„Die Kickers müssen eine DNA haben“

Interview: OFC-Sportdirektor Mehic über Ziele und den Auftakt der Restrunde

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Führungsduo der Profi-GmbH des OFC: Während das Arbeitspapier von Sportdirektor Sead Mehic (links) noch bis 2020 gültig ist, läuft der Vertrag von Geschäftsführer Christopher Fiori zum Ende der Saison aus.

Offenbach – Nach elfwöchiger Punktspielpause geht es für die Offenbacher Kickers am Samstag (14 Uhr) in der Fußball-Regionalliga Südwest mit der Partie gegen den SSV Ulm weiter.

Vor dem Verfolgerduell äußert sich OFC-Sportdirektor Sead Mehic zur Ausgangslage, den Erwartungen, der Kaderplanung und seiner persönlicher Zukunft.

Der OFC empfängt den punktgleichen Fünften. Beide haben neun Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Mannheim. Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die Partie?

Ich hoffe, dass die Jungs weitermachen, wo sie aufgehört haben. Sie haben das in den ersten drei Rückrundenspielen mit drei Siegen hervorragend gemacht. Es wäre aber unfair, zu erwarten, dass sie auch die nächsten drei Spiele gewinnen. Es findet eine Entwicklung statt, die Jungs nehmen viel an. Jetzt geht es darum, Kontinuität reinzubringen. Natürlich wäre es schön, wenn wir ranrücken. Mannheim spielt aber eine überragende Runde. Wir planen langfristig und sind auf einem guten Weg.

Mannheim ist zuversichtlich, den Abzug von drei Punkten abwenden zu können. Wäre das die endgültige Entscheidung?

Wir können das nicht beeinflussen. Zu Beginn der Saison haben wir uns zu viel mit den Aussagen unseres damaligen Präsidenten Helmut Spahn beschäftigt, dass der Aufstieg nur über uns führe. Das hat keinem gutgetan. Das Urteil wird nichts daran ändern, wie wir arbeiten. Eines ist aber klar: Erst neun Punkte Abzug, dann nur drei und am Ende vielleicht keiner – das greift in den Wettbewerb ein.

Zwischen dem OFC und Mannheim liegen noch Saarbrücken und Steinbach, die sich prominent verstärkt haben. Die OFC-Zugänge kommen aus der der 3. finnischen Liga und der 7. Liga...

Das zeigt, welche finanziellen Mittel diese Klubs haben. Wir sind hingegen gezwungen, größtenteils auf junge Spieler zu setzen, aber wir jammern nicht. Irgendwann, wenn wir uns mit erfahrenen Spielern verstärken können, die Qualität mitbringen, wird es für unser Team einfacher werden, sich zu entwickeln.

Zugang Moritz Reinhard aus der Gruppenliga gilt als nächster Jake Hirst. Was ist ihm zuzutrauen?

Er ist kar im Kopf, will seine Chance nutzen, hat Potenzial und weiß, wo das Tor steht. Aber man darf nicht erwarten, dass er uns in die 3. Liga schießt. Er bekommt Zeit. Die Geduld müssen wir haben mit Spielern, die nicht die Ausbildung in einem Leistungszentrum genossen haben und nicht dieses intensive Training hatten. Er passt zu uns: laufstark, zweikampfstark, ballsicher. Jeder muss das bei uns erfüllen. Das ist, was wir machen: Wir suchen Spieler, die ins System, in die DNA des OFC passen.

Welche Bedeutung hat die Partie gegen Ulm?

Wir spielen zu Hause, das hatte immer eine große Bedeutung. Natürlich wäre es angesichts der Tabellensituation auch gut, zu gewinnen. Das gilt für beide Teams. Das heißt aber nicht, dass es ein Entscheidungsspiel ist. Dann kommt für uns Hoffenheim, dann Dreieich. Danach sehen wir, wer welche Ausbeute hat. Und dann kann man sagen, ob das Spiel beim FSV Frankfurt richtungweisend ist oder nicht.

Bilder: OFC zum Derby in Frankfurt

Der OFC plant derzeit zweigleisig. Wie weit sind die Gespräche mit den Spielern gediehen?

Mit dem Großteil haben wir schon über die sportliche Situation gesprochen, wo wir sie sehen und wie der Weg mit uns aussehen könnte. Wir kontaktieren nun die Berater, um zu sehen, ob wir uns finanziell einig werden, Auf einige Spieler sind natürlich Klubs aufmerksam geworden, die mehr Geld haben. Wir können nicht viel mehr bieten, werden aber alles versuchen. Vergangenes Jahr haben wir es zum Beispiel bei Serkan Firat geschafft. Obwohl er auch Angebote höherklassiger Klubs hatte, ist er geblieben. Wir haben also durchaus Argumente.

Wie steht es um Ihre Zukunft beim OFC?

Ich berate weiterhin das Präsidium ehrenamtlich, so wie das 2015 vereinbart wurde. Bei der GmbH bin ich als Sportdirektor angestellt, der Vertrag gilt bis 2020. Über meine Zukunft mache ich mit daher derzeit keine Gedanken. Mir geht es darum, dass der OFC eine DNA, eine Spielphilosophie hat. Und die muss unabhängig davon vorhanden sein, ob ich Sportdirektor bin oder ob der Trainer Daniel Steuernagel heißt. Das ist die grundlegende Aufgabe – und da haben wir in den vergangenen zehn Monaten viel erreicht.

Das Gespräch führte Christian Düncher.

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