Nachbarschaftsduell in der Regionalliga

Reinhard schießt OFC zum Derbysieg gegen Dreieich

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Die Entscheidung im Derby: Moritz Reinhard (rechts) tritt zum 1:0 für die Kickers.

Die Offenbacher Kickers haben auch das zweite Duell in der Fußball-Regionalliga Südwest gegen den SC Hessen Dreieich gewonnen. Wie im Hinspiel begnügte sich der Favorit mit einem 1:0 (0:0). Der gefeierte Held des Tages war Moritz Reinhard. Der Angreifer erzielte 16 Minuten nach seiner Einwechslung das goldene Tor (76.).

Offenbach – Es sind die Geschichten, die die Kickers in dieser Saison so gerne schreiben. Im Hinspiel hatte Jake Hirst in Dreieich getroffen. Dem Stürmer, der aus der Kreisoberliga kam, macht nun ein Angreifer aus der Gruppenliga Fulda Konkurrenz. Reinhard, für den dieses Mal blassen Hirst gekommen, spielte unbekümmert auf, setzte wuchtig seinen Körper ein – und durfte am Ende den ersten Treffer in der Regionalliga und den sechsten Sieg in Folge der Kickers feiern. „Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen“, freute sich der Offenbacher Matchwinner.

Lange Zeit allerdings war das Derby vor 6176 Zuschauern eine zähe Angelegenheit. Das lag auch an personellen Rochaden in beiden Teams. OFC-Trainer Daniel Steuernagel veränderte seine Startformation im Vergleich zum 5:0 in Hoffenheim auf zwei Positionen. Für Stammtorwart Daniel Endres (Nackenprobleme nach Autounfall) spielte erstmals in dieser Punktrunde Sebastian Brune, für Ko Sawada (Bank) rückte Luka Garic ins Team. Dreieichs Coach Rudi Bommer warf auch wegen einer Grippewelle die große Rotationsmaschine an. Für Kevin Pezzoni, Tino Lagator (nicht im Kader), Ljubisa Gavric, Toni Reljic und Uwe Hesse (alle Bank) liefen Denis Streker, Abassin Alikhil, Danny Klein, Loris Weiss und der Ex-Offenbacher Kai Hesse auf. Mit einer taktischen Veränderung gelang Bommer ein überraschender Schachzug: Mit einer variablen 4-5-1-Formation, die die Außen Loris Weiss und Zubayr Amiri nach Bedarf zum 4-3-3 verschoben, hielt der Aufsteiger, der zuletzt dreimal in Folge verloren hatte, die Kickers in der ersten Hälfte mit großem Erfolg vom Strafraum fern.

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Und weil beim OFC in Ko Sawada, der in der Woche zuvor wegen Adduktorenproblemen kaum trainiert hatte, und Serkan Firat zwei Kreativspieler zunächst auf der Bank saßen, fehlte es Offenbach 45 Minuten lang an Dynamik. Lediglich bei Kopfbällen von Varol Akgöz (32.) und Jake Hirst (40.) sowie einem Linksschuss von Garic (35.) entstand so etwas wie Torgefahr. Nach Ecken lag der SC Hessen mit 4:0 klar vorne.

Nicht nur das sollte sich nach der Pause ändern. Steuernagel korrigierte seine Aufstellung, brachte für Kevin Ikpide Sawada – und fortan war mehr Zug im Spiel der Kickers. In der 50. Minute jubelte der OFC-Anhang erstmals – aber der 20-Meter-Kracher von Akgöz prallte von der Unterkante der Latte ins Feld zurück. Nach zwei offensiven Signalen des SC Hessen – Kai Hesses Kopfball wehrte Brune zur Ecke (56.), sein Treffer zählte wegen Abseits zurecht nicht (57.) - übernahm der OFC das Kommando. Erst recht, nachdem Steuernagel nach und nach seine Offensive tauschte: Erst kam Winterzugang Reinhard für Hirst (60.), dann in Firat der beste Torschütze des OFC für Akgöz (72.). Die Qualität von der Bank machte am Freitag letztlich den Unterschied aus. „Der Druck wurde dann immer größer“, räumte auch Bommer ein.

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Vor allem Reinhard machte schnell klar, wo er seine Qualitäten hat: In der 62. Minute scheiterte er zwar noch freistehend an Kleinheider. In der 76. Minute zielte er besser: Nach Vorarbeit von Jan Hendrik Marx schoss der 23-Jährige die Kugel aus acht Metern in den rechten Winkel. „Er hat alles richtig gemacht“, freute sich Steuernagel. Es war die Entscheidung in einem Kreisduell, in dem der OFC in Halbzeit zwei viel dominanter auftrat. Und der SC Hessen? Der ging zum dritten Mal in Folge mit einer Niederlage mit einem Tor vom Platz. Anders als in Balingen und gegen Pirmasens überzeugte Dreieich dieses Mal über weite Strecken. Dafür kaufen kann sich Trainer Rudi Bommer allerdings im Abstiegskampf gar nichts. „Mich nervt das, wir betreiben einen Riesenaufwand und stehen wieder mit null Punkten da.“ Von Jörg Moll

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