Mit Bayern-Star verglichen

Aushilfsstürmer Vetter so unorthodox wie Thomas Müller

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Maik Vetter kam 2014 vom SV Wehen Wiesbaden zu den Offenbacher Kickers, für die er seitdem 72 Pflichtspiele (drei Tore) absolvierte.

Offenbach - Maik Vetter ist die Allzweckwaffe bei Kickers Offenbach – neuerdings nicht nur in der Defensive. Für OFC-Sportdirektor Sead Mehic ist der 25-Jährige „ein Spieler, wie man ihn sich wünscht“. Nur auf einer Position will er ihn nicht sehen. Von Christian Düncher 

Der neue Aushilfsangreifer der Offenbacher Kickers fühlt sich wohl in seiner Rolle. „Es macht Spaß“, sagt Maik Vetter, der eigentlich gelernter Defensivmann ist, beim OFC aber in den ersten beiden Saisonspielen als zweite Spitze neben Florian Treske agierte. Mit Erfolg. In der Auftaktpartie bei 1899 Hoffenheim II (2:2) holte er den Elfmeter heraus, der zum 1:0 führte, und bereitete das 2:0 durch Treske vor. Im ersten Heimspiel gegen den TSV Steinbach (2:0) war er dann zwar an keinem Tor beteiligt, störte aber immer wieder den Aufbau des Gegners und setzte stetig nach. Bei seiner Auswechslung in der 88. Minute hallten „Maik Vetter“-Sprechchöre durch das Stadion. Und bei der Wahl auf op-online.de zum „OFC-Spieler des Spiels“ musste er sich lediglich dem überragenden Niklas Hecht-Zirpel geschlagen geben.

„In der vergangene Saison habe ich bei der Partie in Steinbach schon mal im Angriff gespielt“, berichtet Vetter. „Es ist aber trotzdem etwas ungewohnt – für mich, aber auch für den Gegner. Weil ich dort rumlaufe, wo man einen Stürmer nicht unbedingt erwartet.“ Aufgrund der unorthodoxen Spielweise als Stürmer hat ihm Kollege Dren Hodja bereits den Spitznamen „Thomas Müller“ gegeben. Doch mit dem Weltmeister vom FC Bayern München will sich Vetter nicht vergleichen: „Das steht mir nicht zu.“

Vetters Glück ist Varol Akgöz’ Pech. Der Neuzugang ist Stürmer, aber keiner, der permanten dem Ball hinterherjagt, sondern diesen verteilt oder auf seine Chance lauert. Gleichwohl war Vetter etwas verdutzt, als er im Sturm erneut den Vorzug erhielt. „Unser Trainer ist halt immer für eine Überraschung gut“, sagt der Blondschopf und kann sich beim nächsten Satz das Grinsen nicht verkneifen: „Er hat mir gesagt, dass ich ein richtiger Stürmer bin.“

Das OFC-Zeugnis gegen TSV Steinbach

Ein Spieler, der bei den Kickers in der Defensive schon auf nahezu jeder Position eingesetzt wurde, als „richtiger Stürmer“? Ja, meint Reck: „Maik Vetter ist unser einleitender Spieler, der den Gegner zudem ständig beschäftigt.“ Der gebürtige Frankfurter geht in der Tat jedem Ball nach. Und wenn er ihn erobert hat, gibt es nur eine Richtung: nach vorne. Mit seiner Dynamik ist Vetter nur schwer zu stoppen. Bisweilen übersieht er dabei jedoch den Nebenmann. Und einen Treffer hat er als Stürmer auch noch nicht erzielt. Zuletzt näherte er sich aber an. In Hoffenheim zielte er einmal knapp am Winkel vorbei. Gegen Steinbach scheiterte er am Torwart.

Aber auch so sind die Verantwortlichen mit Vetter absolut zufrieden. „Er ist ein wertvoller Spieler für uns. Wir sind dankbar, dass wir ihn haben“, lobt Sportdirektor Sead Mehic und liefert die Begründung gleich hinterher. „Maik ist ein Spieler, der nicht 100, sondern 110 Prozent gibt. Er wird überall funktionieren. Bloß im Tor möchte ich ihn nicht sehen.“

Bilder: OFC gewinnt gegen Steinbach

Dass Vetter parallel zum Job als Fußballer eine kaufmännische Ausbildung bei OFC-Sponsor Sparda Bank Hessen absolviert und daher einer Doppelbelastung ausgesetzt ist, merke man ihm nicht an, betont Mehic. „Ich habe von der Bank die Rückmeldung bekommen, dass er dort so engagiert ist wie auf dem Platz. Er ist ein Spieler, wie man ihn sich wünscht.“ Es wäre daher keine Überraschung, wenn Vetter auch am Samstag (14 Uhr) beim SSV Ulm als Aushilfsangreifer beginnen würde.

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