Abstiegskampf sorgt für Zuschauerboom

Kickers erwarten 100.000. Besucher

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Der zwölfte Mann der Kickers: Die Fans haben im neuen Jahr ihr Herz für die Kickers wiederentdeckt. Kamen bis zur Winterpause in zwölf Heimspielen durchschnittlich 4527 Zuschauer, waren es in fünf Spielen 2017 im Durchschnitt 6579.

Offenbach -  Der Abstiegskampf elektrisiert die Fans der Offenbacher Kickers - und das begeistert Spieler, Trainer und Verantwortliche des Fußball-Regionalligisten. Von Jörg Moll 

„Die Unterstützung ist absolut außergewöhnlich“, lobte Trainer Oliver Reck nach dem 2:0 gegen Koblenz den Kickers-Anhang. Mit durchschnittlich 5482 Zuschauern ist der OFC mit großem Vorsprung Spitzenreiter in der Zuschauerrangliste.

5501 (Stuttgarter Kickers), 6071 (SV Elversberg), 7721 (FC Homburg), 7087 (Hessen Kassel), 6519 (TuS Koblenz) - die Besucherzahlen im Jahr 2017 zaubern auch OFC-Geschäftsführer Christopher Fiori ein Lächeln ins Gesicht. „Wir wussten ja schon immer, dass wir mit unseren Fans einen ganz besonderen Faustpfand haben, aber dass sie uns nun so unterstützen, freut mich sehr.“ Im letzten Heimspiel der Saison am kommenden Samstag (14 Uhr) gegen 1899 Hoffenheim II kann der OFC die Marke von 100 000 Fans in dieser Saison übertreffen - als einziger Klub der Liga. Bisher passierten in 17 Spielen 93194 Fans die Stadiontore. Selbst Aufstiegskandidat Waldhof Mannheim (87329 in 18 Spielen) kommt da nicht mit.

Dren Hodja, Torschütze zum 1:0 gegen Koblenz, ist begeistert von der Atmosphäre am Bieberer Berg: „Wir wussten, dass es nur über den zwölften Mann geht. Aber wie unsere Fans uns getragen haben, war absolut beeindruckend.“ Und der Mittelfeldspieler darf auch am kommenden Samstag wieder auf Unterstützung aus tausenden Kehlen hoffen. Christopher Fiori ist davon überzeugt, dass gegen 1899 Hoffenheim II erneut die 6000er-Marke geknackt wird. „Wir wollen unbedingt auf 100 000 Zuschauer in dieser Saison kommen“, betont er: „Und damit würden wir dann auch unseren kalkulierten Schnitt erreichen.“ Der OFC hatte im Etat für diese Spielzeit mit 5000 Besuchern gerechnet. Die aktuelle Zahl von 5482 ist wegen verschiedener Aktionen nur bedingt aussagekräftig. In der Hinrunde war die erwartete Marke nur einmal geknackt worden - das 1:1 gegen Waldhof Mannheim sahen 6630 Zuschauer. Gegen den FK Pirmasens kamen dagegen sogar nur 3844 - Minuswert in dieser Saison.

Bilder: OFC bezwingt TuS Koblenz

Spezielle Maßnahmen wird es an diesem Samstag nicht geben. Marketingaktionen sind angesichts der Hochspannung im Abstiegskampf nicht nötig. Gegen Elversberg hatte Fiori noch unter dem Motto „Bring your friend to the Bersch“ den 3300 Dauerkartenbesitzern eine Karte für einen Freund spendiert, gegen Homburg waren Schulen aus Stadt und Kreis eingeladen.

OFC-Zeugnis gegen Koblenz

„Dass aber das Interesse an diesen Aktionen so groß war, zeigt, wie groß die Basis der Kickers ist“, meint Fiori: „Beim FSV Frankfurt haben wir auch solche Aktionen durchgeführt, aber das Interesse war viel geringer.“ Der OFC-Geschäftsführer, der am Samstag seinen 37. Geburtstag im Stadion am liebsten mit dem vorzeitigen Klassenerhalt feiern möchte, will die neue Welle der Sympathie nutzen. Anders als in der vergangenen Saison wird er den Dauerkartenverkauf für die neue Spielzeit starten, sobald der Klassenerhalt fix ist. Das aber geschieht nicht ganz ohne Hintergrund. Denn der Geschäftsführer des vor der Saison insolventen OFC kann jeden Euro gut gebrauchen.

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