Lovric und Hirst warten auf deutschen Pass

Einbürgerung wird für OFC-Spieler zur Geduldsprobe

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Francesco Lovric wartet auf seinen deutschen Pass.

Offenbach – Einen deutschen Spitznamen hat er bereits: Franz. Auf seinen deutschen Pass wartet Francesco Lovric, Defensivspieler der Offenbacher Kickers, hingegen noch. Und zwar deutlich länger als gedacht. Er ist damit zumindest nicht alleine. Von Christian Düncher

Auch bei Mitspieler Jake Hirst zieht es sich hin. Die Einbürgerung des Österreichers sowie des Briten entwickelt sich zu einer Geduldsprobe.

Rückblick: Im Oktober des vergangenen Jahres hatte Teammanager Bernd Winter noch die Hoffnung geäußert, es jeweils „bis Weihnachten“ zu schaffen. Im Dezember ging er davon aus, dass beide spätestens zum ersten Spiel nach der Winterpause gegen den SSV Ulm 1846 (23. Februar, 14 Uhr) Deutsche sein werden und somit dann unter die U23-Regel fallen, die bisher zu einigen Härtefällen geführt hatte. Doch auch hinter diesem angestrebten Termin steht inzwischen ein großes Fragezeichen.

Winter bestätigte auf Nachfrage, dass die Einbürgerung des Duos noch immer nicht abgeschlossen ist. Bei beiden seien die erforderlichen Unterlagen „relativ schnell eingereicht“ worden, stellte der Teammanager klar. „Doch es gab Nachfragen.“ So musste Lovric, bei dem man „etwas weiter“ sei, noch einen Beleg aus der österreichischen Heimat nachreichen. Der 23-jährige Defensivspieler habe einen „vorläufigen Pass“ erhalten. Sobald die letzte Prüfung erfolgt sei, werde die Einbürgerung abgeschlossen. Im Optimalfall könnte das noch im Februar der Fall sein, meint Winter. Bei Hirst ist er deutlich zurückhaltender. Dieser habe zwar „drei von vier Stationen durchlaufen. Die Mühlen mahlen jedoch langsam. Eventuell liegt es am Brexit“, vermutet er. „Ich bin nicht allzu großer Hoffnung, dass es bei ihm noch im Februar klappt.“ In der Tat bilden Briten beim zuständigen Regierungspräsidium Darmstadt, das sich selbst als größte Einbürgerungsbehörde Deutschlands bezeichnet, die zweitgrößte Gruppe.

Bilder: OFC testet gegen Rot-Weiß Erfurt 

Der Zustand der Ungewissheit ist für die Kickers ärgerlich, mehr aber auch nicht. Zwar hat den OFC in der Winterpause in Semih Sentürk (zu Bayern Alzenau) ein Spieler verlassen, der unter die U23-Regel fiel, das wird jedoch durch Zugang Moritz Reinhard ausgeglichen. Zudem erfüllen noch Ersatztorwart Bilal Jomaa Zabadne, Gerrit Gohlke, Julian Scheffler, Kevin Ikpide, Luka Garic und Christos Stoilas dieses Kriterium. Trainer Daniel Steuernagel stehen also weiterhin sieben U23-Spieler zur Verfügung, vier müssen pro Partie auf dem Meldebogen aufgelistet sein. Das Problem: Nur Garic und Scheffler zählen zu den Stammkräften, weshalb der Spielraum bei der Besetzung der Reservebank eingeschränkt ist. Hirst und Lovric, die beide Stammkräften sind, könnten hier Abhilfe schaffen – sobald sie den deutschen Pass haben.

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