Kickers müssen auf Parkplatz und im Wald trainieren

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Knapp 13 Monate nach seiner schweren Knieverletzung konnte Benni Baier am Freitag erstmals wieder im Profikader stehen.

Offenbach ‐ Der Winter ist noch nicht angekommen, doch die Offenbacher Kickers leiden schon unter katastrophalen Trainingsbedingungen. Drei Tage vor dem Hessen-Derby beim SV Wehen Wiesbaden (Freitag, 20.15 Uhr/live im hr-Fernsehen) muss Trainer Steffen Menze angesichts der schlechten Platzverhältnisse auf dem Bieberer Berg improvisieren. Von Jochen Koch

Der Dauerregen der letzten Tage verhindert ein normales Training. „Unser Trainingsplatz ist durch den Regen megatief, da können wir zur Zeit nicht drauf.“ Am Montag haben die Kickers deshalb auf dem benachbarten Hartplatz, der bei den Heimspielen als VIP-Parkplatz benutzt wird, trainiert.

Doch das war am Dienstag auch nicht mehr möglich. Ein Ausweichplatz steht nicht zur Verfügung. Das neue Sportzentrum am Wiener Ring befindet sich noch im Bau. Also setzte Menze zunächst eine Einheit mit Kräftigungsübungen im ehemaligen Boxraum an. Dann fuhren die Profis mit zwei Kleinbussen in den Wald, wo Steigerungsläufe absolviert wurden.

Personelle Situation ist angespannt

Wir hoffen auf besseres Wetter.“ Mehr kann Menze nicht tun. Alles andere als gute Voraussetzungen für das Hessenderby. Zumal auch die personelle Situation angespannt ist. Der langfristige Ausfall von Steffen Haas ist kaum zu kompensieren. Bei der Schulteroperation am Donnerstag wurde festgestellt, dass „mehr kaputt war als vermutet“, berichtet Menze. Nun ist fraglich, ob das „bestmögliche Szenario“ (Menze) zutrifft, und Haas im Januar wieder trainieren kann. Nils Pfingsten-Reddig wird die Position von Haas im zentralen Mittelfeld einnehmen, aber anders interpretieren. Während Haas besonders in der Defensive für die Organisation zuständig war, liegen die Stärken von Pfingsten-Reddig mehr in der Spieleröffnung, im Spiel nach vorne. „Pfingsten-Reddig und Christian Pospischil müssen mehr Verantwortung übernehmen und sich gut ergänzen“, sieht Menze im taktischen Verhalten der sogenannten „Doppel-Sechs“ noch Nachholbedarf.

Benjamin Baier wieder ein Kandidat für den Profikader

Aber auch auf der Ersatzbank wird das Fehlen von Steffen Haas Probleme aufwerfen. Denn der 21-Jährige ist einer der sogenannten U23-Spieler. Vier davon (geboren nach dem 30. Juni 1986) müssen bei jedem Spiel im 18er-Kader stehen. Mit Nils Teixeira (19) steht nur noch ein Spieler zur Verfügung, den Menze bedenkenlos einsetzen kann. Simon Pospischil (21), Martin Pintaric (19) und Baris Odabas (17) waren zuletzt noch dabei. Alle sehr talentiert und ehrgeizig. So dachte Odabas sogar daran, die Schule für eine Profikarriere vorzeitig zu beenden. „Das mache ich nicht mit. Ich habe ihm gesagt, das Wichtigste ist die Schule, die soll er fertig machen“, setzt Menze Prioritäten, zumal er nach den letzten Trainingseindrücken zwei neue Alternativen bekommen hat. „Daniel Goldschmitt hat einen Schritt nach vorne gemacht“, konstatierte Menze bei dem Abwehrspieler, der nach seinem Kreuzbandriss schon wieder in der U23 spielt und am Freitag wohl auf der Bank sitzen wird.

378 Tage nach Kreuzbandriss und Knorpelschaden im linken Knie ist auch Benjamin Baier wieder ein Kandidat für den Profikader. Der neben Martin Hysky und Daniel Endres letzte Spieler aus der Zweitligasaison 2006/07 kam am Sonntag 70 Minuten im Testspiel gegen Bayern Alzenau zum Einsatz. „Es ist zwar noch etwas früh, weil er körperlich nach der langen Pause noch Nachholbedarf hat“, sagt Menze. „Aber ich kann mir vorstellen, dass er am Freitag dabei ist.“

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