Umsatz von über drei Millionen Euro

OFC: Aufschwung mit 150.000 Euro Gewinn

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Sie blicken zuversichtlich in die Zukunft der Offenbacher Kickers: Geschäftsführer Christopher Fiori (rechts) und Präsident Helmut Spahn, der sich auf der Jahreshauptversammlung am 19. Februar zur Wiederwahl stellen wird.

Offenbach - Der Aufschwung der Offenbacher Kickers in der Fußball-Regionalliga Südwest macht sich auch in Zahlen bemerkbar. Geschäftsführer Christopher Fiori ist guter Dinge, dass der Umsatz in dieser Saison die Drei-Millionen-Euro-Marke überschreitet. Von Jörg Moll 

Freudentänze verbieten sich aber, auch wenn der Geschäftsführer des Tabellenzweiten zum 30. Juni 2018 für die Profi GmbH von einem Gewinn zwischen „150.000 und 200.000 Euro“ ausgeht. Immerhin zeigt der Trend in die richtige Richtung. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2015/16 führten 1,2 Millionen Euro Verlust zur zweiten Insolvenzanmeldung nach 2013. 2016/17 schloss die GmbH mit einem Verlust von rund 400.000 Euro ab. Nun also erstmals ein Gewinn. Voll in die aktuelle Bilanz eingeflossen ist das Retter-Spiel gegen den FC Bayern München, das rund 500.000 Euro einbrachte. „Wir müssen dahin kommen, dass wir ohne außerordentliche Effekte auskommen“, meint Fiori: „Das aber ist immens schwierig in dieser Liga.“ Als Beispiele führte er die Verluste von Waldhof Mannheim (700 000 Euro in der vergangenen Saison) und den Stuttgarter Kickers (1,5 Millionen Euro) an.

Seit seinem Amtsantritt im November 2016 hat sich der 37-Jährige mit seinem kleinen Geschäftsstellen-Team um Marketing-Mitstreiter Sebastian Kunkel stark auf die Vermarktung fokussiert. Die Erlöse sind im Vergleich zum Vorjahr um 390.000 Euro gestiegen, ein Plus von 38 Prozent. Insgesamt streicht der OFC aus diesem Bereich 1,5 Millionen Euro ein. „Das muss noch besser werden“, fordert Fiori. Die Stuttgarter Kickers erlösen zwei Millionen Euro. Daher sieht er die Live-Übertragungen der Heimspiele gegen Wormatia Worms (Sonntag, 25. März, 13 Uhr), TuS Koblenz (Montag, 2. April, 20.15 Uhr) und Waldhof Mannheim (wohl Samstag, 14. April, 15.30 Uhr) auf Sport1 positiv.

Die Kritik, dass solche Übertragungen Zuschauer kosten, hält er für nicht belegt. Als Beispiel führt er die Partie gegen den FSV Frankfurt an, die montags 7129 Zuschauer ins Stadion lockte. Nur gegen Saarbrücken (9274) und Kassel (7313) kamen mehr. „Aber wir müssen diese Spiele auch wirtschaftlich für uns nutzen“, fordert Fiori. Er sieht gute Chancen, für diesen „TV-Dreierpack“ an überregionale Partner zu kommen, die nur auf Zuschauer-Quote und -Reichweite anspringen. Die drei Spiele dürften zwischen 750.000 und 900.000 TV-Zuschauer erreichen, so Fiori. Die acht Live-Übertragungen in dieser Saison bringen durch die veränderten Vereinbarungen mit Sport1 einen Gesamtbetrag ein, „der einer Tageskasseneinnahme eines Heimspiels entspricht“.

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Das Potenzial für Mehrerlöse in Liga vier ist aber überschaubar. „An Werbeflächen im Stadion sind noch 90.000 Euro drin“, rechnet Fiori hoch. Keine Sprünge sind in der Regionalliga bei der Belegung von Business-Plätzen zu erwarten. Somit bleiben drei zentrale Arbeitsfelder: Optimierung der Kosten, Verbesserung der Rechte-Situation und die Beteiligung von Partnern an der Profi GmbH.

Der neue Stadionvertrag, der in den nächsten Wochen mit der Betreibergesellschaft SBB ausgehandelt werden soll, ist von zentraler Bedeutung. Neben der Miethöhe geht es um eine bessere Verteilung der Rechte. Diskutabel ist für den studierten Betriebswirt, dass die SBB alleine rund 200.000 Euro an Bandenwerbung einnimmt.

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Auf den OFC-Geschäftsführer wartet ein Verhandlungsmarathon. Auch Gespräche mit Hauptsponsor EVO stehen an, von dem es positive Signale gibt. „Die EVO ist neben der Sparda Bank Hessen einer unserer treuesten Partner“, lobt Fiori. Auch das Thema Anteilseigner an der GmbH bleibt spannend. „Wichtig wäre mir, dass man gemeinsam eine strategische Ausrichtung erarbeitet.“ Bis zum 1. März müssen die Lizenzunterlagen für die 3. Liga eingereicht werden. Dazu kommen Vertragsgespräche mit Trainerteam und 13 Spielern. Alles steht und fällt mit dem möglichen Aufstieg. „Die Perspektive ist da, wir sollten unsere Chance nutzen“, fordert Fiori.

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