Schmitt bittet um Bedenkzeit bis Wochenende

Lauprecht: „Schockstarre wäre fatal“

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OFC-Trainer Rico Schmitt und sein Assistent Alexander Conrad. Sollte Schmitt seinen Vertrag auflösen, wäre Conrad ein Kandidat als Nachfolger.

Offenbach - Kickers Offenbach hängt in einer bemerkenswerten Warteschleife: Trainer Rico Schmitt hat sich Bedenkzeit bis zum Wochenende erbeten. OFC-Präsident Claus-Arwed Lauprecht drängt dagegen auf eine schnell Zusage Schmitts, seinen Vertrag zu erfüllen. Von Jörg Moll

OFC-Präsident Claus-Arwed Lauprecht findet die Hängepartie um die wichtigste Personalie beim Fußball-Regionalligisten „alles andere als glücklich“. Zwar versteht er, dass Trainer Rico Schmitt nach den stressigen Wochen Zeit einfordert, um alles sacken zu lassen. „Eine Schockstarre wäre aber fatal“, meinte Lauprecht. In seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Profi GmbH wird er nun Schmitt, der seinen Vertrag für die Regionalliga erst im Dezember um ein Jahr bis 2016 verlängert hatte, zu einer zeitnahen Entscheidung drängen. „Bis Donnerstag erwarte ich ein Feedback. Denn jeder Tag, den wir jetzt verlieren, werden wir später bereuen“, meinte Lauprecht.

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Schmitt hatte sich die Bedenkzeit erbeten, um sich Klarheit über seine eigene Zukunft zu verschaffen. Der 46-Jährige hatte die Kickers zur souveränen Meisterschaft in der Regionalliga Südwest geführt, musste dann aber erleben, wie sein Team in zwei Aufstiegsspielen gegen den Nordost-Meister 1. FC Magdeburg (0:1, 1:3) klar scheiterte. Ein Engagement bei seinem Ex-Klub FC Erzgebirge Aue ist vom Tisch. Nach Informationen der „Bild“ hat sich der Zweitliga-Absteiger für Pavel Dotchev (zuletzt Preußen Münster) entschieden.

Ohne eine Zusage des Trainers, der zugleich als Sportlicher Leiter die Geschicke der Profis verantwortet, sind dem Klub die Hände gebunden. Vertragsverhandlungen mit Spielern dürften ohne die Sicherheit, wer künftig Trainer wird, schwer zum Erfolg führen. „Wir wollen unbedingt, dass Rico weitermacht“, betonte Lauprecht erneut: „Aber er muss sich schnell entscheiden.“ Auch Geschäftsführer David Fischer nahm Lauprecht in die Pflicht. „Er muss aufzeigen, mit welchen Erlösen zu rechnen ist“, forderte der Aufsichtsratsboss Einblick in die Etatplanung. Aus dem Gremium mehrt sich Kritik an der Planung, die zu sehr auf die 3. Liga fokussiert gewesen sei.

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Sollte Rico Schmitt tatsächlich aus seinem Vertrag aussteigen, müsste der Klub schnellstens einen Nachfolger aus dem Hut zaubern. Erster Kandidat aus den eigenen Reihen wäre Co-Trainer Alex Conrad. Der Fußball-Lehrer genießt auch beim Präsidium großes Ansehen.

Eine Lösung, die in Offenbach dreimal funktionierte, wäre Hans-Jürgen Boysen. Der 58-Jährige, der mit den Kickers 1999 und 2005 in die 2. Liga aufstieg, ist nach seiner Beurlaubung im Frühjahr bei Wormatia Worms ohne Job. Auf dem Markt ist der Aschaffenburger Rudi Bommer (57/bis November 2013 bei Energie Cottbus). Eine günstige Lösung aus der Region wäre Klaus Reusing (zuletzt Sportfreunde Seligenstadt). Der 48-Jährige kennt die Regionalliga aus seiner Zeit bei Bayern Alzenau. Geklärt ist die Zukunft der zweiten Mannschaft des OFC in der Verbandsliga. „Wir werden eine Mannschaft melden. Im Budget ist das drin“, stellte Lauprecht klar.

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