„Verstehen die Welt nicht mehr“

Enttäuschung und Durchhalteparolen nach Niederlage gegen Mannheim

+
Die Niedergeschlagenheit war nach dem Abpfiff sichtbar: Maik Vetter, Marco Rapp, Semih Sentürk (in Zivil), Jan Hendrik Marx, Francesco Lovric, Bilal Jomaa Zabadne, Serkan Firat, Stefano Maier und Varol Akgöz (von links) können es nicht fassen, dass sie das Schlüsselspiel um Platz zwei gegen Mannheim verloren haben.

Offenbach -  Laut OFC-Trainer Oliver Reck war es zwar „kein Endspiel“, aber die Reaktionen fielen nach der Partie Kickers Offenbach gegen SV Waldhof Mannheim entsprechend aus. Von Christian Düncher 

Während die Gäste jubelten, als hätten sie den Titel gewonnen, herrschte beim OFC Frust wie nach einem verlorenen Finale. Einige sanken auf den Boden, andere hielten sich die Hände vor das Gesicht oder blickten ins Leere – den Spielern der Offenbacher Kickers war nach dem mit 0:1 (0:0) verlorenen Schlüsselspiel gegen Waldhof Mannheim anzumerken, dass sie mit dieser Niederlage aller Voraussicht nach die Chance auf die Teilnahme an den Aufstiegsspielen vergeben hatten.

Die später folgenden Kampfansagen passten nicht zur Körpersprache und klangen wie Durchhalteparolen. Torhüter und Kapitän Daniel Endres betonte, dass man noch neun Punkte holen kann. Und Außenverteidiger Jan Hendrik Marx sagte: „Abgerechnet wird am Schluss.“ Doch die Rechnung macht angesichts der Tabelle in der Regionalliga Südwest wenig Hoffnung: Die formstarken Mannheimer (31 Spiele, 63 Punkte, +28 Tore) müssten noch zweimal stolpern und der OFC (33/63/+24) dreimal gewinnen.

OFC - Mannheim: Der Liveticker zum Nachlesen

Dabei war aus Offenbacher Sicht alles angerichtet für ein Fußballfest im Stadion auf dem Bieberer Berg: Tolles Wetter, Zuschauer-Saisonrekord für die Regionalliga Südwest, Live-Übertragung im TV – doch am Ende hatten nur die Gäste Grund zur Freude. Während die Spieler des SV Waldhof jubelnd vor dem Gästeblock hüpften, nahmen die OFC-Akteure beinahe apathisch zur Kenntnis, was ihnen die Anhänger aus Block zwei zuriefen. „Teilweise waren es aufmunternde Worte, teilweise war es Verärgerung. Man muss die Leute verstehen“, zeigte Marx Verständnis für die Reaktion der OFC-Fans, die zu allem Überfluss noch von den Gästen verspottet wurden: „Schade Kickers, alles ist vorbei.“

Viele OFC-Anhänger waren schon vor der Partie pessimistisch. Im Umfeld der Kickers hat sich das Gefühl manifestiert, dass das Team immer, wenn man ein entscheidendes Spiel vor großer Kulisse und mit TV-Übertragung hat, versagt. Und so kam es dann auch. Der OFC hatte zwar ein Chancenplus, war letztlich jedoch nicht zwingend genug und kassierte in der 88. Minute das entscheidende Gegentor, als nach einem Freistoß die Zuordnung nicht stimmte und ausgerechnet der gebürtige Offenbacher Daniel di Gregorio per Kopf traf. Aber auch ein Remis wäre für die Kickers zu wenig gewesen.

Bilder: OFC empfängt Mannheim zum Spitzenspiel

„Das darf in dieser Situation nicht passieren“, sagte Reck, „aber Fußball ist nun mal ein Fehlerspiel. Ich bin mit der Mannschaft eigentlich zufrieden. Sie hat versucht, das umzusetzen, was wir ihr mitgegeben haben. Manchmal ist es im Fußball aber so, dass die bessere Mannschaft nicht gewinnt.“ Endres („Der Stachel sitzt tief“) hat eine solche Niederlage selten erlebt: „Mannheim steht als Sieger da und wir verstehen die Welt nicht mehr.“ Der OFC habe den Gegner „90 Minuten an die Wand gespielt“ und dessen Schwächen „schonungslos aufgedeckt“. Das ist jedoch arg überzogen. Die Kickers hatten Vorteile, waren aber nicht drückend überlegen. Waldhof-Trainer Bernhard Trares gab zu: „Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen. Wir sind der glückliche Sieger, haben ein Stück weit unverdient gewonnen. Sollten wir es in die Aufstiegsspiele schaffen, müssen wir uns steigern.“

Reck will von einer Vorentscheidung aber noch nichts wissen: „Ich habe im Fußball schon einiges erlebt.“ Aber es wird für den OFC nicht einfacher. Im nächsten Spiel am Sonntag (15 Uhr) bei Spitzenreiter 1.FC Saarbrücken fehlen Stefano Maier, Serkan Firat und Dennis Schulte (alle fünfte Gelbe Karte). Ihab Darwiche (Gehirnerschütterung) und Dren Hodja (muskuläre Probleme) wurden gegen den SV Waldhof verletzt ausgewechselt. Zudem hatte Marco Rapp offenbar Schmerzen in der linken Schulter.

Das OFC-Zeugnis gegen Waldhof Mannheim

Am erfreulichsten war aus Offenbacher Sicht die Bilanz der Polizei, diese zeigte sich nämlich zufrieden: Keinerlei Ausschreitungen, nur wenige Festnahmen und ein Verletzter, der sich zum Hergang jedoch nicht äußern wollte.

Das Voting ist beendet.
Vielen Dank für Ihr Interesse! Besuchen Sie unsere Seite gerne wieder.
Wer war bester OFC-Spieler gegen Mannheim?
Ko Sawada
41.31%
Jan Hendrik Marx
17.81%
Stefano Maier
9.92%
Marco Rapp
8.22%
Daniel Endres
3.87%
Dennis Schulte
3.67%
Maik Vetter
4.28%
Benjamin Kirchhoff
1.08%
Serkan Firat
1.9%
Varol Akgöz
2.48%
Alex Theodosiadis
2.58%
Dren Hodja
1.15%
Ihab Darwiche
0.91%
Florian Treske
0.74%

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.