OFC nach 2:0-Erfolg in Pirmasens neuer Tabellenführer

Kickers Offenbach: Deniz’ Geistesblitz als Türöffner

Kein Durchkommen: Lange fanden Florent Bojaj (Mitte) und die Offenbacher Kickers keine Lücke in der Defensive des FK Pirmasens. Ein genialer Moment von Tunay Deniz ermöglichte dann nach knapp einer Stunde die Führung. Links: Der agile Marcell Sobotta.
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Kein Durchkommen: Lange fanden Florent Bojaj (Mitte) und die Offenbacher Kickers keine Lücke in der Defensive des FK Pirmasens. Ein genialer Moment von Tunay Deniz ermöglichte dann nach knapp einer Stunde die Führung. Links: Der agile Marcell Sobotta.

Die Offenbacher Kickers bleiben in der Fußball-Regionalliga Südwest ungeschlagen und ohne Gegentor. Nach einem dank einer klar besseren zweiten Hälfte verdienten 2:0 (0:0)-Sieg beim FK Pirmasens haben sie nach drei Spielen sieben Punkte auf dem Konto und übernahmen zumindest für einen Tag die Tabellenführung.

Pirmasens - „Das ist ein guter Start“, freute sich Kickers Offenbachs Trainer Angelo Barletta über Platz eins nach dem dritten Spiel, gab jedoch zu, dass die erste Hälfte der Partie beim FK Pirmasens „sehr zäh“ war. „Wir wussten um die Schwere der Aufgabe“, ergänzte der 43-Jährige und stellte zufrieden fest: „Die Wechsel zur Pause und Umstellung auf 4-4-2 haben uns gut getan. Danach hatten wir mehr Zugriff. Man hat gesehen, dass wir mit solchen Situationen umgehen können. Der erste Plan hat nicht funktioniert, dafür der zweite.“

Erster OFC-Sieg gegen den FK Pirmasens seit dem 6. September 2016

Nach vier Punkten aus zwei Spielen ohne Gegentor hatte der OFC-Trainer keinen Anlass zu einer Veränderung der Startformation gesehen. Lediglich auf der Ersatzbank gab es ein neues Gesicht: Tim Dierßen stand erstmals in dieser Spielzeit im Kader, für ihn musste Pelle Hoppe aus dem 18er-Kader weichen. Die Kickers waren um Spielkontrolle bemüht, fanden bei hochsommerlichen Temperaturen aber kaum Lücken. Der Angstgegner aus der Pfalz, gegen den die Kickers seit dem 6. September 2016 (3:1 in Offenbach) sieglos waren, spielte wie immer: Hinten zweikampfstark, gut organisiert – und vorne auf schnelles Umschaltspiel und Standards lauernd.

Weil die Kickers lange Zeit aber auch nichts zuließen, entwickelte sich ein zwar intensives, aber nur für Taktikfreunde ansehnliches Spiel. Auffällig: Wenn etwas ging beim OFC, dann nur über die linke Seite mit Marcell Sobotta. Der gab auch die Flanke zur einzigen Torchance der ersten Hälfte. Aber Mathias Fetschs Kopfball ging klar vorbei (17.). Und weil die Kickers immer harmloser wurden, kamen die Feierabendprofis der Gastgeber immer besser ins Spiel. Einen Schuss von Iosif Maroudis hielt Kickers-Kapitän Stephan Flauder erst im Nachfassen (38.). Bei einer Flanke von Luka Dimitrijevic segelte die Kugel gefährlich durch den Offenbacher Fünfmeterraum, aber kein Pirmasenser kam ran (40.). Eine Minute zuvor hatten die Pfälzer vergeblich Handelfmeter gefordert, aber Offenbachs Bester, Innenverteidiger Sebastian Zieleniecki, hatte die Hand wohl angelegt und somit nicht die Körperfläche verbreitert.

Doch wie schon beim Auswärtssieg in Großaspach kam der OFC nach der Pause viel zielstrebiger aus der Kabine. Barletta hatte für Davud Tuma und Luigi Campagna Florent Bojaj und Luka Garic in die Partie gebracht. Und Bojaj war sofort auf Temperatur, gefiel mit guten Ballgewinnen. Nach einer Schrecksekunde durch Luka Dimtrijevic, der nach schnellem Konter frei vor Flauder auftauchte, aber am Kickers-Schlussmann scheiterte, ging der OFC schließlich dank einer genialen Aktion von Tunay Deniz in Führung. Der Mittelfeldspieler hatte gesehen, dass FKP-Torwart Benjamin Reitz zu weit vor seinem Kasten stand – und die Kugel frech aus 45 Metern an den Pfosten gezimmert. Den Abpraller verwertete Fetsch aus zehn Metern - 1:0 (57.).

Erstes Tor im zweiten Spiel für Rückkehrer Mathias Fetsch

„Der Geistesblitz von Tunay Deniz war natürlich der Türöffner für uns“, gab Barletta zu, lobte jedoch auch das entscheidende Nachsetzen von Fetsch: „Das Tor hat er sich geistesgegenwärtig erarbeitet.“ Für den Rückkehrer war es im zweiten Spiel der erste Treffer.

Und Deniz nahm zwei Minuten später noch mal Maß. Aus 32 Metern wuchtete er einen Freistoß an die Lattenunterkante. Die Kickers jubelten, weil sie den Ball danach hinter der Linie gesehen hatten. Aber der Pfiff blieb aus.

Tunay Deniz - der Mann des Spiels

Der OFC verdiente sich in der Folge die Führung, musste aber doch hart arbeiten für den zweiten Dreier der Saison. Die Gastgeber drängten nochmals auf den Ausgleich, brachten die Kickers-Defensive zwar ins Schwimmen – aber letztlich hielt das Bollwerk auch im dritten Saisonspiel die Null. Und dann traf in der 90. Minute noch mal der Mann des Spiels: Tunay Deniz. Nach einer Flanke von Serkan Firat jagte er die Kugel volley aus acht Metern ins Netz. Sein erstes Tor für die Kickers – ein wunderschönes noch dazu. Kurz darauf war Schluss. Fetsch zeigte sich erleichtert und zufrieden: „Wir wussten, dass es ein Gedulds- und Mentalitätsspiel werden würde.“ (Von Jörg Moll)

FK Pirmasens - Kickers Offenbach 0:2 (0:0)

FK Pirmasens: Reitz – Grünnagel, Griess, Zimmer, Hammann – Dimitrijevic (79. Hecker), Becker, Cisse, Buerger – Schmitt (66. Mohr), Maroudis (60. Krob)

Kickers Offenbach: Flauder (Note: 2) – Calabrese (3), Zieleniecki (2), Karbstein (2,5), Marcos – Campagna (4/46. Garic 3,5), Deniz (1,5), Firat (2) – Tuma (4,5/46. Bojaj 3), Fetsch (2,5/77. Albrecht -), Sobotta (3)

Schiedsrichter: Tobias Fritsch (Bruchsal) – Zuschauer: 582 – Tore: 0:1 Fetsch (57.), 0:2 Deniz (90.) - Gelbe Karte: Hammann, Grünnagel / Garic

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