OFC: Erstes Tor nach sieben Minuten / Barletta auch mit Fetsch sehr zufrieden

Kickers Offenbach: Bojaj trifft so schnell wie nie zuvor

„Fürs erste Spiel bin ich zufrieden“: Mathias Fetsch (links) warf sich bis zur seiner Auswechslung für Torschütze Florent Bojaj in jeden Ball. Ein Kopfballtreffer wurde zurecht wegen Abseits abgepfiffen. Rechts: Malte Karbstein.
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„Fürs erste Spiel bin ich zufrieden“: Mathias Fetsch (links) warf sich bis zur seiner Auswechslung für Torschütze Florent Bojaj in jeden Ball. Ein Kopfballtreffer wurde zurecht wegen Abseits abgepfiffen. Rechts: Malte Karbstein.

Es war die Geschichte des ersten Auswärtsspiels von Kickers Offenbach in dieser Saison: Gleich zwei Mittelstürmer gaben am Freitagabend ihr Debüt für den Fußball-Regionalligisten. Sowohl Mathias Fetsch als auch der eingewechselte Florent Bojaj waren nach dem 2:0 (0:0)-Sieg beim Drittliga-Absteiger SG Sonnenhof Großaspach zufrieden und glücklich.

Offenbach - 70 Minuten dauerte der erste Einsatz im Trikot von Kickers Offenbach für den erst am Montag verpflichteten Mathias Fetsch. „Fürs erste Spiel bin ich zufrieden“, meinte der Rotschopf nach dem 2:0 (0:0)-Erfolg in der Fußball-Regionalliga Südwest bei Drittliga-Absteiger SG Sonnenhof Großaspach: „Es war ein hartes Stück Arbeit, aber der Sieg war hochverdient.“ Trainer Angelo Barletta war mit dem ersten Auftritt seines neuen Stürmers „sehr zufrieden“: „Er hat genau das gemacht, was ich von ihm erwartet habe: Er war präsent, zeigte Mentalität und lebte den Teamgedanken vor.“

Fetsch verspricht: „Ich werde alles raushauen.“

Fetsch, 2012/2013 in der Rückserie unter Rico Schmitt Kapitän des OFC in der 3. Liga, räumte ein, dass ihm noch etwas Spielpraxis fehle. Kein Wunder, schließlich kam Fetsch, in den zwei Jahren zuvor beim Halleschen FC unumstrittener Stammspieler (66 Einsätze/16 Tore), in der Corona-Saison 2019/2020 nur auf 522 Einsatzminuten in 19 Partien. Lediglich einmal stand er 90 Minuten auf dem Platz. „Spielpraxis kann man nicht durch Training ersetzen“, betont er. Der Anspruch des gebürtigen Karlsruhers, der mit einem Bundesligaspiel, 29 Zweitliga- und 218 Drittligaeinsätzen der mit Abstand erfahrenste Akteur im OFC-Kader ist, ist hoch. „Ich werde alles raushauen“, sagt er mit Blick auf die kommenden anspruchsvollen Wochen mit vielen Pflichtspielen. Schon am Dienstag steht in Pirmasens die nächste Auswärtspartie an. Barletta will gemeinsam mit Fetsch ausloten, inwieweit er die Partie am Freitag verkraftet hat. Schließlich hatte er mit Halle erst vier Vorbereitungswochen absolviert. Gibt Fetsch grünes Licht, wird er wieder in der Anfangsformation stehen.

Und wenn dem Mittelstürmer die Kräfte ausgehen sollten, hat Barletta noch eine weitere Alternative in der Hinterhand: Florent Bojaj. Der 24-Jährige, Albaner mit britischem Pass, ließ in den 20 Minuten nach seiner Einwechslung schnell aufblitzen, welche Fähigkeiten er besitzt. Barletta: „Dass er Fußball spielen kann, wussten wir schon länger, aber er hat auch stark den Ball behauptet und verarbeitet.“ Technisch fein schloss er nach Marcell Sobottas Hackenvorlage mit dem Außenrist zur 2:0-Führung ab, formte anschließend beim Jubel mit den Händen den Doppel-Adler, das Symbol der albanischen Nationalflagge. 2018 hatten das auch die Schweizer Nationalspieler Granit Xhaka und Xherdan Shakiri gemacht und waren von der FIFA mit einer Geldstrafe belegt worden.

Bojaj: „Habe noch nie so schnell ein Tor für meinen neuen Klub erzielt.“

Bojaj war das einerlei. „Ein überragendes Gefühl“, freute er sich über seinen Traumeinstand: „Ich war so froh, dass ich der Mannschaft gleich helfen konnte.“ Die Partie in Großaspach wird ihm in jedem Fall in Erinnerung bleiben. „Denn ich habe noch nie so schnell ein Tor für meinen neuen Klub erzielt“, sagt der Vollbartträger, der sieben Minuten nach seiner Einwechslung traf. Der OFC ist die siebte Station für den lange bei Huddersfield Town unter Vertrag stehenden Angreifer. Zuletzt war er in Bulgariens 1. Liga für FK Etar Tarnovo am Ball. Sein letztes Pflichtspiel absolvierte er Anfang März.

Bojaj hatte keinen einfachen Start in Offenbach. Im Trainingslager in Polen bekam er die Intensität der Einheiten schmerzlich zu spüren, fiel mit Oberschenkelproblemen vier Wochen aus. Ein Aufbauprogramm mit Co-Trainer Ramon Berndroth brachte ihn entscheidend nach vorne. „Jetzt bin ich 100 Prozent fit“, freut sich Bojaj. (Von Jörg Moll)

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