Auch Vetter fällt aus

Kickers Offenbach: Bänderverletzungen beim OFC geben Rätsel auf

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Kickers Offenbach: Die Bänderverletzungen beim OFC geben Rätsel auf. 

Die Häufung der Bänderverletzungen in der Mannschaft der Kickers Offenbach geben Rätsel auf. Trainer Barletta und Geschäftsführer Sobotzik betreiben Ursachenforschung.

Offenbach – Angelo Barletta wirkt angesichts dieser Häufung fast schon ratlos. „Wir haben die Seuche“, sagt der Trainer des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach. Er meint damit die großen Verletzungssorgen im Kader. In Kapitän Maik Vetter zog sich dieses Jahr bereits der siebte OFC-Profi eine Bänderverletzung zu. Der Außenverteidiger knickte am vergangenen Freitag im Training mit dem Fuß um, flachste zunächst sogar über sein Missgeschick. Kurz darauf waren allerdings die Schmerzen so groß, dass es für Vetter nicht mehr weiter ging. Eine Untersuchung ergab zwar, dass nichts gerissen und auch nichts gebrochen sei. Allerdings wird er wie schon am Samstag gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (0:2) auch heute (19 Uhr) das Testspiel auf dem Platz des JSK Rodgau gegen Hanau 93 verpassen.

In den Wochen zuvor hatten sich bereits Francesco Lovric, Ronny Marcos (sollen nächste Woche ins Mannschaftstraining einsteigen), Pelle Hoppe (trainierte gestern erstmals wieder), Marco Schikora und der inzwischen wieder einsatzfähige Moritz Hartmann eine derartige Verletzung am Fuß zugezogen, während es Maurice Pluntke am Knie erwischt hatte. Angesichts dieser Häufung stellt sich die Frage, ob man noch von Verletzungspech reden kann – oder ob andere Gründe eine Rolle spielen. „Nach einer so kurzen Zeit ist das schwer einzuordnen“, sagt Thomas Sobotzik, der erst seit Mitte November als Geschäftsführer für den OFC tätig ist. Barletta stieß wenige Wochen später hinzu, ist also auch noch relativ neu. „Wären es muskuläre Verletzungen, könnte man sich Gedanken über Dinge wie die Trainingssteuerung machen“, sagt Sobotzik. Bei Bänderverletzungen sei das anders. Zumal jeder Fall eine eigene Geschichte hat.

Kickers Offenbach sehen sich nach alternativen Trainingsplätzen um

Marcos sei der einzige an den Bändern verletzte Akteur, der laut Barletta „vom Gegner abgeräumt“ wurde, nämlich im Test gegen den FC Struga. Pluntke knickte ohne fremde Einwirkung um. Lovric erwischte es im Trainingslager in der Türkei – bei besten äußeren Bedingungen. Hoppe zog sich seine Verletzung beim Zweikampf zu, als er Moritz Reinhard (pausiert derzeit wegen einer Oberschenkelverhärtung) den Ball abjagen wollte. Auch bei Schikora gab es keine Fremdeinwirkung.

Ein Muster kann Sobotzik nicht erkennen, meint aber: „Es ist nicht förderlich, wenn man permanent zwischen Kunst- und Naturrasen wechselt.“ Die Witterungsbedingungen lassen aktuell aber nichts anderes zu, sodass sich die Kickers sogar nach alternativen Trainingsplätzen umsehen. So lange sie nicht fündig werden, ist Barletta gezwungen, das Beste aus der Situation zu machen. Er kündigte unter anderem an, in den Trainingsplan mehr Stabilisationsübungen aufzunehmen. Unter Barlettas Vor-Vorgänger Daniel Steuernagel gab es Yoga-Einheiten. Darüber wurde zwar teilweise gelächelt, die Zahl der Verletzten war damals aber geringer – auch im Winter.

Alter Bekannter zurück bei den Kickers Offenbach: Wolfgang Uschek betreut angeschlagene Spieler

Um die angeschlagenen Spieler kümmert sich beim OFC derzeit ein alter Bekannter: Wolfgang Uschek. Er trainierte bei den Kickers Jugendteams und sechs Monate lang die erste Mannschaft, 1995 in der damaligen Oberliga Hessen. Obwohl der 59-Jährige lediglich zwei Spiele verlor und der einzige OFC-Coach ohne Heimniederlage ist, musste er vorzeitig gehen. Seine Serie setzt er nun nach 25 Jahren Pause fort – in anderer Funktion.

Der Physiotherapeut von Kickers Offenbach, Wolfgang Uschek. 

Beim 3:0-Heimsieg gegen den Bahlinger SC saß Uschek als Physiotherapeut auf der Bank. Barletta arbeitete mit ihm bereits beim FC Bayern Alzenau zusammen und hält große Stücke auf den ausgebildeten Heilpraktiker. Vor Uschek hatte sich Jörn Klümper um die Muskulatur der Spieler gekümmert. Der OFC hat sich jedoch von Klümpers Arbeitgeber, dem langjährigen Reha-Partner R2com aus Neu-Isenburg, getrennt. Zu den Gründen wollte sich Sobotzik nicht äußern. Es heißt aber, R2com sei zu teuer gewesen und habe dem Wunsch des OFC, einen Teil der Aufgaben an Uschek abzugeben, nicht zugestimmt.

Von Christian Düncher

Der Nachholtermin für die am Samstag ausgefallene Partie des OFC gegen 1899 Hoffenheim II steht fest. Gespielt wird am Mittwoch, 15. April, 19 Uhr, auf dem Bieberer Berg.

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