFC könne nur mit Fakten planen, hatte der 51-Jährige damals geantwortet. Genau das ist aber das Problem. Die Kickers hängen weiter in der Warteschleife. „Wir würden uns natürlich eine zeitnahe Antwort wünschen. Diese Angelegenheit ist eigentlich nicht so kompliziert, nun aber schon eine ganze Weile ungeklärt“, sagte Kickers-Präsident Helmut Spahn. Und auch Sascha Döther, Geschäftsführer der Regionalliga Südwest, betonte, dass alle Seiten eine schnelle Lösung wollen. Diese ist aber noch weit entfernt.

Obwohl die Verantwortlichen der Kickers bereits Anfang Oktober ihre Klage beim Ständigen Schiedsgericht der Regionalliga eingereicht haben, gibt es Döther zufolge „noch keinen Termin“ für eine Verhandlung. Der Vorsitzende des Gremiums, der Kölner Jurist Dietmar Artzinger-Bolten, sei gerade dabei, die zwei Beisitzer auszuwählen. Einer wird den Verband vertreten, einer den OFC. „Dabei geht es auch um die Frage der Verfügbarkeit“, so Döther.

Das OFC-Zeugnis gegen Wormatia Worms 

Artzinger-Bolten, der 1990 für Schlagzeilen sorgte, als er als Präsident des 1.FC Köln im deutschen WM-Quartier die Entlassung von Trainer Christoph Daum verkündete, wird nach erfolgter Zusammensetzung des Gremiums mit den zwei Beisitzern die zehnseitige Klageschrift durchgehen und danach ein paar Fragen klären. Wie hoch ist der Streitwert, aus dem sich die Kosten ergeben, die die unterlegene Partei tragen muss? Wird schriftlich oder mündlich verhandelt? Bei mündlicher Verhandlung muss ein Verhandlungsort festgelegt werden. Das könnte zum Beispiel der Flughafen in Frankfurt sein. Dort hatte Döthers Erinnerungen zufolge zuletzt ein Schiedsgericht getagt. Im Jahr 2008 war das. Es ging um die Spvgg. Bayreuth, die nicht zur Regionalliga zugelassen worden war, weil sie den Geldeingang aus einem Darlehen nicht fristgemäß gemeldet hatte. Der Gang vors Schiedsgericht kostete 37.500 Euro – und brachte nichts.

Bilder: Kickers siegen sicher gegen Wormatia Worms

Spahn geht weiter davon aus, mit der Klage Erfolg zu haben. Die Statuten der Liga seien nicht eindeutig und die Bestrafung daher unzulässig. Der Fall der Rücknahme eines Insolvenzantrags ist dort nicht explizit erläutert. Im Fall 1.FC Kaiserslautern ist Spahn deutlich zurückhaltender. Für die im RTL-Nachtjournal aufgestellte These, die Pfälzer seien 2008 insolvent gewesen und hätten anstelle des OFC aus der 2. Liga absteigen müssen, „gibt es bislang keine absolut zweifelsfreien Belege“. Das habe ihm auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) in einem „sehr guten und offenen Gespräch“ bestätigt. „Deren Position kann ich im Moment absolut nachvollziehen. Wir bleiben aber am Ball und werden reagieren, sofern sich neue Sachverhalte ergeben.“

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