OFC ist heiß auf Mönchengladbach

Mit Urkraft und Wir-Gefühl

Offenbach - Das Warten auf das „Spiel des Jahres“ hat heute Abend um 20.30 Uhr ein Ende. Rund um den Bieberer Berg herrscht seit Tagen Ausnahmezustand. Von Christian Düncher 

Die Spieler der Offenbacher Kickers genießen den Rummel vor dem DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Borussia Mönchengladbach und träumen von einer Sensation. Rico Schmitt bringt es auf den Punkt. „Für uns alle ist das ein einmaliges Erlebnis“, sagt der Trainer der Offenbacher Kickers. Im DFB-Pokal zu spielen, ist für den OFC zwar keineswegs neu, gegen einen Erstligisten sind aber nur die Wenigsten aus dem Kader schon angetreten. Und das auch noch in einem restlos gefüllten Stadion. „Als kleines Kind mit fünf, sechs Jahren habe ich auf dem Ascheplatz davon geträumt, mal in einem ausverkauften Stadion zu spielen. Dieser Traum geht jetzt in Erfüllung“, sagt OFC-Stürmer Markus Müller. „Wir haben hier ja immer viele Zuschauer, aber diesmal ist das nochmal etwas anderes.“

Erstmals seit der Einweihung im Juli 2012 wird das Stadion mit der vollen Kapazität von 20.500 Zuschauern gefüllt sein. Das Medieninteresse ist so groß wie lange nicht mehr. Für die Spieler ist das ungewohnt und schön zugleich. „Wir genießen diese Zeit“, gibt Müller zu.

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Der Angreifer ist Realist genug, um zu wissen, dass der mediale Rummel im Normalfall heute Abend enden wird und dann nur noch der Liga-Alltag im Fokus steht. „Es ist eine Ehre, dass wir uns mit Mönchengladbach messen dürfen. Wir gehen dieses Spiel aber nicht ehrfürchtig, sondern demütig an. Trotzdem haben wir Selbstvertrauen“, betont Müller und erinnert an die vorherige Pokalrunde, als ein Regionalligist erst im Elfmeterschießen einem Erstligisten unterlegen war. „Magdeburg hatte Leverkusen am Rande eine Niederlage. Man hat immer eine Chance, auch wenn es sehr schwierig werden wird.“

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Auf die Unterstützung seiner Freundin Marith Prießen muss Müller dieses Mal wohl verzichten. Die Innenverteidigerin des 1. FFC Frankfurt wird zwar im Stadion sein, ist aber Mönchengladbach-Fan. „Sie kommt aus dem Rheinland. Das ganze Dorf, aus dem sie stammt, besteht aus Borussia-Fans“, erklärt Müller. Zur Motivation trägt die Freundin trotzdem bei: „Sie hat vorgelegt, steht mit dem 1.FFC bereits im Halbfinale.“

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Für den OFC heißt die Realität Achtelfinale – und dort tendieren die Chancen gegen null. „Von 100 Fakten sprechen 97 dagegen, dass wir gewinnen“, weiß Schmitt. „Meine Jungs sind aber geil auf das Spiel. Mönchengladbach ist sicher gewarnt.“

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Dafür hat nicht nur der ehemalige OFC-Spieler Andrè Hahn gesorgt, sondern auch Lucien Favre. „Offenbach ist ein sehr guter Viertligist. Sie spielen guten Fußball und sind sehr gut organisiert“, betonte der Borussen-Trainer. „Wir sind Favorit, wissen aber, dass es kein einfaches Spiel wird.“ Die Kickers wollen ihr Heil nicht bloß in der Defensive suchen. „Da ist dieses Wir-Gefühl und eine Urkraft, die in dieser Mannschaft steckt“, so Schmitt. Der Trainer weiß jedoch, dass das alleine nicht genügt. „Wir brauchen eine Initialzündung, müssen das Publikum mit ins Boot holen. Dafür dürfen wir nicht nur verteidigen, sondern müssen auch angreifen, damit wir in den Genuss kommen, dass das Stadion brodelt.“

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Angesprochen auf die besondere Pokal-Atmosphäre in Offenbach, reagierte Favre jedoch gelassen: „Wir sind so etwas gewohnt. Viel Stimmung ist immer gut.“

Personell kann Schmitt aus dem Vollen schöpfen. Lediglich Alexandros Theodosiadis (Mittelfußbruch) und Gabriel Gallus (Reha nach Leisten-Op) fehlten gestern. „Die Stimmung ist so gut, dass wir 22 Feldspieler im Training hatten. In den Tagen davor waren es teilweise nur 13.“ Beim „Spiel des Jahres“ will nun mal jeder dabei sein.

Rubriklistenbild: © Archiv: Hübner/Scheiber

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